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Showfliegen Total abgehobene Handwerkskunst

Gründer Daniel Golla träumte schon als Kind vom Fliegen. Als Showpilot ­begeistert er mit Modellflügen sein Publikum.

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Das Konzept

Daniel Golla entdeckte schon im Alter von zehn Jahren seine Leidenschaft für das Modellfliegen. Mehr als vierzehn Jahre Erfahrung und Entwicklung stecken in seinen eigens entwickelten Flugmodellen und den Shows. Der junge Modellflugartist zeigt mit seinem Flieger waghalsige Manöver, Loopings und Pirouetten, die stets mit musikalischen Klängen unterlegt sind. Seine Flieger konstruiert er mit viel handwerklichem Geschick. Die Modelle werden durch einen Akku angetrieben, der auch in Handys verbaut ist. Sie bestehen aus einem speziellen Styropor, das auch bei der Trittschalldämmung unter das Parkett gelegt wird. „Meine Flieger wiegen somit ungefähr so viel wie eine Tafel Schokolade“, sagt Golla.

Im September 2012 hängte der Mechantroniker seinen Job bei den Stadtwerken Kassel endgültig an den Nagel und machte sich mit seinem Bühnenprogramm selbständig. „Obwohl mein Arbeitgeber immer Verständnis für mein zweites Standbein hatte, ließ sich der Job mit meinen vielen Shows zeitlich und organisatorisch nicht weiter vereinbaren.“ Er arbeitete damals bis 16 Uhr im Betrieb und düste dann bis zu siebenmal die Woche zu seinen Shows, die häufig schon um 18 Uhr begannen.

Die Umsetzung

Der Anstoß für den Schritt in die Selbständigkeit kam mit seinen Auftritten im Zirkus „Flic Flac“ in Essen. Als dieser in seiner Heimatstadt gastierte, bewarb sich Golla dort um einen Auftritt. „Der Direktor nahm mich trotz anfänglicher Skepsis mit ins Showprogramm. Keiner wusste, ob diese Art der Unterhaltung erfolgversprechend ist, weil die Veranstalter ja, anders als bei einem Zauberer, nicht genau wussten, was sie und das Publikum erwartet.“ Mit weiteren Auftritten in Diskotheken, bei Firmenfeiern und im Varietétheater setzte der Showflieger zum Höhenflug an.

Der Erfolg

Im vergangenen Jahr hatte der gelernte Mecha­troniker insgesamt 300 Auftritte. Fernsehauftritte bei Stefan Raab, die Auszeichnung mit dem hessischen Gründerpreis und die positive Resonanz des Publikums bestärkten Golla in seinem Künstlerdasein. Die Selbständigkeit fördert der Hesse mit einem professionellen Marketing, in das er im letzten Jahr 10 000 Euro investiert hat. Mittlerweile gibt es vom Showartisten kleine Showflieger oder Schlüsselanhänger. Eine eigene Homepage und Facebookseite hat der Gründer Daniel Golla auch.

Der Erfolg hat aber auch seine Schattenseiten gezeigt: „Ich stand irgendwann kurz vor dem Burnout, weil die ganzen Auftritte und das ständige Reisen zu viel wurden. Mein hoher Anspruch an die Show und der Perfektionismus treiben mich an - aber man muss auch die Notbremse ziehen können“, sagt Golla. Bis die ersten Weihnachtsfeiern Anfang Dezember losgehen und Golla dann wieder zur Höchstform auflaufen will, nimmt er sich im November eine kleine Auszeit. Mit vollen Akkus bei sich und seinen Fliegern kehrt er dann zur Hochsaison auf die Bühne zurück. „Mit noch besseren Shows und neuen Elementen“, wie er sagt.

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