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Schenkungsteuer Finanzamt kassiert bei Ehepaaren ab

Der Fiskus hält schnell die Hand auf, wenn Ehepartner untereinander von einem Konto auf ein anderes hohe Beträge überweisen. Das zeigt ein Fall, den der Bundesfinanzhof gerade entschieden hat.

Darum ging es: Das verheiratete Paar hatte jeweils ein Einzelkonto bei einer Schweizer Bank. Der Mann entschied sich dafür, von seinem Konto auf jenes seiner Frau mehrere tausend Euro zu überweisen. Für das Finanzamt war klar: Es handelt sich um eine steuerpflichtige Schenkung in Höhe des vollen Überweisungsbetrages. Das wiederum sah die Ehefrau nicht ein. Sie ging davon aus, dass ihr die Hälfte des Guthabens ohnehin schon gehört hätte. Insofern dürfte der Fiskus nur die anderen 50 Prozent der Steuer unterziehen. Das Finanzgericht in erster Instanz wies ihre Klage ab. Die Frau sollte beweisen, dass ihr das halbe Vermögen bereits gehört hätte. Der Bundesfinanzhof sah das genauso (Az: II R 41/14).

Fazit: Das Urteil bezieht sich nur auf Einzelkonten. Bei Gemeinschaftskonten sieht die Sache anders aus. Hier ist davon auszugehen, dass beiden das Vermögen gehört. Wichtig: Kontenvollmachten spielen hier überhaupt keine Rolle. Vermögensübertragungen unter Ehepartnern sollten also gut überlegt und gegebenenfalls mit dem Steuerberater abgesprochen sein.

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