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Steuernachzahlungen Bund der Steuerzahler geht gegen hohe Zinsen vor

Anleger erhalten am Markt faktisch keine Zinsen mehr. Das Finanzamt rechnet sich dagegen mit einem Zinssatz von 6 Prozent im Jahr auf Steuernachzahlungen reich. Unternehmer können jetzt von einem Musterverfahren dagegen profitieren.

Darum geht es:

Der Fiskus verlangt einen Zins von 0,5 Prozent pro Monat, wenn Unternehmer oder Arbeitnehmer und Rentner ihre Steuern zu spät bezahlen. Der Bund der Steuerzahler unterstützt jetzt die Klage eines Ehepaares vor dem Finanzgericht Münster (10 K 2472/16 E).

Der Fall:

Das Finanzamt brauchte mehr als zehn Monate, um die gemeinsame Steuererklärung zu bearbeiten. Auf die Nachzahlung berechneten die Fiskaldiener 6 Prozent Zinsen. Schlimmer noch: Die Nachzahlung für die Steuererklärung 2010 wurde erst in 2016 festgesetzt, entsprechend hoch fiel sie angesichts des horrenden Strafzinses aus. Dabei war das Paar nicht schuld an der Verzögerung.

Fazit des Bundes der Steuerzahler:

Ebenso betroffene Steuerzahler können mit Verweis auf das anhängige Verfahren in Münster sowie ergänzend auf ein Verfahren vor dem Bundesfinanzhof (AZ: I R 77/15) Einspruch gegen ihren Steuerbescheid einlegen und Ruhen des Verfahrens beantragen. Bei einem für sie positiven Ausgang erhalten sie dann zu viel gezahlte Zinsen zurück.

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