IT -

So werden Sie gefunden

Web-Auftritt | Was nützt die schönste Homepage, wenn keiner darauf kommt? Die Proficheck-Aktion zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Ranking bei Google + Co. verbessern und Ihre Internetseite optimieren.

Nur drin sein reicht heutzutage nicht, das war Georg Malinowski schon länger klar. Als er vor einem Jahr in handwerk magazin von der Proficheck-Aktion las, hat der Inhaber eines Gebäudetechnikbetriebs in Köln als einer der ersten seinen Webauftritt prüfen lassen. „Unsere Homepage war schon ein paar Jahre alt und wurde mit privater Unterstützung erstellt, deshalb wusste ich, dass es Verbesserungspotenzial gibt“, erklärt der Chef von acht Mitarbeitern.

Wie richtig sein Gefühl war, zeigte kurze Zeit später die erste Auswertung durch die Webprofis von der Asset New Media GmbH (anm) in München: „Das Gesamtergebnis war gerade noch befriedigend, aber vor allem die Punkte Suchmaschinentauglichkeit und Kommunikation fielen beim Check komplett durch“, fasst anm-Mitarbeiterin Sabine Beer das Ergebnis zusammen. Um seinen Auftritt professioneller zu gestalten, erarbeitete Georg Malinowski gemeinsam mit einer Agentur ein neues Konzept für seinen Internetauftritt: „Die Homepage ist das Spiegelbild des Betriebs, deshalb ist es wichtig, hier die eigenen Vorstellungen mit einzubringen.“

Rund 5000 Euro hat der Kölner Unternehmer in seinen neuen Internetauftritt investiert. Ein im Verhältnis zur Betriebsgröße stolzer Betrag, der allerdings gut angelegt ist, wie Malinowski ausdrücklich betont: „Das Netz ist wie ein Schaufenster, das man heutzutage einfach braucht, um wahrgenommen zu werden.“ Damit dies gelingt, kommt es jedoch entscheidend darauf an, dass die Homepage bei den gängigen Suchmaschinen möglichst weit oben platziert ist. „Wie die Proficheck-Aktion zeigt, gibt es hier im Handwerk einen enormen Nachholbedarf“, weiß Sabine Beer.

Google einfach ignoriert

Von den 82 bisher im Rahmen der Aktion ausgewerteten Webauftritte erhielt fast die Hälfte ein „ungenügend“ oder „mangelhaft“ bei der Beurteilung der Suchmaschinentauglichkeit. Nach Ansicht von Expertin Beer resultiert die schlechte Bewertung zumeist daraus, dass das Thema bei der Erstellung der Webseiten schlichtweg ignoriert wird. Ein ähnlich

großes Defizite haben die Webprofis im Bereich Kommunikations-Management ausgemacht: „Die schlechte Bewertung vieler Seiten im Check resultiert meist daraus, dass auf Anfragen keine oder eine viel zu späte Reaktion erfolgte“, erklärt Beer das Benotungsraster.

Solche Unzulänglichkeiten konnte und wollte sich Georg Malinowski nicht länger leisten: „Wir haben 2006 ein Fünftel unseres Umsatzes über das Netz realisiert, ohne diesen Anteil würden wir nicht so gut dastehen.“

Nach Einschätzung der anm-Experten hat die Neugestaltung einen entscheidenden Anteil an der Erfolgsbilanz: So hat sich Malinowski bei der Suchmaschinentauglichkeit von vorher 20 auf heute 93 Prozent verbessert, auch die

Beurteilung für das Kommunikations-Management konnte von null auf 75 Prozent gesteigert werden. „Zusammen mit den Fortschritten bei den anderen Bewertungspunkten konnte Georg Malinowski seine Gesamtnote von mäßigen 45 auf ausgezeichnete 91 Prozent steigern“, kommentiert Sabine Beer.

Obwohl ihn das Lob natürlich sehr gefreut hat, weiß Georg Malinowski, das er sich auf diesen Lorbeeren nicht lange ausruhen kann: „Das Netz lebt und man muss die Inhalte ständig anpassen.“ Im Alltag sammelt er deshalb seine Ideen für neue Inhalte in einem Ordner, alle drei Monate wird die Homepage überarbeitet. Dafür muss der Gebäudetechniker jährlich etwa 500 bis 600 Euro investieren. „Verglichen mit einer Anzeige in den gelben Seiten ist der Betrag wirklich überschaubar“, so Malinowski.

Wie wichtig es mittlerweile ist, übers Netz auch tatsächlich gefunden zu werden, zeigt ein Blick in die Statistik des Bundesverbands Informationstechnik, Telekommunikation und neue Medien in Berlin (Bitkom). Danach waren im letzten Jahr bereits drei von vier Haushalten mit einem Computer ausgestattet. Da das Online-Shopping laut Bitkom „die Lieblingsbeschäftigung der deutschen PC-Nutzer ist“, verzichten die Homepage-Muffel unter den Handwerkern auf ein beträchtliches Potenzial.

So hat die Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF) in ihren „Internetfacts 2006“ festgestellt, dass jeder dritte Internetnutzer über ein Haushaltsnettoeinkommen von 3000 Euro und mehr im Monat verfügen kann. Da der klassische Nutzer aber gleichzeitig durch seine Berufstätigkeit nur wenig Zeit hat, stehen für 85 Prozent der Surfer Information und Recherche in Suchmaschinen ganz oben auf der Hitliste

Georg Malinowski hat inzwischen die Erfahrung gemacht, dass auch gewerbliche Kunden verstärkt das Internet zur Suche nach neuen Auftragnehmer nutzen. So hat er über seine Homepage zwei bis drei Großbetriebe als Kunden gewonnen, die sich in Köln und Umgebung neu angesiedelt haben.

Doch auch in der Region etablierte Firmen sind über die Homepage schon zu neuen Malinowski-Kunden geworden: „Die schauen eben im Netz nach, welchen Dienstleister man noch so nehmen könnte“, freut sich der Gebäudetechniker über den guten Zuspruch. Mit seinem professionellen Auftritt hebt sich Malinowski wohltuend von den vielen leblosen Firmenprospekten im Netz ab. Denn noch haben längst nicht alle begriffen, dass drin sein nicht ausreicht. K

kerstin.meier@handwerk-magazin.de

© handwerk-magazin.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen