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Wettbewerb Seifriz-Preis 2020: Das sind die Gewinner

Zum 31. Mal hat der Verein Technologietransfer Handwerk e.V. den renommierten „Transferpreis Handwerk + Wissenschaft“ verliehen. Drei Handwerksbetriebe und deren Wissenschaftspartner dürfen sich über ein Gesamtpreisgeld von 15.000 Euro freuen. Zudem wurde auch ein Studierenden-Sonderpreis ausgelobt.

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Die Corona-Pandemie hat auch beim renommierten „Transferpreis Handwerk + Wissenschaft“ für neue Vorzeichen gesorgt: So erhielten die innovativen Handwerker und deren Wissenschaftspartner in diesem Jahr die Auszeichnung im Rahmen von regionalen Preisverleihungen vor Ort. Angeführt wurde die Seifriz-Preis-Delegation von Prof. Dr. Michael Auer, Vorstand der Steinbeis-Stiftung und Vorsitzender der Jury, Jürgen-Johannes Lau, Geschäftsführer der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks, sowie den Preisgeldsponsoren Thomas Gräßle und Bernd Sarnow von Signal Iduna. Unterstützung erhielt die Delegation von den Präsidenten der jeweiligen Handwerkskammern.

Und diese innovativen Projekte haben sich dem Motto „Meister sucht Professor“ besonders verschrieben und den Technologietransfer der Jury zufolge am erfolgreichsten in der Praxis umgesetzt:

Die rundesten Kugeln der Welt

Zusammen mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) entwickelten die Häfner Gewichte GmbH aus Oberrot und die Hauser GmbH & Co. KG aus Solms die rundesten Silizium-Kugeln der Welt – und brachten sie in industriellem Maßstab auf den Markt. Das Ziel: die globale Vermarktung. „Hintergrund dieser hochkomplexen Entwicklung ist die exakte Abbildung eines Kilogramms, welche nach der Ablösung des über 130-jährigen international vereinbarten Einheitensystems realisierbar wurde. Denn bis Mai 2019 galt das sogenannte Urkilogramm quasi als Maßstab aller Dinge, nun gilt die Definition einer Naturkonstante. Mit den entwickelten Silizium-Kugeln wurde die Abbildung dieses hochgenauen Kilogramms sowie dessen Aufbewahrung und praktische Nutzung möglich“, hieß es vom Veranstalter.

Digital zum Maßschuh

Der digitalen Prozesskette zur automatischen Konstruktion von Maßschuhen hat sich die Vickermann & Stoya Maßschuhe oHG aus Baden-Baden verschrieben. Gemeinsam mit dem Institut für Produktentwicklung und Gerätebau (IPEG) der Leibniz Universität Hannover unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Roland Lachmayer konzipierten die Baden-Württemberger einen digitalen Prozess zur Anfertigung individuell passender Schuhe. Einfach via App den Fuß aus drei verschiedenen Perspektiven fotografieren und das gewünschte Schuhmodell auswählen – fertig. Den Rest erledigt dann das digitale Tool. Aus dem einzigartigen Projekt ging übrigens das Unternehmen Modum als erfolgreiche Ausgründung zweier beteiligter Studenten hervor.

Innovative Lasten-Lift-Lösung

Beim WerStep-Lift, den die Profi Metall & Technik GmbH aus Stadtlohn in Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit dem Mechatronik Institut Bocholt entwickelt hat, handelt es sich um eine mobile Hubvorrichtung. Der Clou: Der Lasten-Lift lässt sich individuell transportieren und dank des cleveren Stecksystems einfach montieren. Zudem kann das innovative Produkt 125 Kilogramm in eine Hubhöhe von zwölf Metern stemmen, was beispielsweise Mitarbeiter auf der Baustelle erheblich entlastet.

Tiny House zum Anfassen

In einem handelsüblichen Container verbauten Studierende unter der Leitung von Robert Meyer vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und Prof. Dr.-Ing. Jens Pfafferott von der Hochschule Offenburg zusammen mit der bad & heizung Kreuz GmbH moderne Energietechnik. Das Ergebnis ist ein energieautarkes Tiny House zum Anfassen. Zum Hintergrund des Projekts: Die Ausstattung des Containers hatten Studenten der Hochschule Offenburg geplant, entwickelt und gemeinsam mit SHK-Auszubildenden installiert. „Auf einzigartige Weise ist das Projekt so zum Aushängeschild für alle Projektpartner geworden, indem es einen wichtigen Beitrag in der Berufsorientierung anderer junger Menschen leistet und innovative Technologien in der praktischen Umsetzung veranschaulicht. Deshalb wurde es mit dem Studierendensonderpreis ausgezeichnet“, so die Mitteilung.

Der Seifriz-Preis wird als Technologietransfer-Wettbewerb unter der Federführung des Baden-Württembergischen Handwerkstages durch den Verein Technologietransfer Handwerk e.V. veranstaltet. Unterstützung findet der Preis seit 2001 von der Holzmann Medien Gruppe und ihrem bundesweiten Wirtschaftsmagazin handwerk magazin sowie der Signal Iduna Gruppe für Versicherungen und Finanzen. Der Preis wird ermöglicht durch eine bundesweite Jury und dem Engagement einer Vielzahl von Beratern in den Kammern und Fachverbänden.

Die jeweiligen Preisträger stellen wir in den nächsten Ausgaben von handwerk magazin ausführlich vor.

Möchten Sie sich über die Preisträger der letzten Jahre informieren oder mehr über Technologietransfer erfahren, klicken Sie auf unsere Themenseite!

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