Wirtschaft -

Zukunft: „Handwerk wird zur Wissensinstanz“

Schluss mit der Wegwerfmentalität: Wolfgang Heckl erklärt im ­Interview welche Rolle das Handwerk in einer künftigen Wirtschaft spielen und warum es dem Verbraucher den Sinn für Wertigkeit zurückgeben kann.

Kaum ist die Garantie abgelaufen, gehen viele Geräte heute kaputt. Dem Verbraucher bleibt meist nur der Ersatz, denn aufschrauben und reparieren ist schlicht nicht mehr vorgesehen. Ein Ärgernis, das nicht nur die Kunden nervt, sondern auch zu einem wahren Raubbau mit den Ressourcen führt.

Wie sind wir in die Wegwerfgesellschaft überhaupt hineingeraten?

Wolfgang Heckl: Das geschah ziemlich unbewusst: Keiner hat es so richtig gemerkt – und plötzlich sind wir mittendrin. Wir haben ja hunderttausend Jahre sehr erfolgreich eine „Kultur der Reparatur“ gelebt. Erst in den letzten 20 bis 30 Jahren haben wir uns davon entfernt und sind zu einer Wegwerfgesellschaft geworden. Doch inzwischen setzt ein Umdenken ein.

Hat die Industriegesellschaft bereits das Ende ihres Lebenszyklus erreicht?

Das glaube ich nicht. Die Industriegesellschaft ist ein Erfolgsmodell, das wir auch weiter fahren sollten. Wir brauchen allerdings Korrekturen wie jedes System, das sich optimieren muss. Die Industriegesellschaft wird weitergehen, doch wir werden sie klüger und geschickter gestalten und besser an die begrenzte Ressourcenlage anpassen müssen.

Ist es dafür nicht schon zu spät?

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