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Finanzierung der Selbstständigkeit Gründungsfinanzierung: 11 Förderfelder für Start-ups im Handwerk

Wer gründet, ist sich seiner Kompetenzen meist sehr bewusst. Keine Frage: Gründer im Handwerk können ihr Gewerk. Wenn es allerdings um die Finanzierung der Selbstständigkeit geht, kommen auch mal Zweifel auf: Wo gibt es welche Fördermittel, wie ist die Beantragung – und wer hilft? Hier ist der Überblick über die Förderfelder mit vielen Tipps und Links.

Topic channels: TS Banken, TS Eigenkapital, TS Gründungsfinanzierung, TS Start-up und TS Fördermittel

1. Beratungsförderung - Zuschuss

Wird der Gedanke von der Selbstständigkeit konkret, können Gründungswillige das Wissen anderer nutzen – die Bundesländer übernehmen einen großen Teil der Kosten für die Beratung. Dies zu nutzen ist klug: Die Erfolgsaussichten steigen deutlich, wenn ein Berater bei der Erstellung des Business-, Investitions- oder Finanzplans und bei der Finanzierung unterstützt. Einzige Voraussetzung: Der Experte muss gelistet sein. Beispielsweise bei
oder auch in den Handwerkskammern.

2. KfW- Förderkredite

Regierung und EU möchten das Unternehmertum fördern und gewähren zinsgünstige Darlehen mit tilgungsfreien Anfangsjahren. Das zugehörige Förder-
programm heißt European Recovery Program (ERP). Abgewickelt werden die Mittel über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Sie gewährt auch Kredite ohne Eigenkapital. Die wesentlichen Förderprogramme heißen

3. Gründungszuschuss

Wird gegründet, weil der Arbeitsmarkt keinen passenden Job bereithält und bezieht der Gründer Arbeitslosengeld I, zahlt der Bund einen Zuschuss: Für bis zu 15 Monate fließen 300 Euro zur sozialen Absicherung an den Neuunternehmer. Der Antrag muss bei der Agentur für Arbeit abgegeben werden.

4. Einstiegsgeld – Zuschuss

Wer bereits länger arbeitslos ist, erhält Arbeitslosengeld II. Um den Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen, fördert der Staat die angehenden Unternehmer mit einem Zuschuss für 24 Monate – die Höhe ist individuell. Voraussetzung: Die Gründung muss als Haupterwerb mit mindestens 15 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit geplant sein. Den Antrag nimmt die Agentur für Arbeit entgegen.

5. Mikro - Mezzaninfonds

Eigenkapital ist meist der Engpass für eine Kreditfinanzierung. Der Mezzaninfonds der Bundesregierung gewährt kleinen Unternehmen bis zu 50.000 Euro Kapital, das als Eigenkapital bilanziert wird. Damit steigt die Chance, weitere Kredite von Banken zu erhalten. Im Förderfokus stehen aus der Arbeitslosigkeit oder von Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund gegründete Unternehmen – und solche, die ausbilden.

6. High-Tech Gründerfonds (HTG) – Eigenkapital

Dieser 576 Millionen Euro schwere Fonds fördert Innovationen – also vor allem junge High-Tech-Unternehmen. Das gilt aber auch für technischen Fortschritt im Handwerk. Der HTG stellt seinen Unternehmen auch ein starkes Netzwerk und Coaching zur Verfügung.

7. INVEST – Zuschuss für Wagniskapital

Es ist nicht leicht, einen Kapitalgeber für die eigene Geschäftsidee zu finden. Der Bund (konkret: das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA) möchte private Investoren motivieren, Geld für Geschäftsideen bereitzustellen. Das macht er, indem er garantiert, 20 Prozent der investierten Summe zurückzuzahlen (Erwerbs-Zuschuss). Der Staat schenkt dem Gründer also ein Fünftel des von Investoren gegebenen Wagniskapitals. Bei Verkauf gibt es einen Exit-Zuschuss: 25 Prozent des Gewinns können steuerlich angerechnet werden. Die Summe ist auf 80 Prozent des Investitionsbetrages beschränkt und der Veräußerungsgewinn muss mindestens 2.000 Euro betragen. Der Antrag auf „förderfähig für INVEST“ wird online bei bafa.de gestellt.

8. EXIST- Gründerstipendium

Mit dem EXIST-Gründerstipendium werden Studenten sowie Absolventen und Wissenschaftler aus Hochschulen gefördert. Auch Mitglieder außeruniversitärer Forschungseinrichtungen und Gründerteams können sich für das Stipendium bewerben. Für maximal ein Jahr erhalten die Gründer bis zu 3.000 Euro monatlich zur Sicherung des persönlichen Lebensunterhalts, maximal 30.000 Euro für Sachausgaben und 5.000 Euro für Coaching. Mehr Infos auf: exist.de.

9. Business Angels

Unternehmer investieren gern in Unternehmen – das ist ihnen oftmals lieber als ein Investment an der Börse, denn mit Unternehmen kennen sie sich aus. Als sogenannte Business Angels geben diese vermögenden Privatpersonen Geld und Wissen, um jungen Gründern zum Erfolg zu verhelfen. Da sie Eigenkapital geben, werden sie also zum Partner des Gründers. Einen privaten Kapitalgeber finden Sie hier: business-angels.de

10. Fördermittel der Bundesländer

Die Fördervielfalt in den Bundesländern ist groß. Die Handwerkskammern haben einen guten Überblick über die Fördermöglichkeiten. Sie arbeiten – anders als freie Fördermittelberater – kostenlos. Antrag und Abwicklung erfolgen meist über die Hausbank, eine Übersicht über die Fördermöglichkeiten gibt es aber auf der Homepage der jeweiligen Landesbank. Auch die Wirtschaftsministerien der Länder bieten auf ihren Seiten eine Förderübersicht.

11. Businessplan- Wettbewerbe

Service, Preisgelder, Renommee und gute Kontakte erhalten Gründer, wenn sie an Wettbewerben teilnehmen. Rund 50 bundesweite und 60 regionale Wettbewerbe gibt es in Deutschland. Die Seite existenzgruender-jungunternehmer.de/p/gruendung/businessplan/wettbewerbe.html hat eine Suchfunktion, die nach Branche und Bundesland filtert und die passenden Wettbewerbe aufruft.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Gründung

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