Geschäftsideen -

Top Gründer im Handwerk Deutschlands beste Senkrechtstarter

Mit Möbeln, Wärmepumpen und Frisuren, vor allem aber mit cleveren Geschäftsmodellen haben es drei vorbildliche Unternehmen aufs Siegertreppchen geschafft. Am Samstag wurden sie auf dem Bundeskongress der Handwerksjunioren in Hamburg zu den „Top Gründern im Handwerk“ gekürt. Wir stellen Ihnen die drei Sieger vor – und ihre pfiffigen Ideen.

Ausgelobt wurde der 12. Top Gründer Wettbewerb von ´handwerk magazin´ mit seinen Partnern Signal Iduna Gruppe und Adolf Würth GmbH & Co. KG sowie dem Zentralverband des Deutschen Handwerks unter der Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministeriums.

Teilgenommen haben 100 Selbständige aus 25 Gewerken, die ihren persönlichen Weg zum Erfolg präsentierten. Stark vertreten waren Friseure, Elektrotechniker, Bäcker/Konditoren, Schreiner und Zimmerer – gefolgt von den Gewerken Heizung/Sanitär, Metallbau, Maler, Modedesign/Schneiderei, Maurer/Betonbau und Kfz-Technik. Auch Meister der Glasbläserei, Hausmeisterei, Raumgestaltung und des Vergolderhandwerks bewarben sich.

Keine leichte Aufgabe für die Jury, aus der Vielzahl an Bewerbungen die besten drei Konzepte herauszufiltern. "Die Geschäftskonzepte werden immer besser, ebenso die Liquiditätsplanung", so Franz Falk, langjähriges Jury-Mitglied von der Handwerkskammer Stuttgart. Desweiteren in der Jury vertreten: Frank Berting (Junioren des Handwerks), Dieter Münch (Adolf Würth GmbH & Co. KG), Dr. Rainer Neumann (Zentralverband des Deutschen Handwerks), Dirk Schnittger (SIGNAL IDUNA Gruppe) und Holger Externbrink (Chefredakteur von handwerk magazin und Mit-Initiator des Wettbewerbs). Externbrink betont: " Die drei Top Gründer verkörpern die faszinierenden Marktchancen im Handwerk. Mit ungewöhnlichen Konzepten, Leidenschaft und unerschütterlichem Glauben an sich sind sie echte Vorbilder und machen anderen Mut zur Unternehmensgründung.“ 

Die Sieger – Drei Gründerpersönlichkeiten mit Weitblick

„Nur der Bessere kann sich behaupten“ – seinen Wahlspruch hat der 40-jährige Oliver Nick aus Leonberg in seinem Wärmepumpen-Unternehmen überzeugend wahrgemacht und gewann den ersten Platz, dotiert mit 10.000 Euro. Seinen Weg in die Selbständigkeit hat der Schwabe systematisch geplant. Nach der Lehre als Elektroinstallateur studierte er „Elektrische Energietechnik“ und „Versorgungs- und Umwelttechnik“.

Im Verlauf der Diplomarbeit erfand er ein Regelsystem zur Leistungssteigerung von Wärmepumpen und meldete es zum Patent an. „Ich habe mich schon als Student mit Entrepreneurship befasst und auf die Selbständigkeit vorbereitet“, beschreibt der Schwabe seinen Werdegang. 2008 gründete er sein Spezialunternehmen für die Installation von Wärmepumpen.

Dafür ist Wissen aus drei Handwerksberufen nötig: Elektro-, Heizungs- und Kältetechnik. Nicks Unternehmen vereint alle drei Gewerke – mit klaren Kosten- und Effizienzvorteilen gegenüber der Konkurrenz. „Der Jungunternehmer kann mit Recht stolz sein auf die Betriebsentwicklung“, so Laudator Norbert Heckmann von der Adolf Würth GmbH & Co KG. Sein Lohn: Die Auftragsbücher sind voll. weiter zum Videoportrait von Oliver Nick

Kreativköpfe mit Kundenorientierung

„Wir sind designverrückt, mit Spaß an der Gestaltung und Freude an unserem Handwerk“, bekennen J ulia Danckworth (Tischlermeisterin und Meisterdesignerin) und Kompagnon Ike Formen (Tischler und Möbeldesigner). Sie konnten sich über den zweiten Platz mit 5.000 Euro Prämie freuen. Ihr Aachener Unternehmen „handwert möbeldesign“ entwirft und baut außergewöhnliche Möbel und entwickelt individuelle Raumkonzepte.

Ideenreiches Handwerk, das stets gemeinsam mit dem Kunden umgesetzt wird. Nicht nur die Kreativität der 35- und 33-jährigen Jungunternehmer überzeugte die Jury, sondern auch die gute Vorbereitung der Existenzgründung. „Frau Danckworth hat gezielt Erfahrung im Ausland erworben, ließ sich intensiv beraten und setzte die Tipps der Profis um“, würdigte Dirk Schnittger (Signal Iduna Gruppe) die unternehmerische Leistung. Anerkennenswert sei auch das hohe Engagement für die Ausbildung von Jugendlichen. weiter zum Videoportrait von Julia Danckworth und Ike Formen

Marktstratege und eigener Mitbewerber

Als dritter Sieger im Rennen um die vorbildlichsten Handwerksgründer konnte Friseurmeister Klaus-Peter Sprenger, 41, einen Scheck über 2.000 Euro entgegennehmen. „Den eigenen Salon zu führen, war schon immer mein Ziel“ sagt der Chef von „Hair Sprenger“. Nach der Lehre im elterlichen Betrieb ging er mit 16 auf ein renommiertes Friseur-Internat. Mit 20 war er jüngster Ausbilder in Deutschland.

Wichtige Erfahrungen, um im hart umkämpften Markt zu bestehen, sammelte er als Trainer und Dozent im In- und Ausland. Sprengers Überzeugung wuchs, dass er auch als Billiganbieter mit einer ausgefeilten Strategie hervorragende Chancen hätte. Er übernahm ein Lizenzkonzept und eröffnete in Neukirchen-Vluyn in drei Jahren drei Läden, davon einen hoch- und einen niedrigpreisigen in der gleichen Straße.

„Möglich ist diese ungewöhnliche Kombination aus Premium- und Billigsalon nur durch seine klare Zwei-Marken-Strategie“, betonte Ministerialdirigent Schönleiter vom Bundeswirtschaftsministerium. Preiswürdig fand die Jury zudem die hohen Investitionen in die Weiterbildung der 20 Mitarbeiter und das ideenreiche Marketing mit Fotoshootings, Schmink- und Stylingseminaren oder Charity-Aktionen. weiter zum Videoportrait von Klaus-Peter Sprenger

© handwerk-magazin.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen