Wirtschaft -

Altersgerechte Technik: Der neue Markt der Assistenzsysteme

Elektronische und IT-basierte Produkte sollen ­älteren oder beeinträchtigten Menschen helfen, lange selbstbestimmt zu leben. Dieser Markt bietet auch Handwerkern Einstiegsmöglichkeiten.

Themenseite: Altersgerechte Assistenzsysteme (AAL)

Altersgerechte Assistenzsysteme? Der Begriff war den rund 40 Mitarbeitern der Bruckhoff Hannover GmbH bis 2013 kaum bekannt. Inzwischen kennen sie sich aus. Seit einem Jahr arbeitet das Hörgeräteakustikunternehmen selbst an einem System für ältere oder beeinträchtigte Menschen: Eine Hörbrille soll mit Mikrofon, Sensoren sowie Bluetooth ausgestattet werden und als mobiles Telefon und sprachgesteuerter Notruf dienen, das Befinden des Trägers erfassen, an Medikamente erinnern oder auf Gefahrensituationen aufmerksam machen. Unauffällig und einfach zu bedienen.

Dafür schloss sich der Hörgeräteakustiker dem Forschungsprojekt AHEAD (Augmented Hearing Experience and Assistance for Daily life – also verbessertes Hörerlebnis und Hilfe im täglichen Leben) an: neun Projektpartner, vier Länder, drei Jahre Laufzeit und ein Projektvolumen von 3,6 Millionen Euro. „Spannend ist, mit so vielen Unternehmen zusammenzuarbeiten“, betont Jürgen Braun, Projektkoordinator bei Bruckhoff. „Unser Know-how wächst enorm.“

Hilfe für ein selbstbestimmtes Leben

AHEAD und 40 ähnliche Projekte unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Das Ministerium treibt die Entwicklung der sogenannten AAL-Systeme (Ambient Assisted Living – also umgebungsunterstütztes Leben) oder auch Altersgerechte Assistenzsysteme in Deutschland besonders voran. Das Ziel: Die gesellschaftliche Teilhabe älterer und beeinträchtigter Menschen sichern. Denn bis 2030 werden knapp 30 Prozent der deutschen Bevölkerung älter als 65 Jahre sein und vier Millionen Menschen das 85. Lebensjahr überschritten haben. Ihnen könnten die Assistenzysteme ermöglichen, lange selbstbestimmt zu leben.

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