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Steuererklärung 2018 So lange warten Sie in Deutschland auf Ihren Steuerbescheid

Grundsätzlich haben die Steuerzahler bis zum 31. Mai Zeit, ihre Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen. Doch dann heißt es warten, denn nun sind die Finanzbehörden an der Reihe. Wie lange Sie in welchem Bundesland auf Ihren Steuerbescheid warten müssen, erfahren Sie hier.

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Regelmäßig fragt der Bund der Steuerzahler (BdSt) bei der Finanzverwaltung nach: „Wie lange dauert es bis zum Steuerbescheid?“ Der aktuelle Vergleich bezieht sich auf Steuererklärungen die bis zum 31. Dezember 2017 abgegeben wurden – also die neuesten Zahlen.

Allgemeine Bearbeitungszeiten im Durchschnitt

Zeit ist Geld – nicht immer, aber immer öfter. So arbeiteten im Jahr 2017 die Finanzämter in Berlin am schnellsten, dort muss man im Durchschnitt ca. 35 Tage auf seinen Steuerbescheid warten. Auf Platz zwei und drei folgen Hamburg sowie das Saarland. Das Top-Trio brauchte durchschnittlich vom Eingang der Steuererklärung bis zum Steuerbescheid weniger als 42 Tage. Während die Bürger in Bremen ein wenig mehr Geduld aufbringen mussten. Hier liegt die durchschnittliche Wartezeit bei knapp 56 Tagen. Auf die letzten Jahre gesehen, konnten sich die Bundesländer aber insgesamt verbessern und somit die Wartezeiten verringern. Allerdings ist es doch bedenklich, dass die Bearbeitungsspanne zwischen dem schnellsten und langsamsten Bundesland insgesamt rund 20 Tage beträgt.

So lange warten Arbeitnehmer auf den Steuerbescheid

Während die Berliner viel Kritik über die langwierigen Baumaßnahmen beim Flughafen BER über sich ergehen lassen mussten, bekommen sie aber dafür Lob, was die Steuererklärungen angeht. Hier gilt für die Arbeitnehmer eine durchschnittliche Wartezeit von 35 Tagen bis sie den Steuerbescheid im Briefkasten vorfinden. Gefolgt wird die Hauptstadt von dem Saarland und Rheinland-Pfalz. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen macht allerdings keine genaueren Angaben zur durchschnittlichen Bearbeitungszeit. Hier hält man sich wage mit der Aussage: Arbeitnehmer müssen sich zwischen zwei Wochen und sechs Monaten gedulden.

Schade, denn laut dem Statistischen Bundesamt gab es im Durchschnitt rund 935 Euro für die Arbeitnehmer zurück. Und niemand wartet gerne auf sein Geld.

Die Wartezeit für Selbstständige und Unternehmer

Selbstständige und Unternehmer aus Berlin können sich „glücklich schätzen“. Immerhin müssen sie nur rund 40 Tage auf ihren Steuerbescheid warten. Aber auch die Unternehmen aus Hamburg (Platz 2) und Bayern (Platz 3) können sich mit rund 45 Tagen nicht wirklich beschweren. Die Hessen hingegen sind mit unter das langsamste Bundesland: Stolze 60 Tage benötigen die Finanzverwaltungen dort. Zwar haben sich insgesamt fast alle Bundesländer verbessert, aber trotzdem gibt es noch Verbesserungspotenzial. Denn eine zügige Bearbeitung der Steuererklärung bedeutet für Unternehmer auch einen Vorteil beim Faktor „Standort“.

Platz Bundesland Wartezeit
1 Berlin 40 Tage
2 Hamburg 43 Tage
3 Bayern 45,3 Tage
4 Saarland 46,9 Tage
5 Rheinland-Pfalz 47,7 Tage
6 Bremen 49,2 Tage
7 Mecklenburg-Vorpommern & Sachsen 50 Tage
8 Schleswig-Holstein 51,1 Tage
9 Sachsen-Anhalt 51,3 Tage
10 Baden-Württemberg 52 Tage
11 Niedersachsen 53,7 Tage
12 Thüringen 55,5 Tage
13 Brandenburg 56,5 Tage
14 Hessen 64,8 Tage
15 Nordrhein-Westfalen 2 Wochen bis 6 Monate

Quelle: Bund der Steuerzahler


Service-Check zum Thema Steuererklärung

Fragen Sie sich auch oft, welche Aussagen zum Thema „Steuererklärung“ stimmen und wie Sie am schnellsten zu Ihrem Bescheid kommen? Der Bund der Steuerzahler hat ein paar Antworten im Service-Check für Sie:

  1. Wer früher abgibt, bekommt seinen Steuerbescheid auch schneller.
    Stimmt: Grundsätzlich werden die Einkommenssteuererklärungen in der Reihenfolge ihres Eingangs beim Finanzamt bearbeitet. Seit Anfang März 2018 können bereits Steuererklärungen für das Vorjahr abgegeben werden. Wer also jetzt direkt abgibt, bekommt seinen Steuerbescheid im Regelfall auch früher. Wer erst im Juni oder später dazu kommt, seine Einkommenssteuererklärung fertig zu stellen, der muss eventuell länger warten, da dann allgemein in den Ämtern mehr Erklärungen eintreffen und bearbeitet werden müssen.
  2. Elektronisch übermittelte Steuererklärungen werden bevorzugt und schneller bearbeitet.
    Stimmt nicht: Gegenüber der Papierform werden elektronisch abgegebene Steuererklärungen nicht bevorzugt. ABER: In einigen Bundesländern kann sich die Bearbeitungszeit der elektronisch übermittelten Steuererklärung um wenige Tage verkürzen, da die Daten bereits digital vorliegen und nicht erst im Finanzamt erfasst werden müssen. Wobei viele Bundesländer ihre Papierklärungen auch einscannen und somit der elektronische Weg dann im Finanzamt beginnt.
  3. Die Bearbeitung von Erstattungsfällen dauert länger.
    Stimmt nicht: Diese Behauptung lässt sich so nicht halten. Denn auch hier gilt grundsätzlich die Tatsache, dass die Steuererklärungen in der Reihenfolge ihres Eintreffens abgearbeitet werden.
  4. Ich habe den Eindruck, dass mein Finanzamt besonders langsam arbeitet, da die Bearbeitungsdauer deutlich von den Durchschnittszahlen abweicht.
    Grundsätzlich arbeiten alle Finanzämter mit der gleichen Software. Jedoch kann es tatsächlich sein, dass die Bearbeitungszeiten der einzelnen Finanzämter innerhalb eines Bundeslandes voneinander abweichen. Ursachen dafür können zum Beispiel die unterschiedlich starke Besetzung der Ämter wegen Urlaub, Elternzeit, Krankheit etc. sein oder aber bedingt durch das unterschiedliche Abgabeverhalten der Bürger.
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