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Uhren & Automobile Schnelle Männer und ihre rasanten Uhren

Uhren und Automobile haben viel gemeinsam. „Beide haben einen Motor“, lautet das Bonmot eines Uhrmachers. Und ganz egal, ob hinter diesem Motor die Kraft von Benzin oder filigrane Mechanik steht – die Liebe zu beiden verbindet Uhren- und Auto-Menschen.

Themenseite: Handwerker privat

#1 Chopard

Mille Miglia 2018 Race Edition von Chopard

Einmal im Jahr gehören die Landstraßen zwischen Brescia und Rom ganz ihnen: historischen Rennwagen aus den Jahren 1927 bis 1956, die an der Rallye Mille Miglia teilnehmen. Dann braust und knattert es durch die engen Gassen der italienischen Dörfchen, die auf der 1.000 Meilen langen Strecke liegen. Und der Duft von Benzin liegt in der Luft, ebenso wie jede Menge Testosteron und Wettkampfgeist.

Denn gefahren wird gegen die Zeit. Und mittendrin seit genau 30 Jahren: die Uhrenmarke Chopard als Sponsor der Rallye sowie der Co-Präsident des Hauses, Karl-Friedrich Scheufele. Er sitzt hinter dem Steuer eines historischen Fahrzeugs aus seiner eigenen Autosammlung.

Diese reicht vom Porsche Traktor bis hin zum Mini Cooper und umfasst auch exklusive Raritäten von Bentley, Jaguar und Ferrari. Denn der Uhren-Boss ist von historischen Automobilen begeistert: „Es gibt eine Sehnsucht nach Maschinen, bei denen man die Funktion noch versteht, wenn man sie betrachtet“, vergleicht Scheufele alte Motoren mit traditioneller Uhrenmechanik. Diese gibt den Takt in jenen Uhren vor, die Chopard jährlich als limitierte Sondereditionen zur Mille Miglia vorstellt. www.chopard.de

#2 Rolex

Rolex Daytona

Uhrenfans wissen beim Namen Daytona sofort, wovon die Rede ist – von einem legendären Zeitmesser von Rolex. Das Modell wurde mit seiner robusten Optik und einem markanten Gliederband zum Urtyp des sportlichen Chronographen.

Doch eigentlich ist Daytona eine Stadt in Florida und Schauplatz für spektakuläre Geschwindigkeitsrekorde, die in alten Zeiten an einem schnurgeraden Sandstrand erzielt wurden. Heute jagen die Helden des Motorsports über den Daytona International Speedway.

Auch das Uhrenmodell Cosmograph Daytona hat sich weiterentwickelt: Materialien und Mechanik sind modern geworden. Aktuell umfasst die Kollektion bei Rolex rund 35 verschiedene Modelle aus Edelstahl, Gold und Platin. Auf besonders begehrte Varianten müssen Kunden bisweilen Jahre warten.

Aus der Historie gibt es ebenfalls Modelle, die besonders gesucht sind. Zum kostbarsten avancierte die Rolex Daytona „Paul Newman“ aus dem Besitz des Schauspielers. Sie wurde im Oktober 2017 vom Auktionshaus Phillips in New York für 17,8 Millionen Dollar verkauft und gilt als die teuerste Armbanduhr, die je versteigert wurde. www.rolex.com

#3 Chronoswiss

Flying Regulator Night and Day Kitzbühel Edition

Unverwechselbar – das sind die Zifferblätter von Chronoswiss. Denn typisch für die in den 1980er-Jahren gegründete Marke ist die Regulatoranzeige. So nennt man es, wenn die Darstellung von Stunden und Minuten getrennt erfolgt: Minuten werden durch einen Zeiger aus der Mitte dargestellt, während die Stunden extra stehen. Man liest sie von einem kleineren Zifferblatt ab.

Und was hat das alles mit Autos und Rennsport zu tun? Technisch nichts – aber emotional gibt es jede Menge Gemeinsamkeiten: „Die Leidenschaft für das Besondere, die mechanische Präzision und eine elegante und zeitlose Formensprache – diese Eigenschaften zeichnen schöne Fahrzeuge genauso aus wie edle Uhren“, sagt Oliver Ebstein, CEO und Inhaber von Chronoswiss.

In den 35 Jahren Markengeschichte gab es daher zahlreiche Verbindungen in die Automobilwelt. Die jüngste ist der Auftritt als Hauptsponsor bei der Kitzbüheler Alpenrallye.
www.chronoswiss.com

#4 Casio

Quarzuhr Edifice EFS-S520TR von Casio

Für mich sind Armbanduhren und ein Formel-1-Wagen ausgeklügelte und ausgefeilte technische Wunderwerke. Deshalb bin ich sowohl Formel-1- als auch Uhren-Fan“, sagt Franz Tost. Es ist Trainingswoche für das Suderia Toro Rosso Team, das Tost leitet. Dieses gilt als Juniorteam von Red Bull Racing und als Talentschmiede. Draußen heulen die Motoren, die jungen Fahrer drehen ihre Runden.

Drinnen blickt der Teamchef auf seine Uhr von Casio. „An den Rennwochenenden gibt es ständig Meetings, da muss man pünktlich sein“, sagt Tost. Deshalb trägt er bei der Arbeit am liebsten die Uhr, die aus der Partnerschaft von Casio Edifice mit seinem Formel-1-Team entstammt. Tost mag das blaue Zifferblatt des Quarzchronographen aus der Toro Rosso Edition; er schätzt die gute Ablesbarkeit sowie die unkomplizierte Anpassung an unterschiedliche Zeitzonen der Rennorte. Die Umstellung erfolgt mithilfe des Smartphones via Bluetooth.

Auch privat ist Tost ein Uhrenfan, dann mag er es aber lieber traditionell: „Ich bevorzuge mechanische Uhren, weil eine Uhr für mich eine Art Kunstwerk darstellt und dies mit der Mechanik besser zum Ausdruck gebracht werden kann.“ www.casio-europe.com

#5 Porsche Design

Automatikuhr 1919 Datetimer 70Y Sports Car Limited Edition v

35 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 135 Stundenkilometern – das soll ein Porsche sein? Tatsächlich ist es sogar das Urmodell aller Sportwagen des legendären Autobauers: 1948, vor genau 70 Jahren, erhielt das erste Automobil mit dem Namen Porsche seine Zulassung, der 356 „Nr1“ Roadster. Dies gilt als die Geburtsstunde der Marke, welche die Geschichte des Sportwagens immer weiter und weiter trieb. Das nächste Kapitel schrieb die zweite Generation der Familie: Ferdinand Alexander Porsche entwarf das Nachfolgemodell, den Porsche 911. Der Einfluss von Ferdinand Alexander Porsche wirkte weit über Autos hinaus:

Mit der Gründung seiner eigenen Firma Porsche Design widmet sich der Designer vor allem Uhren sowie Produkten wie Schreibgeräten und Brillen. Bei allen Entwürfen folgte er einer Maxime: „Wenn man die Funktion einer Sache überdenkt, ergibt sich die Form manchmal wie von allein.“ In dieser Tradition entstehen bis heute die markanten Uhren der Marke Porsche Design – wie zum Beispiel jüngst ein Sondermodell zum 70-Jährigen des Sportwagens. www.porsche-design.com/uhren

Uhren und Automobile

Tachymeter So funktioniert es mit der Messung

Für Mechanikfreaks ist der Chronograph die beliebteste Komplikation – mit überraschenden Extras. Unter anderem können diese Uhren Geschwindigkeiten messen. Wie das funktioniert? Mit einer Tachymeterskala auf einer Strecke von genau einem Kilometer Länge.

Automatik-Chronograph Newport von Michel Herbelin

Chronographen-Fans wissen, was die zwei Drücker an der Gehäuseseite einer Uhr bedeuten: Mit dem oberen kann man die Stoppfunktion des Chronographen starten und beenden. Wird der untere Drücker betätigt, springen die Anzeigen wieder auf die Nullposition zurück. Die Zeitanzeige wird dabei nicht beeinflusst.

Das ist nicht nur eine Spielerei, denn ein Chronograph kann mehr, als das „al dente“-Kochen von Nudeln zu überwachen. Eine zusätzliche Tachymeterskala etwa ermöglicht das Messen von Geschwindigkeiten. Diese Skala findet sich meist am Rand des Zifferblatts oder auf der Lünette und zählt rückwärts: Zuerst kommen die hohen Zahlen, dann werden diese im Uhrzeigersinn immer niedriger. Nun bedarf es noch einer genau abgemessenen Strecke von einem Kilometer Länge. Beim Passieren des Streckenanfangs wird der Chronograph gestartet, beim Durchfahren des Streckenendes wieder angehalten. Nun kann durch die Position des Sekundenzählers auf der Tachymeterskala direkt die durchschnittliche Geschwindigkeit der gefahrenen Strecke abgelesen werden.

Eine vergleichbare Zusatzfunktion bietet eine Telemeterskala zum Messen von Entfernungen. Dabei werden die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Licht und Schall genutzt: Der Chronograph wird zum Beispiel beim Anblick eines Blitzes gestartet und bei Donner gestoppt. Nun kann man auf der Telemeterskala die Entfernung des Gewitters ablesen. www.michel-herbelin.de


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