Wirtschaft -

Die Energiewende wird erneuert

Eine ganz andere Art von Repowering praktiziert Sylvia Höhentinger aus dem oberbayerischen Raubling bei Rosenheim: Sie betreibt einen DLG-zertifizierten Reinigungsservice für Solarmodule. Das ist für Landwirte interessant, denn besonders durch Viehwirtschaft verschmutzen die Module. Eine Reinigung bringt etwa fünf bis 15 Prozent Effektivitätszuwachs. „Das rechnet sich schon nach einem Jahr“, sagt die Unternehmerin. 61 Kunden hat sie in diesem Jahr bereits. „41 davon sind neu, die anderen Bestandskunden. Doch wir gehen von weiterem Wachstum aus.“

Windkraft

Bei Wind sind die Repowering-Effekte am deutlichsten: „In den letzten zehn Jahren hat sich die Nennleistung bei Verdoppelung des Rotordurchmessers und der Nabenhöhe verzehnfacht“, berichtet Diplom-Ingenieurin Wiebke Abeling vom Umweltverband „Kommunale Umwelt-AktioN U.A.N.“ in Hannover. Mit jedem zusätzlichen Meter Höhe steigert sich der Ertrag um ein Prozent, so eine Faustregel.

Bereits zwischen 2007 und 2009 ersetzte man etwa im nordfriesischen Galmsbüll 38 Windräder, die insgesamt 12,4 Megawatt lieferten, durch 21 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 60 Megawatt: Bei einer Steigerung der Leistung um das Fünffache wurde gleichzeitig die Anlagenzahl auf fast die Hälfte reduziert. Doch nicht nur die schiere Größe entscheidet. Die heutigen Anlagen sind grundsätzlich wesentlich effektiver – auch bei gleicher Größe. Aus diesem Grund gibt es einen sogenannten Repowering-Bonus: Wer sein altes Windrad abreißt und durch ein neueres ersetzt, wird gefördert.

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