Arbeitsrecht -

Regelungen zwischen Weihnachten und Silvester Welche Rechte haben Arbeitnehmer "zwischen den Jahren"?

Viele Berufsgruppen müssen auch an den vermeintlich besinnlichen Tagen zwischen Heiligabend und Silvester arbeiten. handwerk magazin und Experten der ARAG Versicherung erklären, was Sie als Arbeitgeber "zwischen den Jahren" beachten müssen.

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Heiligabend und Silvester sind keine Feiertage, daher hängt es (sofern sie auf einen Werktag fallen) lediglich von Ihnen als Arbeitgeber ab, ob sie frei sind, einen halben oder einen ganzen Urlaubstag erfordern. Der 25. und 26. Dezember dagegen sind gesetzlich festgelegte Feiertage, an denen das Arbeiten generell untersagt ist. Gleiches gilt für den 1. Januar. Laut Experten der ARAG Versicherung sind im Arbeitszeitgesetz 16 Ausnahmen von dem generellen Beschäftigungsverbot aufgeführt. So muss beispielsweise im Sicherheits- oder im Gesundheitswesen auch an Feiertagen eine Versorgung gewährleistet sein.

Kein Recht auf Feiertagszuschläge

Gesetzlich gibt es keinen Anspruch auf sogenannte Feiertagszuschläge. Lediglich für geleistete Nachtarbeit an solchen Tagen gibt es einen Aufschlag. Ansonsten steht dem an Sonn- oder Feiertagen schuftenden Mitarbeiter ein Ersatzruhetag zu. Allerdings gilt in den meisten Fällen nicht die gesetzliche Vereinbarung, sondern die vertragliche oder tarifvertragliche – und dort ist dann oft auch das individuelle Recht auf mögliche Zuschläge festgelegt.

Gehaltszuschläge zum Teil steuerfrei

Diejenigen Arbeitnehmer, die an den gesetzlichen Feiertagen arbeiten müssen und von Ihnen einen Zuschlag erhalten, können sich freuen: Der Lohnzuschlag an Heiligabend ab 14 Uhr und an den Weihnachtsfeiertagen ist bis zu 150 Prozent und an Silvester ab 14 Uhr bis zu 125 Prozent des Grundlohnes von maximal 50 Euro pro Stunde steuerfrei.

Arbeitgeber kann Betriebsferien anordnen

Auch wenn die Urlaubsverteilung im Allgemeinen nicht im Ermessen des Arbeitgebers liegt, dürfen Sie Betriebsferien anordnen, wenn dringende betriebliche Belange das erfordern. Dabei sollten Sie auf zwei Dinge achten: Erstens sollte die Zwangspause in den Schulferien liegen, damit Eltern nicht benachteiligt werden und zweitens sollten Sie die verordnete Freizeit so früh wie möglich ankündigen, damit sich alle Arbeitnehmer darauf einstellen können. Hat Ihr Betrieb jedoch einen Personal- oder Betriebsrat, dürfen Sie nicht in Eigenregie entscheiden, sondern müssen deren Zustimmung einholen.

Der 24. Dezember ist kein Feiertag

Der 24. Dezember fällt 2018 auf einen Montag und zählt generell nicht zu den Feiertagen. Handwerker können 2018 daher frei entscheiden, ob sie einen halben oder ganzen Urlaubstag erfordern. Doch auch, wenn der Heiligabend auf einen Sonntag fallen sollte, können Geschäfte unter Umständen öffnen. Kirchen und Gewerkschaften sehen das kritisch. Es dürfen nur Geschäfte aufmachen, die Artikel des täglichen Bedarfs anbieten. Dazu gehören Lebensmittelmärkte, Bäckereien, Metzgereien und Weihnachtsbaumverkaufsstellen.

Manche Handelsketten hatten im letzten Jahr die Entscheidung getroffen, die Verkaufsräume am vierten Adventssonntag und Heiligabend geschlossen zu lassen, so zum Beispiel die Filialen von REWE und Penny. Das gilt allerdings nur für etwa 2.400 nicht selbstständige Händler. Selbstständige Kaufleute können selbst darüber entscheiden, ob sie an Heiligabend ihre Märkte öffnen.

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