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Europa-Vergleich Spritpreise 2021: So teuer ist der Urlaub mit dem Auto

Seit Jahresbeginn 2021 sind fossile Brenn- und Kraftstoffe durch die Anpassung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes und die damit verbundene Erhöhung des CO₂-Preises in Deutschland erheblich teurer. Gleichzeitig ist Urlaub mit dem Auto in Zeiten der Pandemie attraktiver geworden. Hier können Sie in Europa noch günstig tanken.

Topic channels: TS Urlaub und TS Sommer

Der klimaschutzbedingte Emissionshandel für Brennstoffe ist mit einem fixen CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne gestartet. Dadurch verteuert sich laut ADAC der Liter Benzin um rund sieben Cent, der Liter Diesel um rund acht Cent. Bis 2025 soll der CO2-Preis sogar schrittweise auf 55 Euro je Tonne steigen. Ziel dieser Maßnahme sei, fossile Brenn- und Kraftstoffe weniger attraktiv zu machen und zum Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen anzuregen.

Mobilitätsprämie und Entfernungspauschale entlasten Pendler, aber keine Urlauber

Für Pendler wird diese Mehrbelastung immerhin durch die Mobilitätsprämie in Höhe von fünf Cent oder die Erhöhung der Entfernungspauschale ab dem 21. Entfernungskilometer um fünf Cent pro Kilometer auf nun 35 Cent (teilweise) ausgeglichen, für Urlauber wird es allerdings spürbar teurer – zumindest bei einem Urlaub in Deutschland. Und das, obwohl der Urlaub mit dem Auto durch Corona deutlich populärer geworden ist: Setzten 2019 noch 44 Prozent auf das Reiseverkehrsmittel Auto, waren es 2020 laut ADAC-Tourismusstudie 2021 63 Prozent.

Benzinpreise in Europa: Niederlande am teuersten, Bulgarien am günstigsten

Betrachtet man hingegen ganz Europa, lassen sich trotz gemeinsamer Klimaschutzanstrengungen erhebliche Unterschiede beim Benzinpreis feststellen: Zu Beginn der Ferienzeit 2021 (Pfingstferien) lagen in Europa laut AvD zwischen dem güngstigsten Benzinpreis in Bulgarien und dem teuersten Benzinpreis in den Niederlanden immerhin stolze 73 Cent je Liter. Hier die Benzinpreistabelle der KW 22:

Land Preis für einen Liter Super-Kraftstoff
Niederlande 1,77 Euro
Norwegen 1,67 Euro
Dänemark 1,65 Euro
Finnland 1,63 Euro
Griechenland 1,61 Euro
Portugal 1,60 Euro
Italien 1,59 Euro
Schweden 1,57 Euro
Deutschland 1,55 Euro
Frankreich 1,52 Euro
Irland 1,48 Euro
Belgien 1,44 Euro
Großbritannien 1,42 Euro
Schweiz 1,41 Euro
Europa (Durchschnittswert) 1,40 Euro
Estland 1,39 Euro
Kroatien 1,38 Euro
Slowakei 1,36 Euro
Spanien 1,35 Euro
Malta 1,34 Euro
Lettland 1,30 Euro
Luxemburg 1,29 Euro
Tschechien 1,26 Euro
Österreich 1,25 Euro
Litauen 1,23 Euro
Zypern 1,23 Euro
Ungarn 1,22 Euro
Slowenien 1,19 Euro
Polen 1,18 Euro
Rumänien 1,12 Euro
Bulgarien 1,04 Euro

Quelle: AvD (22. KW 2021)

Grund für die großen Unterschiede beim Benzinpreis ist die Zusammensetzung der Kosten: Der Preis an der Zapfsäule setzt sich in Deutschland beispielsweise aus 65,45 Cent pro Liter Mineralölsteuer, 19 Prozent Mehrwertsteueraufschlag und natürlich den Deckungskosten zusammen, die die Mineralölkonzerne brauchen, um Kosten und Gewinn abzudecken. In anderen Ländern kann der Anteil an Mineralölsteuer aber wesentlich geringer ausfallen, dazu ist gegebenenfalls auch die Mehrwertsteuer geringer. Insgesamt entstehen so für den Liter Benzin also deutlich weniger Kosten, was der Kunde letztlich auch im Geldbeutel spürt.

Tipp: Abends tanken spart viel Geld

Ein weiterer Faktor für die Benzinkosten ist auch die Tageszeit. Wie vielerorts Schlangen vor Tankstellen beweisen, richten sich viele Verbraucher bereits danach, möglichst abends zu tanken. Und in der Tat: In der Regel tanken Sie zwischen 18 und 19 Uhr am günstigsten. Das gilt übrigens nicht nur für Deutschland. Auch in Österreich ist das Benzin laut AvD in dieser Stunde am günstigsten. Aber vorsicht: Zu viel Zeit sollten Sie sich nicht lassen. Während der Kraftstoffpreis durchschnittlich bis 22 Uhr weiter vergleichsweise niedrig bleibt, zieht der Wert ab 23 Uhr kräftig an und ist dann bis 5 Uhr morgens am Folgetag durchschnittlich am teuersten.

Hinweis: Mit welchen Kosten Sie im Vergleich dazu für Autostrom rechnen müssen, können Sie in unserem Ökostrom-Rechner für Autostrom nachrechnen:

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