Wirtschaft -

VW-Abgas-Skandal: Kaufinteresse geht zurück

Der Internet-Neuwagenvermittler MeinAuto.de meldet eine drastische Abkehr deutscher Kaufinteressenten von Dieselfahrzeugen aus dem VW-Konzern. Das berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung „Automobilwoche“.

Seit dem Bekanntwerden des Abgas-Skandals von Volkswagen in den USA ist das Kaufinteresse an Dieselfahrzeugen der VW-Gruppe bei dem Neuwagenvermittler "MeinAuto.de" um mehr als 30 Prozent eingebrochen, berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung „Automobilwoche“. Ein Sprecher des Internetportal sagte, nach Bekanntgabe der Manipulationsvorwürfe gegen den Wolfsburger Konzern sei eine deutliche Verunsicherung der Kaufinteressenten zu spüren. Dies lasse sich am Nachfrageverhältnis zwischen Benzin– und Dieselmotoren erkennen.

So liege das Kaufinteresse der Autokäufer auf der Internetplattform Meinauto.de im bisherigen Jahresverlauf markenübergreifend bei 57,01 Prozent für Benziner und 42,99 Prozent für den Diesel. Für die Marke Volkswagen habe im laufenden Jahr das Interesse an Dieselmotoren modellübergreifend bei 39,63 Prozent gelegen. Dieser Wert sank nun aber innerhalb kürzester Zeit auf 27,69 Prozent. Dies entspricht einem Einbruch der Nachfrage um 30,13 Prozent. Auffällig sei, dass die markenübergreifende Nachfrage nach Dieselmotoren bislang zumindest nicht unter dem Skandal leide. Der Diesel Anteil bleibe bislang mit 40,35 Prozent stabil.

Erklärung der Autoindustrie

Die deutsche Automobilindustrie zeigt sich in einer öffentlichen Erklärung betroffen über die „bei einem Unternehmen in den USA festgestellten Verstöße bei Abgastests“. Die bekanntgewordenen Geschehnisse widersprechen dem Selbstverständnis der Automobilindustrie. Eine Praxis, in der es zu einer missbräuchlichen Anwendung einer speziellen Motorensoftware gekommen ist, darf nicht akzeptiert werden, so der Verband der Automobilindustrie (VDA).

Zu einer Aufklärung gehöre auch, unterschiedliche Sachverhalte differenziert zu beurteilen. So handelt es sich laut VDA bei dem aktuellen Vorgang nicht um ein prinzipielles Diesel-Problem. Die Euro-6- Norm, die seit dem 1. September 2015 für alle Neuzulassungen verbindlich sei, bedeute Umwelt- und Verbraucherschutz zugleich.

Über einen neuen Verbrauchstest (WLTP) sowie Abgasmessungen auf der Straße (RDE-Regulierung) sollten die Unterschiede zwischen Prüfstand und Straße künftig verringert werden, fordert die deutsche Automobilindustrie.

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