Wirtschaft -

Tiefststand bei Insolvenzen

Sowohl die Zahl der Unternehmensinsolvenzen (- 8,9 Prozent), als auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen (- 4,9 Prozent) gingen 2014 zurück. Mit 23.800 Unternehmensinsolvenzen stellt 2014 den niedrigsten Stand seit Einführung der Insolvenzordnung vor 15 Jahren dar.

Der fünfte Rückgang in Folge wurde begünstigt durch einen vergleichsweise einfachen Zugang zu Finanzmitteln, eine positive Ertragssituation im Mittelstand und weitgehende konjunkturelle Stabilität, meldet creditreform in seiner aktuellen Untersuchung.

Junge Unternehmen (unter fünf Jahre) waren 2014 seltener unter den Insolvenzkandidaten zu finden als im Vorjahr. 28,4 Prozent aller registrierten Insolvenzen entfielen auf diese Altersgruppe der Jungunternehmen (Vorjahr: 29,8 Prozent). Der Rückgang dürfte laut creditreform mit besser vorbereiteten und eher chancenorientierten Unternehmensgründungen der letzten Jahre zusammenhängen, was sich mittlerweile in stabileren Unternehmensgründungen widerspiegelt.

Das Insolvenzgeschehen 2014 war geprägt von Kleinstinsolvenzen. In acht von zehn Fällen (80,9 Prozent) betrug die Mitarbeiterzahl in den betroffenen Unternehmen maximal fünf (Vorjahr: 79,5 Prozent). Mittlere und größere Unternehmen konnten offenbar stärker von der guten Konjunkturlage der zurückliegenden Monate profitieren.

Alle vier Hauptwirtschaftsbereiche – Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Handel und Dienstleistungen – verzeichneten geringere Insolvenzzahlen. Am deutlichsten fiel der Rückgang im Verarbeitenden Gewerbe aus (- 18,9 Prozent auf 1.760 Fälle). Im Baugewerbe (3.450 Fälle) betrug dieser dagegen nur - 5,7 Prozent. Die Insolvenzquoten (Zahl der Insolvenzen in Relation zum Unternehmensbestand in einer Branche) sanken entsprechend. Diese relative Insolvenzbetroffenheit liegt gesamtwirtschaftlich bei 73 Insolvenzfällen je 10.000 Unternehmen (Vorjahr: 80). In den Wirtschaftsbereichen reicht hierbei die Spanne von 42 (Vorjahr: 52) im Verarbeitenden Gewerbe bis 95 (Vorjahr: 101) im Baugewerbe.

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