Arbeitsrecht -

Krankmeldung: Chefs können ab dem ersten Krankheitstag Attest verlangen

Ab dem dritten Krankheitstag müssen Beschäftigte üblicherweise dem Chef eine ärztliche Bescheinigung für ihre Arbeitsunfähigkeit vorlegen. Das Bundesarbeitsgericht hat nun bestätigt: Vorgesetzte können bereits sofort ein Attest verlangen.

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Der Arbeitgeber hat es in der Hand: Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG, § 5 Abs. 1 Satz 3) ist der Chef berechtigt, von dem Arbeitnehmer die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer schon von dem ersten Tag der Erkrankung an zu verlangen. Die Ausübung dieses Rechts liegt im Ermessen des Arbeitgebers.

Chef kann verlangen, dass Beschäftigte am ersten Krankheitstag Arzt aufsuchen

Eine Rundfunkredakteurin hatte durch mehrere Instanzen bis schließlich vor dem Bundearbeitsgericht geklagt. Sie stellte für den 30. November 2010 einen Dienstreiseantrag, den ihr Vorgesetzter nicht genehmigte. Am jenem 30. November meldete sich die Klägerin krank. Daraufhin forderte der Vorgesetzte die Klägerin auf, künftig schon am ersten Tag der Krankmeldung einen Arzt aufzusuchen und ein entsprechendes Attest vorzulegen. Mit ihrer Klage wollte sie das verhindern. Ohne Erfolg.

Was halten Sie vom Urteil des Bundesarbeitsgerichts, werden Sie künftig früher ein Attest von Ihren Mitarbeitern verlangen? Nehmen Sie hier an unsererer Online-Umfrage teil und sehen Sie, wie andere handwerk-magazin.de-Nutzer abgestimmt haben.

Weiterlesen: Wann bei Krankheit die Kündigung erlaubt ist

Krankheit an sich ist kein Kündigungsgrund. Doch sehr häufige Kurzerkrankungen oder wiederholte längere Krankheitsphasen können dem Chef erlauben, einen Mitarbeiter zu entlassen. In unserem Beitrag „Krankheit: Wann die Kündigung erlaubt ist“ finden Sie unter anderem wichtige Urteile der Landesarbeitsgerichte und des Bundesarbeitsgerichts.

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