Helmut Ecklkofer: Mehr Leben vor sich haben

Bauunternehmer Helmut Ecklkofer versucht, seine Zeit weise und ­sinnvoll zu nutzen. Wie es dem Handwerkschef gelingt, sich auf die wichtigen Dinge zu fokussieren.

Faktor Zeit: Unternehmerinnen und Unternehmer sollten die 1.440 Minuten des Tages zu ihrem wertvollsten Gut machen.
Faktor Zeit: Unternehmerinnen und Unternehmer sollten die 1.440 Minuten des Tages zu ihrem wertvollsten Gut machen. - © oleg_chumakov-stock.adobe.com

Eigentlich habe ich noch niemals darüber nachgedacht, dass ich für alles, was ich tue, kaufe oder anschaffe, immer Zeit eintausche! Egal ob die neuen Laufschuhe, ein entspannter Urlaub oder sogar die täg­liche Arbeit – am Ende bezahle ich alles mit meiner kostbaren Zeit. Mit der magischen Zahl 1.440. So viele Minuten hat ein Tag.

Geld kann man verdienen und verlieren, aber Zeit ist unwiderruflich. Sobald eine Minute vorbei ist, bekommen wir sie nie wieder zurück. Deshalb ist es so wichtig, wie wir in unsere Zeit investieren. Meine Fragen an mich sind: Ist es das wert? Jedes Mal, wenn ich meine Zeit für etwas aufwende, treffe ich bewusst eine Entscheidung über den Wert der Aktivität. Investiere ich in Momente, die mich glücklich machen, die andere glücklich machen? Verbringe ich mehr Zeit mit den Menschen, die mir wichtig sind?

Ich versuche immer, meine Zeit weise und sinnvoll zu nutzen. Ich fokussiere mich auf die Dinge, die für mich wirklich zählen. Besonders ist dies die wertvollste Zeit mit der Familie, dann die vielen Hobbys, die mir Freude bereiten. Oder zum Schluss einfach nur meine Glücksmomente: die Ruhe und die Reflexion beim täglichen Ritual des Tagebuchschreibens.

„Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn du deinem Kind einen Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit der Arbeit fertig bist.“ Welch treffender Aphorismus! Denn am Ende eines jeden Tages ist Zeit das Einzige, was mir alleine gehört. Zeit ist mein Luxusgut und meine Währung, mit der ich die gesamten Lebensträume und Erinnerungen bezahle.

Mein Tipp: Machen auch Sie Ihre Zeit zu Ihrem wertvollsten Gut. Füllen Sie die 1.440 Minuten bewusst und mit positiven Gedanken. Und das über 365 Tage hinweg. Schauen Sie jeden Tag nach etwas Positivem, auch wenn man an manchen Tagen etwas genauer hinschauen muss, um es zu erkennen.

Ich kalibriere meinen inneren optimis­tischen Kompass immer mit Yoga oder dem Falten von Origamifiguren. Ein herrlicher Ausgleich und gesund noch dazu. Es ist erwiesen, dass positive wie optimistische Menschen mehr Leben vor sich haben, mehr Herzklopfen, mehr Momente voll Übermut und Glück und Stolz. Halten Sie das eigene Gedankenkarusell an, steigen Sie ab und richten Sie den Blick nach vorne. Forscher haben nämlich herausgefunden, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Ursache in Deutschland für eine kürzere Lebenszeit sind.

Also heißt es, gelassener, toleranter und etwas nachsichtiger zu sein. Mehr Fehler zuzulassen. Respektvoller miteinander umzugehen. Immer erst „hinter“ die Kulissen zu schauen und dann zu urteilen. Nicht zu verurteilen.

Zum Schluss noch die schwerste Diszi­plin: Holen Sie sich jeden Tag Demut und Dankbarkeit vor das innere Auge. Welch ein Geschenk das Leben doch ist – meinen Sie nicht auch? Deshalb frage ich Sie ganz offen: Wofür möchten Sie heute Ihre Zeit ganz intensiv eintauschen?

Nah am Geschehen

Die Kolumne „Nah am Geschehen“ von Helmut Ecklkofer können Sie mehrmals im Jahr in handwerk magazin lesen. Mit seinen Geschichten möchte der Neuöttinger Handwerksunter­nehmer, Buchautor und Kolumnist die menschliche Seele durchleuchten und Alltagsgedanken in Lebensweis­heiten verwandeln.

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