Wirtschaft -

Die Energiewende wird erneuert

Ganz gleich wie die EEG-Reform ausfällt: Mehr als 100.000 Anlagen zur Stromerzeugung aus Biogas, Fotovoltaik, Wind- und Wasserkraft müssen in den kommenden Jahren renoviert werden. Zahlreiche Handwerksunternehmer haben diese Marktchance bereits für sich erkannt.

Themenseite: Repowering

Für dieses Jahr haben wir bereits mehr als 50 Aufträge“, berichtet Stefan Steverding zufrieden. Und dabei ist der April noch gar nicht angebrochen. Dann kommen noch einmal etliche dazu. April ist der stärkste Auftragsmonat im Jahr, sagt der Maschinenbaumechanikermeister aus Stadtlohn im Münsterland.

Steverding tauscht Rührwerke von Biogasanlagen aus. Über 200 montiert er durchschnittlich im Jahr. Dazu hat er ein Paddel entwickelt, das besser ist als andere – vor allem aber: besser als die alten Paddel, die vor einigen Jahren noch eingebaut wurden. Das Rührwerk ist das Herzstück einer Biogasanlage. Je effektiver gerührt wird, desto mehr Ertrag wird erwirtschaftet. Deshalb lassen immer mehr Betreiber ihre Anlagen auf den neuesten Stand bringen.

Das ist kein Einzelfall. Viele Biogas-, Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen sind mittlerweile in die Jahre gekommen und technisch überholt. Die erste Generation von Fotovoltaikanlagen wurde vor mehr als zwölf Jahren auf die Dächer geschraubt, unzählige Windräder sind noch viel älter. Seitdem hat die Technologie sich deutlich verbessert – und zwar in allen Bereichen der Erneuerbaren Energien. Experten schätzen, dass in den kommenden Jahren mehr als 100 000 Anlagen optimiert oder ganz ausgetauscht werden. Die Energiewende wird nicht nur politisch, sondern muss in den nächsten Jahren auch technisch renoviert werden. „Repowering“ lautet der Fachbegriff dafür.

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