Betrieb -

Sparringspartner für Chefs

Völlig zu Unrecht. Denn betriebliche Sorgen – von maulenden Mitarbeitern bis zur unsicheren Betriebsnachfolge – gehören schlicht zum Unternehmeralltag. Besonders hart trifft es Familienbetriebe. Probleme in der Firma sind gleichzeitig Sorgen in der Familie – und umgekehrt. Wenn Firma und Privatleben so eng miteinander verwoben sind, fehlt den Betroffenen meist der nötige Abstand – und ein Ausgleich zwischen den beiden Lebensbereichen.

Wohin da mit geschäftlichen Sorgen? Oft muss der Ehepartner als seelischer Mülleimer herhalten. Keine gute Idee, denn ihm fehlen Abstand und Objektivität. Genauso wenig empfehlenswert ist es aber auch, die Probleme mit sich allein ausmachen zu wollen. „Menschen, die alles in sich hineinfressen, sehen die Situa-tion nur aus einem Blickwinkel und treffen so womöglich falsche Entscheidungen“, warnt Expertin Beate Klutmann.

Doch wie finden Unternehmer passende Gegenspieler? Neben den von Kammern und Fachverbänden organisierten Netzwerken lohnt oft auch ein Blick ins geschäftliche und private Umfeld – beim Meister-Stammtisch, in der Kirchengemeinde, im Sport- oder Schützenverein sowie in Sozialen Netzwerken wie Xing oder www.alles-handwerksmeister.de. Unternehmerinnen können zudem in Frauennetzwerken nach einer Sparringspartnerin für einen Dialog auf Augenhöhe unter Chefinnen suchen.

Geben und Nehmen ist Pflicht

Doch Vorsicht: Die selbst geschaffene Community für den vertraulichen Austausch ist keine Einbahnstraße. Einsteiger sollten sich nicht erst danach erkundigen, was sie selber bekommen können, sondern gleich zu Beginn darauf achten, erst einmal zu geben. Kontakte zum Beispiel oder Informationen, Erfahrungen oder Fachkenntnisse, Anerkennung oder Dank. Um nicht hektisch unter Zeitdruck auf Hilfe angewiesen zu sein, gibt es für das Netzwerken on- und offline eine wichtige Grundregel: Frühzeitig aufbauen – am besten dann, wenn man noch keinen Rat braucht.

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