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Die Woche in den sozialen Medien: KW 40 Schmutzig: Eine Goldschmiedin gibt authentische Einblicke in ihr Handwerk

Diese Woche: Eine Goldschmiedin macht sich für Instagram die Finger schmutzig. Handwerker ärgern sich über neue, umständliche Online-Banking-Verfahren. Ein schnöder Motorrad-Auspuff wird zum Hingucker. Und ein Maler-Meister bekommt von seinen Söhnen einen Instagram-Intensivkurs.

Themenseiten: TS Social Media und TS Social Media Monitoring

Goldschmiedin Corinna Garbe zeigt echtes Handwerk

Goldschmiedin Corinna Garbe aus Dresden präsentiert auf ihrem Instagram-Account Corinna Aurelia edle Schmuckstücke in schwarz verfärbten Handwerkerinnen-Händen – wie originell! Garbe verwendet für ihren Schmuck ausschließlich recycelte und fair produzierte Materialien. Alle ihre Produkte verkauft sie in einem hippen Ladenlokal. Unter ihren Bildern schwärmen Kundinnen nur so über ihre Schmuckstücke. Andere Handwerker-Kolleginnen philosophieren angesichts der verfärbten Finger und des abgesplitterten Nagellacks augenzwinkernd darüber, dass es an einer Lobby fehlt, die sich für professionelle Maniküre und Handpflege von Handwerkerinnen-Händen einsetzt. „Yes, die Finger müssen da einfach durch. Da gibt’s kein Erbarmen - nur ein bisschen Nagellack“, kommentiert Garbe ebenfalls. Gegen eine „Schulter-/Nacken-/Rücken-Massage“ für hart arbeitende Handwerkerinnen hätte sie aber auch nichts einzuwenden. Wir finden: Klasse Idee, den Kontrast aus authentischer Handwerksarbeit und kunstvollen Resultaten so im Social-Media-Marketing in Szene zu setzen.

Mehr von der einfallsreichen Goldschmiedin gibt´s auf ihrer Webseite zu sehen.

Manuel Brückner verpasst Motorrädern eine besondere Raffinesse

KfZ-Mechaniker Manuel Brückner

KfZ-Mechaniker Manuel Brückner aus Magdeburg hat sich darauf spezialisiert, Motorräder umzubauen und mit Hilfe von 3D-Druck und Handwerkskunst echte Schmuckstücke aus ihnen zu zaubern. Bei Instagram zeigt er seinen rund 2.300 Abonnenten regelmäßig die Ergebnisse seiner oft aufwändigen Projekte. Bei Facebook folgen dem Bastler bereits 300 Fans. In den Kommentaren fachsimpeln Bike-Fans und es gibt viel Lob für Brückners Arbeiten. Diese Woche zeigt der Mechaniker bei Instagram eine umgebaute Kawasaki ZX9R Cafe Racer, die statt einem schnöden Auspuff nun eine spektakulär beleuchtete Abgasanlage ziert. 148 Herzchen sammelte der Post innerhalb weniger Stunden. Warum Brückner mit der Motorrad-Manufaktur einen Traum lebt und wie er durch Zufall zu seinem Geschäftsmodell kam, berichtet er auf seiner Webseite: „Ich merkte, dass ich mit Custom Bikes viele Menschen glücklich machen könnte – daraus erwuchs die Idee zur Eröffnung meines Geschäfts, das ich nun stolz besitze.“

Söhne lehren Maler-Meister Volker Geyer Instagram

Maler-Meister Volker Geyer

Maler-Meister Volker Geyer, Gründer des Franchise-Unternehmens Malerische Wohnideen und nicht zuletzt bekannt durch seine Online-Marketing- und Social-Media-Aktivitäten, hat seine Meister gefunden: seine beiden Söhne. Einer der beiden, selbst als Unternehmer im (Kunst-)Handwerk unterwegs, erteilte seinem Vater beim gemeinsamen Abendessen eine Lektion in Sachen modernes Instagram-Marketing. „Familienabend mit meinen beiden Söhnen Flo und Philipp, Instagram Intensivkurs inbegriffen“, postet Geyer zum Vater-Söhne-Bild. „Voll die Insta-Experten die beiden, habe viel gelernt heute. Flo hat fast 170.000 Follower auf Instagram, seht mal unter https://instagram.com/lazy.arts“, berichtet der stolze Vater. 108 Herzen gibt es für den Familien-Post bei Facebook. Peanuts im Vergleich zur Bilanz von Sohn Flo bei Instagram – Posts seiner Kunstwerke, Wandmalereien im Bereich Raumgestaltung, bekommen oft mehrere zehntausend Fan-Herzen.

Um es mit den Worten von Facebook-Kommentatorin Birgit Möller zu sagen: Ist doch schön, wenn man von den eigenen Kindern lernen kann.

Handwerker ärgern sich über neue Online-Banking-Verfahren

Metzger-Meister Claus Böbel

„Jetzt kann ich noch besser verstehen, warum zum Beispiel Paypal immer öfter genutzt wird“, schimpft Metzger-Meister Claus Böbel bei Facebook. Der Unternehmer ärgert sich, weil seine Bank – wie derzeit viele Finanzinstitute – gerade auf ein neues Identifikationsverfahren für Online-Bankgeschäfte umstellt. Einfacher machen die Banken es Unternehmern wie auch Privatleuten mit den neuen, meist aufwändigeren Identifikationsmethoden nicht gerade. „Rechtlich mag das ja alles sauber sein, doch gefühlt geht es kaum umständlicher“, urteilt Böbel. Damit trifft er bei vielen Handwerkern einen Nerv, die ebenfalls nur wenig überzeugt sind von den neuen Bank-Richtlinien. Mehr als 1.600 Likes bekommt sein Beitrag bei Facebook. „Man kann verstehen, warum sich immer weniger Menschen selbstständig machen oder Unternehmen keine Nachfolger finden. PSD2, DSGVO, Kassenfiskalgesetz, Verpackungsgesetz etc. machen das Unternehmerleben nicht einfacher...“, fasst ein Kommentator die genervte Stimmung zusammen. Andere warnen vor den Risiken bei vermeintlich bequemeren Alternativen wie Paypal und Co.

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