Branchen -

Traumjob für Kreative

Handwerkerin aus Leidenschaft: Soraya Hein entwirft tragbare Hüte für den Alltag und Kreationen für Film und Theater.

Themenseite: Betrieb des Monats

Geld alleine macht nicht glücklich, der richtige Beruf schon. Der Traumjob von Soraya Hein stand bereits zu Schulzeiten fest. Sie wollte auf jeden Fall Handwerkerin werden: Restauratorin oder Puppenmacherin standen ganz oben auf der Wunschliste. Bei einer Modistin in Dessau absolvierte sie ihr erstes Schulpraktikum. Danach war die Berufswahl entschieden. Drei Jahre dauert die Ausbildung beim selben Betrieb zur Modistin. Soraya Hein war der erste Lehrling nach der Wende. Nur elf angehende Gesellen absolvierten mit ihr die Berufsschule in Regensburg.

Anschließend folgte eine Anstellung bei der großen Kostümwerkstatt in Halle, die für das Opernhaus und Theater arbeitet. Dann zog es sie nach Berlin. Die 31-Jährige absolvierte in der Hauptstadt diverse Praktika bei Designern, um Erfahrungen im Modegeschäft zu sammeln. Vor sechs Jahren wagte sie den Schritt in die Selbständigkeit. „Ich wollte endlich meine Ideen verwirklichen und habe diesen Schritt nie bereut“, stellt die Unternehmerin im Rückblick klar.

Heute arbeitet Soraya Hein für Privatkunden, „die genau wissen, was sie wollen“ sowie für aufwändige Filmproduktionen in Babelsberg. Ihr Highlight: die amerikanische Produktion von „Hänsel und Gretel“. Fünf Modistinnen fertigten dort den Kopfschmuck für Zauberer und Hexen.

In ihrem Atelier „Feines Hutwerk“ entwirft sie jetzt auch Alltagshüte für die Stadt und den Urlaub. Stoffkreationen kosten ab 100 Euro, Modelle aus Filz oder Stroh ab 200 Euro. Acht Stunden Arbeit steckt in einem Kopfschmuck. „Man braucht viel Leidenschaft für unseren Beruf, denn reich wird man nicht. Wer Geld verdienen will, sollte eher eine Banklehre machen“, meint Hein. - coh

© handwerk-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen