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Alternative zu Leasing, Miete und Kauf Auto-Abo: Fuhrpark-Flatrate mit einer Menge PS

Der eine least, der andere mietet, der dritte kauft. Seit Kurzem abonnieren einige Handwerker ihre Fahrzeuge aber auch – und fahren gut damit. handwerk magazin hat mit dreien von ihnen gesprochen und stellt das Auto-Abomodell vor.

Themenseite: Fuhrpark

Längst gibt es nicht mehr nur die Zeitung und die Lieblingszeitschrift im Abo. Wöchentlich kann man sich Essen samt den passenden Rezepten vor die Haustür liefern lassen oder Premium-Accounts für soziale Netzwerke und Streaming-Dienste abonnieren. Und auch Fahrzeuge gibt es seit einiger Zeit im Abo. 30 Prozent haben schon von diesem Mobilitäts-Abo gehört. Das hat puls Marktforschung unter rund 1.000 Autokäufern im vergangenen Sommer ermittelt. Der Anteil der an Auto-Abo Interessierten lag dabei bei 32 Prozent – ein halbes Jahr davor waren es nur 22 Prozent. Also ein Modell mit Zukunftschancen? Laut aktuellem DAT-Report, für den rund 4.000 Privatpersonen befragt wurden, kann sich die Mehrheit der Befragten ein Auto im Abo zwar noch nicht vorstellen – konkret 66 Prozent der Neuwagen- und 72 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer.

Doch der Abo-Ansatz ist zumindest ein Modell, das – verstärkt durch die Corona-Krise – den Nerv der Zeit trifft: Mit einem Auto-Abo erhält man ein Fahrzeug seiner Wahl und zahlt dafür eine feste monatliche Gebühr, die bereits alle Kosten beinhaltet, die ein Autobesitz sonst bedeutet, wie Steuern, Reparaturen und Versicherungen. Nur die Tankkosten kommen dazu. Um Wartungen, Reifenwechsel oder GEZ-Gebühr muss man sich auch nicht kümmern.

Die Vorteile: transparente Kosten, schnelle Online-Abwicklung, flexible und einfache Nutzung. Und zudem kann man das Modell in bestimmten Abständen wechseln.

Breites Spektrum an Anbietern

Auch die Tatsache, dass die Zahl der Anbieter groß ist und größer wird, deutet darauf hin, dass ein Bedarf besteht an dem Angebot, das sich an der Lücke zwischen Carsharing und Miete auf der einen und Leasing und Kauf auf der anderen Seite der Flexibilität und Nutzungsdauer ansiedelt. Sowohl einzelne Automobilhersteller als auch Vermieter sowie unabhängige Unternehmen und Start-ups haben Abo-­Konzepte entwickelt, die teils einen speziellen Schwerpunkt haben – sei es die Region oder die E-Mobilität. Auch Leasingfirmen offerieren vereinzelt Abo-Angebote – bei der ALD Automo­tive lässt sich beispielsweise das Tesla Model 3 im Abo beziehen und so erproben.

Die Unterschiede zwischen den Anbietern liegen im Detail und beschränken sich nicht nur auf die Preise, Leistungen und Modellaustausch-Modalitäten. Es lohnt sich, auf die Mindestlaufzeit zu achten, manchmal besteht auch nur eine dreimonatige Kündigungsfrist. Außerdem ist die Marken- und Modellauswahl je nach Anbieter unterschiedlich, genauso wie die Laufleistung: Sie ist entweder mit vorgegebenen Lauf­zeiten definiert oder wird in Form von verschiedenen Paketen, die eine Monats-Kilometerleistung beinhalten, zur Wahl gestellt.

Für die drei Betriebe, mit denen handwerk magazin gesprochen hat, spielt das Auto-Abo seine Vorteile bestens aus – etwa die große Flexibilität, wenn ein neuer Mitarbeiter mobil gehalten werden muss, aber noch nicht klar ist, ob und wie lange er bleibt. Ein Auto-Abo bindet da weniger lang als ein Leasingvertrag. Auch die Zeitersparnis beim Thema Autoanschaffung und -betrieb loben die Handwerksbetriebe neben Effizienz und Kostenersparnis. Und ja: Auch die Freude daran, häufiger ein neues Modell fahren zu können, als das bei Kauf oder Leasing möglich ist …

Markus Lett : Ihr Lieblingsmaler

Hamburg

Anbieter: Vive la Car
Ihr Lieblingsmaler

„Wir haben ein Jahr lang in Spanien gelebt und nach unserer Rückkehr haben wir uns im März 2019 wieder selbstständig gemacht und benötigten für unsere Firma Ihr Lieblingsmaler neue Fahrzeuge.Ohne Startkapital und folglich ohne Kredit war das allerdings schwer und einen Leasingvertrag wollten wir uns nicht ans Bein binden. Also haben wir recherchiert, sind auf das Konzept des Auto-Abos gestoßen und haben uns für Vive la Car entschieden.

Seither beziehen wir zwei Citroën Berlingo Kastenwagen Worker im Abo (mit 1.500 Kilometern pro Monat), die mein Mann und seine zwei Mitarbeiter nutzen und die wir mit unserem Firmenlogo haben beschriften lassen – natürlich so, dass es später rückstandslos wieder entfernt werden kann. Wir sind aktuell auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern, sollte sich diesbezüglich kurzfristig etwas tun, passt da das flexible System natürlich bestens. Zumal man dank der kurzen Kündigungsfristen innerhalb von drei Monaten das Fahrzeugmodell auch wechseln kann, wenn es zu groß oder zu klein wird.

Der größte Vorteil des Auto-Abos sind für uns aber die transparenten Fixkosten: Wir bezahlen einen festen Betrag pro Monat, nur noch die Tankkosten kommen dazu. Und wir müssen uns nicht um Reparaturen, Wartung oder Steuern kümmern. Kommt es mal zu einem Schadensfall, regelt Vive la Car alles und wir können den Schaden bei unserem Händler vor Ort reparieren lassen. Dadurch, dass wir als Hamburger Unternehmen Fahrzeuge mit Bremer Kennzeichen fahren, werden wir häufig auf unsere Abo-Lösung angesprochen – und stoßen immer auf neugierige und positive Reaktionen. Wir werden auch weiterhin auf das Abo setzen – künftig vielleicht sogar für unser Privatauto. Parallel überlegen wir derzeit aber auch aus buchhalterischen Gründen, zum Jahresende eines der beiden Vive-la-Car-Fahrzeuge zu kaufen.“
Jessica Lett, Backoffice

Mojen Bauregie

Bönningstedt

Anbieter: Care by Volvo
Werner Müller von Mojen Bauregie

„Als Mittelständler baut Mojen Bauregie GmbH & Co. KG mit bis zu 23 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Massivholzhäuser. Von individuellen Einfamilienhäusern bis hin zu Mehr­familienhäusern ist Mojen Bauregie der richtige Ansprechpartner und hat derzeit mit insgesamt sechs Fahrzeugen einen eigenen kleinen Mittelstandsfuhrpark.

Die drei Volvo – ein V90, ein XC90 und ein XC60 – werden von der Geschäftsleitung, dem Vertrieb und den Architekten genutzt und wir beziehen diese aktuell über Care by Volvo. Davor haben wir von Mietkauf und Langzeitmiete über Leasing bis Darlehen die unterschiedlichsten Finanzierungsformen durchprobiert und kommen betriebswirtschaftlich zu dem Ergebnis, dass Care by Volvo für uns die effizienteste Methode ist, um ein Firmenfahrzeug für das Handwerk einzusetzen. Denn wir erhalten eine zentrale Mietrechnung mit ausgewiesener Vorsteuer und können die Kosten vollständig auf eine Produktionsstunde durchkalkulieren – und Überführungskosten fallen auch nicht an.

Außerdem bietet Volvo eine Rundumversorgung. Die Marke Volvo führte bei uns früher eher ein stiefmütterliches Dasein, aber wir waren von den Fahrzeugen schon im ersten Probemonat sofort überzeugt: Auf den Baustellen hilft die integrierte Anhängerkupplung und das Fahrzeug ist qualitativ auf einem hohen Niveau mit modernen Assistenzsystemen und einem ansprechenden Erscheinungsbild, das bei Kunden gut ankommt. Auf das Kölner Kennzeichen werden wir gelegentlich angesprochen – dann verweisen wir auf den Fahrzeugschein und erklären: ‚Diese Fahrzeuge gehören Volvo!` Nur die Laufleistung von aktuell 15.000 Kilometern im Jahr müssen wir bei nächster Gelegenheit nach oben anpassen, die reichen uns nicht. Wenn bei unseren anderen Fahrzeugen die Laufzeit ausläuft, werden wir diese ebenfalls auf Abo umstellen. Für uns steht fest: Wir sind in Zukunft nur noch Volvianer.“
Werner Müller, Mitglied der Geschäftsführung

Rosenblatt Tapeten/Farben/Bodenbeläge

Erftstadt/Lechenich

Anbieter: like2drive
Patrick Rosenblatt

„Ich beziehe seit etwa 1,5 Jahren zwei Autos im Abo bei like2drive – derzeit einen Seat Tarraco und einen Ford Fiesta für jeweils zwölf Monate (20.000 km) beziehungsweise sechs Monate (15.000 km). Das macht richtig Spaß, regelmäßig ein neues, sehr gut ausgestattetes Modell zu fahren. Und es motiviert auch meine vier Mitarbeiter, die gelegentlich mit dem Seat zur Vorab-Begutachtung von Baustellen fahren – dann inklusive Magnetwerbung auf dem Wagen.

Als vor zwei Jahren die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs anstand, habe ich von Freunden vom Auto-Abo erfahren – das hat mich interessiert, und da unsere Firma Rosenblatt eine große Nähe und einen starken Bezug zu Köln hat, bin ich beim dort ansässigen Anbieter like2drive gelandet. Erst habe ich nur ein halbes Jahr gebucht – aber alles war von Anfang an so angenehm unkompliziert: Anders als eine langwierige Recherche und Konfiguration im Autohaus spart der Abschluss eines Auto-Abos Zeit – bei der Anschaffung, aber dank der einen zentralen Rechnung auch in der Buchhaltung und im laufenden Betrieb, denn man muss sich nicht mit Versicherungen, Schadenabwicklung, Inspektionen oder Reifen herumschlagen.

Und ich spare mit der festen Rate Geld, das habe ich mehrfach durchgerechnet – zumal auch keine hohen Überführungskosten anfallen. Auch die Flexibilität ist für mich ein wichtiges Argument: Mit like2drive halte ich meine Belegschaft mobil und kann schnell auf neue Mitarbeiter oder Kündigungen reagieren. Bislang habe ich zwei Autos zurückgegeben und kann sagen: Auch die Rückgabe verläuft einfach und fair mithilfe eines TÜV-Gutachters.

Und auch die Anschlussmobilität läuft reibungslos: Drei Monate vor Abo-Ende erhält man eine Nachricht, kann online ein neues Auto auswählen und ganz einfach über den Webshop buchen – alles digital – und es geht für die nächsten sechs oder zwölf Monate weiter. Aktuell habe ich noch zwei gekaufte Transporter. Da like2drive seit Neuestem aber auch diese Fahrzeugklasse anbietet, werde ich da bei nächster Gelegenheit ebenfalls aufs Abo umsteigen. Und wenn ich mal eine Frage an like2drive maile, erhalte ich nach spätestens einer Stunde eine Antwort. Das Konzept trifft einfach den Zeitgeist!“
Patrick Rosenblatt, Geschäftsführer

Auto-Abo: Anbieter-Überblick

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie der Corona-Pandemie dürften die flexiblen Fixpreis-Offerten der Anbieter an Bedeutung gewinnen. Und das Angebot ist mittlerweile groß.

Das ist in der Flatrate inklusive*

Flexibel, planbar und kostensicher – immer mehr Autofahrer lassen sich vom Auto-Abo überzeugen. Ein Ansatz, den sie etwa von ihrem Fitnessstudio kennen. Nur für den Sprit muss der Abonnent nocht selbst aufkommen.

  • Steuern & Gebühren
  • Versicherung
  • Wartung & Verschleiß
  • Zulassung & HU
  • Reifenwechsel
  • GEZ-Rundfunkgebühr
  • Wertverlust

    * Vor Vertragsabschluss beim Anbieter genauen Umfang abklären.
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