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Standort Deutschland Studie: Den Deutschen fehlt das Gründer-Gen

Besser als sein Ruf, aber mit reichlich Potenzial für Verbesserungen: Beim Global-Entrepreneurship Index (GEI), der die Standortqualität für Gründer abbildet, belegt Deutschland erneut einen Rang unter den besten 15 Ländern der Welt. Schwächen zeigen sich vor allem bei der Infrastruktur und der unternehmerischen Kompetenz.

Bei der Ermittlung des GEI werden sowohl die unternehmerischen Qualitäten der Menschen als auch die gründungsrelevante institutionelle Qualität eines Landes in 14 Rubriken herangezogen. Die jeweiligen  Prozentangaben des Index sind dabei als Maß für die Effizienz der gründungsrelevanten Ressourcen eines Landes zu interpretieren.

Zu wenig unternehmerische Qualität in der Bevölkerung

Wie die Analyse von KfW-Research zeigt, schneidet Deutschland mit einem Wert von 63 Prozent in der Personenwertung deutlich schlechter ab als in der Institutionenwertung. Dort wird mit einer Effizienz von 88 Prozent im Vergleich mit 137 Ländern ein deutlich besserer Wert erzielt. Während also die unternehmerischen Qualitäten in der Bevölkerung deutlich hinterher hinken, braucht die gründungsrelevante institutionelle Qualität den internationalen Vergleich nicht zu scheuen.

Es hapert am Networking und der Vermittlung von Unternehmerwissen

Der Blick auf die vom GEI abgedeckten Rubriken zeigt für Deutschland ein gemischtes Bild. Während die Themen Internationalisierung, Technologieabsorption, Wettbewerb, Gründungskultur und Prozessinnovationen im internationalen Vergleich sehr gut abgedeckt werden, offenbart der Index in den Bereichen Networking und Humankapital deutliche Schwächen. Auch die Platzierungen bei Produktinnovationen und Gründungskompetenzen sind nach Aussage der KfW unbefriedigend.

Neues Schulfach: wie gründe ich ein eigenes Unternehmen?

Um das Ranking zu verbessern und den Gründerstandort Deutschland zu stärken, schlagen die Experten von KfW-Resarch ein Maßnahmebündel vor. Hier die wichtigsten Vorschläge im Überblick.

  • Networking: Ausbau von Gründungsinfrastruktur, Kommunikationstechnologien und verschiedener Dimensionen (u. a. Breitbandversorgung, Inkubatoren, Gründerevents, Plattformen).
  • Humankapital und Gründungskompetenzen: Vermittlung von unternehmerischen Kenntnissen bereits in der Schule sowie Förderung von Coaching- und Weiterbildungsmaßnahmen.
  • Produktinnovationen: Unterstützung von Forschungskooperationen zwischen Universitäten und Wirtschaft, Förderung der Technologieoffenheit in der Bevölkerung sowie der Abbau von Zukunftsängsten.

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