Einlagensicherung: Wie viel Geld bei den Banken sicher ist

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In der Euro-Krise fürchten Handwerker um ihre Rücklagen. Sicherungssysteme schützen die Einlagen heute besser – was Sie beachten sollten.

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So sicher ist Ihr Geld

Der Schock über die Pleite der isländischen Kaupthing Bank sitzt tief. Fast neun Monate mussten 34000 deutsche Kunden um ihre Ersparnisse fürchten. Sie bekamen ihr Geld zurück. Mit der Euro-Krise fürchten viele Handwerker wieder um ihr Geld. Gerade dann, wenn sie Rücklagen bei ausländischen Banken geparkt haben. Allerdings hat die EU seit der Finanzkrise 2008 nachgebessert. Die Fakten im Überblick.

Einlagensicherung bei den Banken

Die gesetzliche Einlagensicherung greift in dem Land, in dem eine Bank ihren Hauptsitz hat. Die Bank of Scotland oder die niederländische Mone-you haben ihren Sitz in der Europäischen Union. Bei diesen Banken sind also pro Kunde inklusive Zinsen 100000 Euro geschützt. Auf Gemeinschaftskonten von zwei Anlegern sind es 200000 Euro. Der Schutz gilt für Guthaben von privaten und gewerblichen Kunden auf Girokonten, Sparbriefe, Tages- und Festgeld. Handwerkern mit großem Vermögen empfiehlt Christoph Hommel von der Verbraucherzentrale Bayern: „Sie können ihr Geld auf verschiedene Banken verteilen und so die gesetzliche Basissicherung mehrfach nutzen.“

Deutsche Privatbanken wie Deutsche Bank oder IKB direkt müssen Mitglied in der gesetzlichen Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) sein. Die EdB steht für 100000 Euro pro Kunde und Bank gerade. Zusätzlich sind die meisten Privatbanken freiwillig Mitglied des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). Der BdB sichert pro Kunde sogar Einlagen in Millionenhöhe ab. Handwerker, die sicher gehen wollen, legen ihr Geld bei deutschen Privatbanken an, die sich freiwillig als Mitglied dem BdB angeschlossen haben.

Die Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken haben dagegen eigene Sicherungssysteme für die Spareinlagen. Beide Banken-Gruppen garantieren Handwerkern im Ernstfall 100 Prozent ihrer Ersparnisse – ohne Obergrenze. Handwerker, die ihr Geld in Nicht-EU-Ländern anlegen wollen, sollten vorab die Einlagensicherung des Instituts überprüfen. Beispiel: Die schweizer Banken sichern Einlagen ihrer Kunden bis 100000 Schweizer Franken, rund 80000 Euro, ab.

Wenn die Bank pleite geht

Was Handwerker tun müssen, wenn ihre Bank pleite ist, ist von Land zu Land verschieden. Kunden deutscher Banken haben es leicht, sie müssen nur abwarten, bis sie von der Entschädigungseinrichtung einen Antrag erhalten, in dem ihr Guthaben inklusive Zinsen bereits eingetragen ist. Im Fall einer Insolvenz der Bank of Scotland, schickt die britische Einlagensicherung den Kunden ein Formular, in das sie ihre Forderungssumme eintragen müssen. Der Antrag wird überprüft, entschädigt wird in 20 Tagen. Für Kunden, die mehr als 100000 Euro dort angelegt haben, springt der BdB ein – bis zu maximal 250000 Euro.

Einschätzung

Handwerker sollten ihr Geld auf mehrere Institute verteilen. Oder sie wählen eine Bank mit unbegrenzter Sicherung wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Bislang haben die Sicherungssysteme Pleiten erfolgreich gemanagt. „Einer groß angelegten Pleitewelle wäre aber kein Fonds gewachsen“, sagt BdB-Mitarbeiterin Kerstin Altendorf. Hier könne nur der Staat helfen.