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Metzgerei Vegane Wurst vom Fleischer

Veganes Essen wird immer mehr zum Trend. Metzger Rainer Breuer hat diese Entwicklung erkannt und produziert in seiner Biofleischerei zweimal in der Woche ausschließlich fleischlose Produkte - darunter vegane Wurst und Bolognese.

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Als Rainer Breuer vor mehr als drei Jahren anfing, eine vegane Wurst zu kreieren, erklärten ihn Berufskollegen und Mitarbeiter für verrückt. Inzwischen hat der Fleischermeister und Geschäftsführer der Biofleischerei Bakenhus im niedersächsischen Großenkneten zehn vegane Produkte im Angebot. „Als der Trend zur veganen Ernährung so richtig aufkam, waren wir schon mit den ersten Produkten am Markt“, sagt Breuer.

Vegane Wurst ist beliebt

Begonnen hat er mit veganer Pinkel, eigentlich eine Grützwurst, die in Norddeutschland traditionell mit Grünkohl gegessen wird. Mittlerweile verkauft Breuer mehr fleischlose Pinkel als gewöhnliche. Zu seinem veganen Angebot gehören auch der Bauernschmaus, der als Grundlage für eine fleischlose Bolognese dient, sowie Grillprodukte und Cevapcici. Ihre Produkte vertreibt die Fleischerei mit 16 Mitarbeitern über den Großhandel sowie über einen eigenen Hofladen und Onlineshop.

Geschmacklich kein Unterschied

Die Frage „Was ist denn das für Fleisch?“ bekommt Breuer häufig zu hören, wenn er Kunden seine Kreationen probieren lässt. Als Grundzutaten verwendet der Fleischer Hafer, Soja- und Kichererbsenmehl, verfeinert mit Zwiebeln, Tomaten, Karotten, Öl und Gewürzen. Für die veganen Pinkel wird Hafergrütze mit Gewürzen vermengt und in einen Kunstdarm gefüllt. Ungefähr 150 Kilogramm Hafergrütze und 100 Kilogramm Zwiebeln verarbeitet die Fleischerei an einem veganen Produktionstag.
Bis die Mischung stimmt und eine neue vegane Spezialität in Produktion geht, experimentiert Breuer schon mal ein halbes Jahr.

Warum vegane Wurst vom Fleischer?

„Es ist logisch, dass Fleischer vegane Produkte herstellen, denn die kennen sich mit Gewürzen aus“, findet er. Die große Nachfrage nach seinen fleischlosen Spezialitäten hat ihn dann aber doch überrascht. Schon jetzt sind 20 Prozent aller Produkte, die er verkauft, vegan – Tendenz steigend. „Wenn das so weitergeht, kann ich dafür bald eine eigene Produktion eröffnen.“

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