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Sparringspartner für Chefs

Finanzfragen, Familienzwist oder Kundenärger: Selber entscheiden ist zwar prima, doch bei heiklen Fragen wünschen sich Chefs gerne eine zweite Meinung. Wie Sie passende Sparringspartner finden.

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Man spricht nicht über Geld. Schade eigentlich – zumindest für Nikolaus Zambo. Der Chef von Zambo Sicherheitstechnik in Velbert suchte dringend eine zweite Meinung in Sachen Unternehmensfinanzierung. Doch woher nehmen? „Berater stecken oft nicht tief genug in der Materie, und Banker haben ihre eigenen Ziele im Auge“, so der Chef von sechs Angestellten. Bei kniffligen Themen war der Elektroinstallateur und Betriebswirt des Handwerks daher lange auf sich allein gestellt. Gar nicht gut, wie der 46-Jährige fand: „Mir war es wichtig, mich mit meinen Fragen nicht ins stille Kämmerlein zurückzuziehen.“

Damit spricht Zambo das aus, was viele Firmenchefs im Handwerk empfinden: Wo lässt sich bei geschäftlichen Zwickmühlen und sensiblen Fragestellungen eine zweite Meinung einholen? Den meisten Freunden fehlt die unternehmerische Ader, die Mitarbeiter bewegen sich nicht auf Augenhöhe, und vor der Konkurrenz will man sich schon gar nicht bloßstellen.

Keine Frage: „Handwerksunternehmer sind einsam an der Spitze, müssen es aber nicht bleiben“, sagt Beate Klutmann, Psychologin an der Berlin School of Economics. Wer sich für ein ehrliches Feedback öffne, könne lernen und neue Vertraute gewinnen. Die Ansprüche an diese Partner sind allerdings hoch: Neutral müssen sie sein und fachkundig, zugleich ehrlich und einfühlsam – und natürlich: vertrauenswürdig. „Gesucht wird jemand, der zuhören und seinen Mund halten kann“, bringt Klutmann es auf den Punkt.

Austausch spart Kosten

Zambo lernte seinen Mentoringpartner bei einem Unternehmerworkshop der Kammer Düsseldorf kennen: Markus Berendonck, Inhaber von Naturstein Berendonck in Duisburg, 14 Mitarbeiter. Anderes Gewerk, aber dieselbe Position. Nach diversen Gesprächsrunden ist er für ihn mittlerweile „so etwas wie ein Seelenverwandter für die menschlichen und kaufmännischen Herausforderungen der Unternehmensführung“, so Zambo. „Er sieht die Welt durch dieselbe Brille wie ich.“ Der Austausch gleiche einem kreativen Brainstorming. „Unternehmerische Aufgaben werden nun doppelt durchdacht“, so Zambo.

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