Einkommensteuern -

Digitale Steuererklärung Software gibt Steuertipps

Mit dem Onlineportal der Finanzverwaltung "ElsterOnline" mit praktischen Eingabehilfen kann die Einkommensteuererklärung elektronisch übermittelt werden. Steuertipps sind vom Fiskus aber nicht zu erwarten – dafür gibt es spezielle Software. Das sollten Sie beachten.

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900 Euro: So hoch lag nach jüngsten Feststellungen des Statistischen Bundesamtes die durchschnittliche Steuererstattung von Arbeitnehmern. Leicht verdientes Geld – zumal die erforderlichen Angaben mit Unterstützung moderner Steuersoftware schnell gemacht sind.

Über das amtliche Steuerportal "ElsterOnline" können sich Steuerpflichtige eine „Vorausgefüllte Steuererklärung“ (VaSt) herunterladen. Darin sind bereits viele Daten aufgenommen, die dem Finanzamt über die betreffende Person bekannt sind. Im VaSt-Belegabruf enthalten sind zum Beispiel die Inhalte von Lohnsteuerbescheinigungen, Sozialversicherungsbeiträge, Arbeitslosengeld- und Rentenzahlungen. Nachteil: Die Freischaltprozedur der an sich praktischen Lösung erfordert etwas Geduld. Da es zu Übermittlungsfehlern zwischen den beteiligten Behörden und Unternehmen kommen kann, sollten die Finanzamtsdaten anschließend genau geprüft werden.

ELSTER ist gute Eingabehilfe

Ganz gleich, ob mit oder ohne VaSt: Via "ElsterOnline" kann die Einkommensteuererklärung elektronisch übermittelt werden. Software-Installationen sind nicht erforderlich. Gebühren fallen ebenfalls nicht an. Das Onlineportal der Finanzverwaltung bietet allerdings nur eine Eingabehilfe: Steuertipps sind vom Fiskus nicht zu erwarten. Das gilt auch für "ElsterFormular": "Die von den Finanzbehörden kostenlos bereitgestellte Windows-Software erleichtert die Datenerfassung und hilft beim Ausdrucken der Steuererklärung und der elektronischen Datenübermittlung", sagt Dr. Robert Mayr, Vorstandsvorsitzender der DATEV.

Kommerzielle Steuerprogramme für rund 10 bis 30 Euro

Wer mehr als eine Eingabehilfe erwartet, muss ein paar Euro investieren. Für rund 10 Euro bis 30 Euro sind kommerzielle Steuerprogramme erhältlich, die Schritt für Schritt durch die Steuererklärung führen. Zu jeder Eingabezeile gibt es Hinweise und Steuertipps.

Vor der Abgabe machen die Programme zudem Vorschläge, wie sich die Steuerlast weiter senken lässt. Bei wiederholtem Software-Einsatz lassen sich die Vorjahresdaten bequem ins neue Jahr übernehmen. Da sich die Lebensverhältnisse und Besteuerungs-Grundlagen bei Arbeitnehmern oft nur geringfügig ändern, ist damit bereits die halbe Arbeit erledigt.

Steuersoftware für unterschiedliche technische Plattformen

Steuer-Software gibt es für ganz unterschiedliche technische Plattformen:

  • Computerprogramme. Klassische Computerprogramme werden auf dem Notebook oder Windows-PC installiert (Einige Produkte unterstützen auch das MacOS)
  • Preisgünstige Computerprogramme. Für einfache Steuerfälle genügen bereits preisgünstigere Produkte.
  • Apps. Einige Anbieter stellen Smartphone- und Tablet-Apps für die Steuererklärung zur Verfügung.
  • Online-Tools. Online-Lösungen ermöglichen die Steuererklärung per Internetbrowser.
Webbasierte Lösungen sind dabei vor allem dann praktisch, wenn nachträglich Steuererklärungen abzugeben sind: Auf diese Weise erübrigen sich die anderenfalls erforderlichen Mehrfachinstallationen früherer Programmversionen.

Prüfmodule für Steuerbescheide

Weiterer Vorteil der Software-Unterstützung: Steuerpflichtige können bei der Übermittlung ihrer Steuererklärung einen elektronischen Steuerbescheid anfordern. Die meisten kommerziellen Steuerprogramme enthalten Prüfmodule, mit denen sich diese Bescheide kontrollieren lassen. Sollte ein Einspruch erforderlich sein, bieten sie außerdem Argumentations- und Formulierungshilfen.

Fazit: So nützlich Computer-Software, Apps und Online-Dienste sein mögen – sobald es komplizierter wird oder um viel Geld geht, empfiehlt sich der Gang zum Experten. Zwar verlangen Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine für ihre Dienstleistungen Honorare oder Mitgliedsbeiträge. "Die externe Unterstützung durch einen Steuerprofi kann sich aber trotzdem lohnen: Über höhere Steuererstattungen macht sich ein guter Berater möglicherweise schnell bezahlt", rät Steuerberater Dr. Robert Mayr.

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