Arbeitsrecht: Chef kontrolliert Mitarbeiter

Handy, E-Mails, Internet - die meisten Chefs lassen ihre Mitarbeiter betriebliche Geräte auch für private Kontakte nutzen, inklusive Missbrauchsrisiko. Was Betriebe kontrollieren dürfen.

Für Elektro Koser in Kirchheim unter Teck bei Stuttgart ist es wichtig, dass die fünf Mitarbeiter gut per Handy erreichbar sind. „Ob sie bei Kunden vor Ort Fragen haben, Material oder technische Informationen brauchen - der schnelle Kontakt zum Betrieb spart Zeit und Geld“, weiß Juniorchef Martin Koser. Zu rund 70 Prozent geht es dabei um Aufträge bei Geschäftskunden wie gewerbliche Betriebe, Bauträger oder Kommunen. Die Angebotspalette umfasst unter anderem Automatisierung, Beleuchtung, Kommunikations- und Datentechnik, Energietechnik sowie Gebäude- und Sicherheitstechnik.

Private Nutzung von Handy und Tablets auf Vertrauensbasis

„Jüngere Mitarbeiter setzen ihr eigenes Smartphone mit Flatrate für die Firma ein. Wo es erforderlich ist, stellen wir auch betriebliche Handys“, berichtet Koser. Auch firmeneigene Tablets sind im Einsatz, um Pläne oder Auszüge aus Handbüchern schnell ohne größere Auftragsunterbrechung zu übertragen. „Bei privater Nutzung während der Arbeitszeit vertrauen wir darauf, dass die Mitarbeiter ihre Pausen dafür verwenden, ansonsten sich kurz fassen“, betont Martin Koser. „Doch wenn jemand länger die Arbeit für private Gespräche oder SMS unterbricht, sprechen wir ihn an und reagieren im schlimmsten Fall mit einer Abmahnung.“ So weit ist es jedoch in dem Familienbetrieb noch nicht gekommen.

Wie bei Elektro Koser, so sehen sich praktisch alle Betriebe im möglichen Konfliktbereich zwischen hilfreicher Nutzung von Kommunikationstechnik und IT sowie der übermäßigen Privatnutzung. „Wer Letzteres übertreibt, kann entlassen werden“, stellt Jürgen Hoeser, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Frechen bei Köln, klar. Das gilt besonders, wenn Mitarbeiter unerlaubt privat surfen und dem Betriebssystem auf dubiosen Seiten, etwa mit pornografischen Darstellungen, einen Virus einfangen. Dann kann der Betrieb von Mitarbeitern sogar Schadenersatz fordern.

Seite 2: Wie Sie die private Nutzung von Kommunikationsmitteln regeln können

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