Franchise Wer neu am Markt ist kann im Netzwerk schnelle Erfolge erzielen. Vorausgesetzt, er hält sich an die Vorgaben und das System ist seriös. Worauf es bei der Auswahl ankommt.
Als Partner sicher starten
Zehn Jahre hat sich Glasermeister Frank Daum in Rodgau als Einzelkämpfer am Markt durchgeschlagen. 2010 stieg er schließlich beim Franchise-System Reklar aus Jossgrund im Spessart einstieg. „Alleine“, so sein Fazit, „kommt man einfach nicht so richtig weiter.“
Das auf Fenster und Haustüren spezialisierte Reklar-System wurde zwar bereits 1988 gegründet, bietet aber erst seit 2010 Franchising an. Als Pionier in einer frühen Aufbauphase einzusteigen bedeutet Risiko und Chance zugleich. Risiko, weil das Franchise-Konzept noch nicht komplett ausgereift ist - Chance, weil der Franchise-Nehmer das System mit entwickeln kann. Nach intensiven Gesprächen und äußerst positiven Eindrücken startete er als Franchise-Nehmer durch. „Es ist wie eine Neugeburt“, erklärt der Chef von drei Mitarbeitern: „Durch die Vernetzung konnte ich innerhalb eines halben Jahres einen Kundenstamm aufbauen, für den ich alleine mehrere Jahre gebraucht hätte.“
Investititionen genau hinterfragen
Knapp 1000 Systeme gibt es nach Auskunft des Deutschen Franchise-Verbands (DFV) in Berlin inzwischen in Deutschland, sieben Prozent davon richten sich an Handwerker mit Branchenschwerpunkten bei Dienstleistungen rund ums Auto sowie im Bau- und Ausbaugewerbe. Franchise-Geber, die Mitglied im DFV sein möchten, müssen den System-Check bestehen. Geprüft werden Franchise-Vertrag, Handbuch, Konzept, Produkte, Leistungen sowie die Partnerzufriedenheit. Der Check gibt jedoch nur eine erste Orientierung. Thomas Doeser, Franchise-Experte in Tübingen: „Die Partnerschaften werden für fünf bis zehn Jahre geschlossen, deshalb müssen Franchise-Geber vor Vertragsschluss bestimmte Informationen freigeben.“ Dazu gehören auch genaue Angaben zu den Gesamtinvestitionen. „Denn Gründer müssen zusätzlich zur Einstiegsgebühr auch den kompletten Aufbau ihres Unternehmens finanzieren.“ Zudem rät Doeser, sich für einen Standort die exakte Planung mit Kosten, Umsatz, Ertrag und Rentabilität geben zu lassen.
Die Franchise-Zentrale von Reklar unterstützte Daum sogar bei der Planung der Wegstrecken von Kunde zu Kunde. Heute bietet er ein umfangreiches Dienstleistungspaket an - von Fensterreparaturen und -austausch über Sonnenschutz bis hin zu Jalousien und Rollläden. „Mein Umsatz ist durch die Partnerschaft um mindestens 50 Prozent gestiegen“, freut sich der Glasermeister.
kerstin.meier@handwerk-magazin.de
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