Wirtschaft -

Die Energiewende wird erneuert

Rund 23 600 Onshore-Windräder lieferten in 2013 mehr als 33 700 Megawatt (MW). Von diesen Anlagen sind etwa 9500 bereits mehr als zwölf Jahre alt. Etwa 416 Räder wurden im letzten Jahr aufgrund von Repowering-Maßnahmen abgebaut, dafür 269 Anlagen an deren Standorte aufgebaut. Insgesamt stieg die Zahl der Anlagen um 1154. Und dabei dürfte es nicht bleiben: Glaubt man der EU-Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard, so steht die Stromerzeugung aus Windkraft an Land kurz vor der Wettbewerbsfähigkeit. Und was Geld verdient, wird weiter ausgebaut. So dürfte auch nach EEG-Reform die Zahl der abgebauten Windanlagen weiter steigen.

Die neuen Anlagen benötigen nicht nur neue Fähigkeiten, sondern auch traditionelle. So sind nicht nur Elektroniker und Mechaniker gefragt, sondern etwa auch handwerkliche Bootsbauer. Denn sie sind Experten im Umgang mit Kunst- und Faserverbundstoffen, aus denen die meisten Rotorblätter der Windkraftanlagen bestehen. „Da die Rotorblätter sehr sensibel und permanent der Witterung ausgesetzt sind, brauchen wir das Know-how und die Materialkenntnis von Bootsbauern für regelmäßige Reparaturen“, erläutert Geschäftsführer Detlef Lindenau, bei dessen Bremer Firma Reetec zwei Bootsbauer beschäftigt sind und die zu den erfahrensten Betrieben der Windenergie-Branche zählt.

Neben Firmen, die neue Windräder aufstellen, existieren in Deutschland etwa 20 freie Service-Unternehmen, die sich auf Messung, Monitoring und Wartung bestehender Anlagen spezialisiert haben.

Wasserkraft

Rund 7700 Wasserkraftwerke existieren in Deutschland. 90 bis 92 Prozent des Wasserkraftstroms produzieren 355 Anlagen mit einer Leistung größer als ein MW, die restlichen acht bis zehn Prozent erzeugen rund 7300 Kleinwasserkraftanlagen.

In Europa, so schätzen Experten, ist etwa die Hälfte der Kleinwasserkraftwerke über 60 Jahre alt. Das größte Potenzial hat die Wasserkraft bei Kleinwasserkraftwerken. Laut einer aktuellen Studie der Universität Stuttgart könnte etwa die Leistung bereits bestehender Kraftwerke in Nebengewässern des Oberrheins durch Repowering um 29 Prozent gesteigert werden.

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