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Branchencheck Zahntechniker-Handwerk Zahntechniker: Der Wettbewerb ist unverändert hoch

Im Zahntechniker-Handwerk stagniert das Wachstum. Der Wettbewerb in der Branche ist unverändert hoch, die Konkurrenz aus Billiglohnländern nimmt zu. Doch die Digitalisierung mit 3D-Druck bringt auch neue Chancen für Fachbetriebe, sie müssen allerdings in teure Maschinen investieren.

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Der Umsatz der gewerblichen zahntechnischen Meisterlabore in Deutschland hat sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um gerade einmal 0,4 Prozent erhöht. Der Markt für zahntechnische Leistungen scheint zu stagnieren. Dennoch dürften auch 2019 die Umsätze leicht steigen.

Intensiver Wettbewerb

„Die Branche befindet sich im intensiven Wettbewerb“, erklärt Markus Ziechaus von der Unternehmensberatung Bayern Consult. Die mehrheitlichen Kleinlabore konkurrieren mit wenigen großen überregionalen Betrieben. Daneben gibt es größere Zahnarztpraxen mit eigenen Zahntechniklaboren. Hinzu kommt die Billigkonkurrenz aus dem Ausland, speziell Ungarn und der Slowakei.

Berater Ziechaus sieht trotzdem bei den Zahntechnikern einen Wertzuwachs: „Zahntechniker werden sich zu Systempartnern entwickeln, wie man es aus anderen Wirtschaftszweigen bereits kennt.“ Für viele mittelständische Betriebe bedeute dies wachsen, investieren und sich in einem schwierigen Marktumfeld Wettbewerbsvorteile durch eine Service- und Qualitätsoffensive zu sichern. Für Kleinstbetriebe bedeute dies auf Sicht das Aus, weil sie die Servicebedürfnisse der Zahnärzte nicht mehr halten könnten. (Quellen: BVR, ifo-Institut, VDZI)

Branchentrends

  • 3D-Druck
    Additive Systeme (3D-Druck) schreiten in den Labors voran. Allerdings ist es noch nicht möglich, einen gedruckten definitiven Zahnersatz mit dieser Technik zu fertigen. Modelle, Schablonen und Schienen aber durchaus.
  • Fachkräftemangel
    Aufgrund von Regularien der Kostenträger ist die Vergütung trotz hoher Ausbildungsstandards vergleichsweise niedrig – mit ein Grund für den Rückgang bei den Auszubildenden. Das setzt sich fort in einem Mangel an Fachkräften.
  • Zahnarzt-Labors
    18 Prozent der Zahnarztpraxen haben ein eigenes Labor mit mindestens einem Zahntechniker. Bei größeren Gemeinschaftspraxen – ein Trend bei Zahnärzten – könnte sich diese Entwicklung in nächster Zeit noch verstärken.
  • Niedrigpreise
    Branchenbeobachter halten es für möglich, dass aufgrund neuer Technologien der Automatisierungsgrad in der Zahnersatzherstellung steigt und dadurch die Fertigung in Billiglohnländern zurückgedrängt werden könnte.

4,2 Mrd. Euro beträgt der Gesamt­umsatz im Zahntechniker-Handwerk

Ausgaben für Zahnersatz (Mrd. Euro)

Die Statistik zeigt die Ausgaben für Zahnersatz der gesetzlichen Krankenversicherung. Insgesamt wurden 2016 rund 7,5 Mrd. Euro für Zahnersatz ausgegeben.

Jahr Mrd
2017 3,29
2016 3,26
2015 3,27
2014 3,20
2013 3,11
2012 3,08
2011 3,18

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

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Entwicklung der Preise für zahntechnikleistungen

Seit Jahren liegen die Preise für zahntechnische Regelversorgungen deutlich unter dem allgemeinen Verbraucherpreisindex für Deutschland. Der Index beginnt im Jahr 1992 bei 100.

Jahr Verbraucherpreis Index Preise im Zahntechniker-Handwerk
2010 135,5 106,9
2011 138,3 108,1
2012 141,1 110,3
2013 143,2 112,5
2014 144,4 115,7
2015 144,9 118,6
2016 145,5 122,1
2017 148,1 125,2

Quelle: Statistisches Bundesamt

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