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Handlung bei Zahlungsaufforderung Was tun bei einer Inkasso-Mahnung?

Diese Post hat niemand wirklich gerne im Briefkasten: Die Mahnung eines Inkassounternehmens. Worauf sollte man achten und was gilt es zu unternehmen, wenn man einen solchen Brief bekommt?

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Sie führen ein Handwerksunternehmen und haben eine Mahnung eines Inkassobüros erhalten? Zunächst einmal heißt es: Ruhig durchatmen! Mahnungen durch Inkassounternehmen sind nichts Schlimmes. Dahinter steht ein Gläubiger, der auf das ihm zustehende Geld wartet und daraufhin den Inkassodienstleister damit beauftragt hat, die offene Rechnung einzuziehen.

Vorgehensweise bei einem Brief vom Inkassounternehmen

Das Inkassounternehmen erinnert mit dem Brief den Schuldner also an seine Zahlungspflicht. Wichtig ist: Darauf sollte unbedingt reagiert werden. Entweder indem er die Forderung den Anweisungen entsprechend bezahlt oder aber, wenn er finanziell dazu gerade nicht in der Lage ist, indem er mit dem Inkassounternehmen Kontakt aufnimmt. Diese Unternehmen verstehen sich als Mittler zwischen Gläubiger und säumigem Zahler. Im Normalfall lassen sich im Gespräch dann immer Lösungen finden, wie man die Sache aus der Welt bringt.

Handelt es sich um eine Fake-Mahnung an den Handwerksunternehmer?

Allerdings ist auch Vorsicht geboten. Bei einer Mahnung im Briefkasten, sollte man auch selbst checken, ob es dabei mit rechten Dingen zugeht und ob es sich um einen seriösen Brief handelt. Welche Möglichkeiten gibt es? Das ist ganz einfach: Schon in ihrem ersten Anschreiben müssen die Inkassounternehmen genaue Angaben zu der Forderung machen, zum Beispiel den Namen des Auftraggebers sowie den Grund für die Forderung nennen. Säumige Verbraucher können die Zahlungsansprüche so leicht überprüfen. Bei Zweifeln an der Forderung sollte man bei dem Inkassounternehmen nachfragen. Seriöse Firmen werden alles dafür tun, die Forderung des Gläubigers so klar und eindeutig wie möglich darzulegen.

Wie kann ich als Unternehmer erkennen, ob es sich um eine seriöse Firma handelt?

In dieser Branche gibt es viele Gauner, die Inkasso-Briefe fälschen. Damit man nicht auf Betrüger und unseriöse Firmen hereinfällt, hilft ein genauerer Blick auf das Anschreiben. Stimmt die Rechtschreibung? Fake-Mahnungen wimmeln häufig vor Fehlern. Außerdem sollte man kontrollieren, ob die Briefkopfangaben mit dem Rest übereinstimmen. Häufiges Indiz, das auf einen Betrüger hinweist: Verwendet das Unternehmen beispielsweise eine deutsche Adresse, verweist die Bankverbindung aber ins Ausland – zu erkennen an den ersten beiden Buchstaben der IBAN, wo „DE“ für Deutschland steht –, ist Vorsicht geboten!

Mit einer schnellen Recherche im Netz kann man sich zusätzlich schlau machen. Das Rechtsdienstleistungsregister, ein Portal der Landesjustizverwaltungen, kann weiterhelfen: www.rechtsdienstleistungsregister.de. Dieses Register listet alle Unternehmen auf, die außergerichtliche Rechtsdienstleistungen – also auch Inkasso – durchführen dürfen. Hier sind der Name und die Anschrift der zuständigen Behörde hinterlegt, die für die Aufsicht über das Inkassounternehmen zuständig ist.

Beschwerdestelle für unseriöse Inkassounternehmen

Ein weiterer Check für die Seriosität des Dienstleisters ist die Mitgliedschaft in einem Branchenverband. Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) haben sich auf strenge Verhaltensregeln für seriöse Rechtsdienstleistung verständigt. Dazu zählt auch eine Beschwerdestelle, an die sich jeder Verbraucher wenden kann, der ein Problem mit einem Inkassounternehmen hat. Verstöße gegen diese berufsrechtlichen Richtlinien werden sanktioniert – hält sich ein Unternehmen nicht an die Regeln, kann es aus dem BDIU ausgeschlossen werden. Die Mitgliedschaft in dem Verband gilt daher auch als eine Art Gütesiegel für seriöses Inkasso. Erreichen kann man die Beschwerdestelle ganz einfach über die Website www.inkasso.de und den Beschwerde-Button „Ich möchte mich beschweren“.

In den meisten Fällen funktioniert "Inkasso" ohne Probleme. Der Sinn dahinter: Firmen schützen die Gläubiger vor Forderungsverlusten. Zahlen deren Kunden nicht, geraten die Gläubiger selbst in wirtschaftliche Schieflagen: Dann fehlt ihnen das Geld, um ihre eigenen Rechnungen zu bedienen. Im schlimmsten Fall können sie die Gehälter nicht mehr bezahlen und müssen Mitarbeiter entlassen – das kann sogar bis zur Insolvenz der Firma führen.

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