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Wirtschaftslage im Handwerk: Deutlich weniger Unternehmenspleiten

Weniger Insolvenzen, kurze Zahlungsfristen: Die Lage der Handwerksbetriebe hat sich im Jahr 2013 verbessert. Die Prognosen sind so gut wie in den letzten zehn Jahren nicht. Das zeigt die Frühjahrsbefragung der Creditreform, die auf der IHM vorgestellt wurde.

Topic channels: TS IHM , TS Wachstum und TS Konjunktur

Immer weniger Handwerker gehen pleite: Im Jahr 2013 mussten laut Verband der Vereine Creditreform e.V. 5.390 Betriebe Insolvenz anmelden. Das zeigt: Die Wirtschaftslage im Handwerk hat sich verbessert. Im Jahr zuvor gingen noch mehr als 5.800 Betriebe insolvent. Das bedeutet für 2013 einen Rückgang von 7,7 Prozent.

Besonders betroffen sind das Bauhaupt- sowie das Ausbaugewerbe. Gemeinsam machten sie 54,3 Prozent aller insolventen Handwerkbetriebe aus. Allerdings hat sich ihr Anteil an Gesamtpleiten gegenüber 2012 verringert (57,1 Prozent). Das Kfz-Handwerk trägt 2013 mit 10,1 Prozent einen größeren Anteil an den Gesamtinsolvenzen als noch im Jahr zuvor (9,4 Prozent). Die Bedeutung des  Nahrungsmittel- sowie des Metall- und Elektrohandwerks blieb stabil.

Wirtschaftslage Handwerk, Frühjahr 2014

Handwerk ist zufrieden mit Zahlungsmoral

Gründe für die gesunkenen Insolvenzzahlen sind die konjunkturelle Erholung sowie eine gute Finanzierungssituation der Betriebe, wie die Frühjahrsumfrage der Creditreform von 3.108 Handwerksunternehmen zeigt.

Diese ergibt sich zum einen aus dem Trend zu kürzeren Zahlungsfristen. Bei einer Befragung durch die Creditreform gaben die meisten Handwerker an, mit dem Zahlungsverhalten zufrieden zu sein: 87,2 Prozent bestätigten, dass private Kunden innerhalb von 30 Tagen zahlen.

Zum anderen führt eine niedrige Rate an Forderungsausfällen dazu, dass die Betriebe liquide sind. 13,9 Prozent der Handwerker haben Forderungsverluste von mehr als einem Prozent ihres Gesamtumsatzes; 2012 lag die Zahl noch bei 15 Prozent.

Zu den Branchen mit hohen Forderungsverlusten zählt insbesondere das Bauhandwerk. Entspannt hat sich die Lage hingegen im Kfz-Handwerk: 2012 litt dort noch jeder fünfte Betrieb unter hohen Ausfällen  – 2013 war es nur noch jeder zehnte.

Betriebe verfügen über mehr Eigenkapital

Aufgrund dieser Entwicklungen verbessert sich die Eigenkapitalsituation im Handwerk: Laut Creditreform erreicht gut jeder fünfte Betrieb eine Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent. Und nur noch knapp ein Drittel weist eine Eigenkapitalquote von weniger als zehn Prozent auf.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Für den weiteren Jahresverlauf 2014 rechnen die befragten Unternehmer mit einer guten Geschäftslage, die Prognosen sind so gut wie in den letzten zehn Jahren nicht. 36,8 Prozent der Befragten erwarten Umsatzsteigerungen. Im Vorjahr hatten sich 28,6 Prozent der Betriebe optimistisch geäußert. Der Anteil der Befragten, die mit einem Umsatzrückgang rechnen, ist von 10,4 auf 6,4 Prozent gesunken. Am zuversichtlichsten ist das Dienstleistungshandwerk, gefolgt vom Metallhandwerk und dem Nahrungsmittelhandwerk.

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