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ZDH-Umfrage: Handwerk sieht Straßenzustand kritisch

Eine Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) hat ermittelt, wie sehr Handwerker durch mangelhafte Infrastruktur der Straßen beeinträchtigt werden. Der Zeitverlust der befragten Handwerksbetriebe pro Woche ist enorm.

Der ZDH hat Handwerksbetriebe zum Zustand der Straßeninfrastruktur befragt. Die Erhebung führte der ZDH mit 35 Handwerkskammern (davon 30 in West- und fünf in Ostdeutschland) durch. Insgesamt haben sich 5.882 Betriebe an der Umfrage beteiligt.

7 Stunden Zeitverlust pro Woche

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer fasst die Befragung der Handwerksbetriebe zum Zustand der Straßen zusammen: "Das Verkehrswegenetz ist in einem derart schlechten Zustand, dass wir auch über das Jahr 2018 hinaus gesicherte und hohe öffentliche Investitionen brauchen."

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • 25 Prozent der Handwerksbetriebe bewerten den Straßenzustand als gut oder sehr gut. Dem stehen 14,8 Prozent gegenüber, die die Beschaffenheit der Straßen als ausreichend erachten sowie 14,5 Prozent, die diese als mangelhaft beurteilen.
  • Für 48,6 Prozent der befragten Betriebe sind Baustellen die Hauptursache für Zeitverluste – diese sind aber auch auf die Straßenüberlastung (39,4 Prozent) und einen schlechten Zustand der Straßen inklusive Langsamfahrstellen (33,2 Prozent) zurückzuführen.
  • Ein Drittel der an der Umfrage teilnehmenden Handwerksbetriebe sieht seine Geschäftstätigkeit durch den unzureichenden Straßenzustand beeinträchtigt. Die Folge: Im Durchschnitt entsteht den befragten Handwerksunternehmen ein Zeitverlust von 7,4 Stunden pro Woche.
  • 42,4 Prozent der Betriebe berichten von einer (deutlichen) Verschlechterung des Straßenzustandes in den vergangenen zehn Jahren. Von einer (deutlichen) Verbesserung sprechen 23,7 Prozent.

Was das Handwerk fordert

Die Handwerksbetriebe erwarten von der Politik vor allem, sich verstärkt um Reparatur und Instandhaltung der Straßeninfrastruktur zu kümmern (58,3 Prozent). Den gezielten Abbau von Verkehrsengpässen fordern 34,8 Prozent.

Gefahr: Handwerk wird von Aufträgen ausgeschlossen

Kritisch sieht das Handwerk den verstärkten Einsatz von Öffentlich-Privaten Partnerschaften (ÖPP), um Infrastruktur neu zu bauen oder zu sanieren. 40 Prozent der Betriebe lehnen ÖPP für die Finanzierung und Umsetzung ab, 37,4 Prozent sind unentschieden. Hans Peter Wollseifer kommentiert: "Wir dürfen nicht aus reiner Not neue Projekte in Öffentlich-Privater-Partnerschaft anstoßen, weil es an Kapazitäten für eine Ausschreibung mangelt." Zumal bei ÖPP-Projekten die Gefahr bestehe, dass der Mittelstand und damit auch das Handwerk, von Aufträgen weitgehend ausgeschlossen werde.

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