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Arbeitsunfälle 2017 Unfallrisiko so niedrig wie nie zu vor

Weil es im vergangenen Jahr so wenig Unfälle bei der Arbeit gab wie nie zuvor, dürfen sich viele Unternehmer über niedrigere Beiträge zur Berufsgenossenschaft freuen. Ausnahme bleibt nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in Berlin der Bau, dort liegt das Unfallrisiko noch weit über dem Durchschnitt.

Themenseite: Arbeitsschutz und Gesundheit

Noch nie war das Risiko, einen Arbeits- oder Wegeunfall zu erleiden so niedrig wie 2017. Nach Angaben der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in Berlin verringerte sich die relative Unfallquote von 21,89 auf 21,16 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter, das ist ein neuer Tiefstand. Der Rückgang lässt sich über alle Branchen hinweg beobachten. Lediglich im Handel gab es eine leichte Zunahme. Insgesamt lag das Unfallrisiko im Bau- und Verkehrssektor deutlich über dem Durchschnitt, im Gesundheitswesen, im öffentlichen Dienst und in der Verwaltung deutlich darunter.

Prävention zahlt sich für die Betriebe aus

„Die Entwicklung zeigt, dass Fortschritte möglich sind", sagte DGUV-Hauptgeschäftsführer  Joachim Breuer. Um weitere Verbesserungen zu erreichen, sei es jedoch nötig, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit als Querschnittsthema in den Betrieben zu verankern. Die gesetzliche Unfallversicherung mache den Unternehmen mit ihrer neuen Kampagne "kommitmensch" entsprechende Angebote: „Von Investitionen in die Prävention profitieren die Betriebe direkt - durch verringerte Ausfallzeiten, gestiegene Produktivität und motivierte Mitarbeiter."

Berufskrankheiten: Heller Hautkrebs greift um sich

Was die Zahl der Berufskrankheiten betrifft, konnte die DGUV zwar auch einen leichten Rückgang vermelden, allerdings hat die Diagnose „heller Hautkrebs“ bei den Berufskrankheiten mit einem Anstieg um 165 Fälle dramatisch zugenommen. In der Statistik steht diese Form des Hautkrebses jetzt schon auf Platz drei der Berufskrankheiten. Die Gesamtzahl der Fälle, in denen sich der Verdacht auf eine Berufskrankheit bestätigt, sank um 4,9 Prozent auf 38.080. Davon betrafen rund 18.400 Fälle arbeitsbedingte Hautekzeme, zum Beispiel durch Feuchtarbeit (2016: 19.641). Bei 6.649 Versicherten stellten die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung eine arbeitsbedingte Lärmschwerhörigkeit fest (2016: 6.850).

Schutz bei Arbeiten im Freien verstärken

Vor diesem Hintergrund rief Breuer die Betriebe dazu auf, mehr in den Schutz der Beschäftigten zu investieren, die große Teile ihrer Arbeitszeit im Freien verbringen. "Heller Hautkrebs ist vermeidbar. Die Risiken durch UV-Strahlung lassen sich mit technischen, organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen gut in den Griff bekommen." Ein Teil der Verantwortung treffe aber auch die Beschäftigten: "Krebsprävention ist nicht auf die Arbeitszeit beschränkt. Wer seiner Haut etwas Gutes tun möchte, sollte sich auch am Wochenende nicht in die pralle Sonne legen."

Gefahrstoff Asbest: noch immer sterben Menschen

Nicht mehr der Prävention zugänglich ist dagegen die Gruppe der asbestbedingten Erkrankungen. "Hier sehen wir die Auswirkungen des leichtfertigen Umgangs mit diesem Gefahrstoff im vergangenen Jahrhundert", so Breuer. 2017 stellten Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bei rund 3.700 Versicherten eine Erkrankung fest, die durch den beruflichen Kontakt mit Asbest ausgelöst wurde. Auch für die Mehrheit der 2.580 Todesfälle in Folge einer Berufskrankheit (2016: 2.573) war Asbest die Ursache.

Durchschnittsbeitrag erreicht Rekordtief

Obwohl die Aufwendungen der gesetzlichen Unfallversicherung für Prävention, Rehabilitation, finanzielle Entschädigung und Verwaltung im letzten Jahr um 2,2 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro gestiegen sind, sank der durchschnittliche Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften von 1,18 auf 1,16 Euro je 100 Euro Lohnsumme. Er lag damit so niedrig wie nie zuvor in der Geschichte. "Diese Entwicklung ist allerdings auch der guten konjunkturellen Entwicklung geschuldet", so Breuer. Die Entgelte, auf deren Grundlage der Beitrag berechnet wird, nahmen 2017 im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf rund eine Billion Euro zu.

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