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Schäden: Versicherungen zahlen oft nur schleppend

Mittelständische Unternehmen sind weiterhin regelmäßig Opfer einer schleppenden Schadenregulierung durch die Versicherungswirtschaft. Betroffen sind nach Schätzungen des Verbandes Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) bis zu 20 Prozent aller Schäden.

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Die oft nur schleppende Schadenregulierung hat für die Kunden negative Folgen. „Damit wird ein hohes Druckpotential aufgebaut, um die Kunden zu unvorteilhaften Vergleichen zu drängen“, sagte VDVM-Präsident Peter Wesselhoeft anlässlich eines Pressegesprächs in Hamburg.

Die Abschaffung der Alles-oder-Nichts-Regel, die eigentlich den Kunden schützen soll, kehrten die Assekuranzen oft ins Gegenteil. Die Versicherer böten immer öfter lediglich eine Teilzahlung von 30 bis 50 Prozent an, so Wesselhoeft. Damit würden viele Unternehmen regelrecht an die Wand gedrängt.

Beweislast liegt beim Kunden

Denn heute muss der Versicherungsnehmer beweisen, dass kein grob fahrlässiges Fehlverhalten den Schaden verursacht hat. Der VDVM fordert daher eine Beweislastumkehr zugunsten der Kunden. Würden den Kunden nur Teilzahlungen angeboten, müssten die Versicehrungsnehmer in der Regel klagen. Damit verzögert sich die Regulierung aber noch mehr.

Teilweise arbeiten die Versicherungen mit einer regelrechten Doppelstrategie, kritisiert der VDVM. Dabei würden die Allgemeinen Bedingungen des Versicherungsmaklers als unklar kritisiert und gleichzeitig der Vorwurf einer grob fahrlässigen Verletzung von Pflichten erhoben. „Damit soll das Vertrauensverhältnis zwischen Versicherungsmakler und Kunden erschüttert werden“, sagt Wesselhoeft.

Schleppende Regulierung bringe Unternehmen schon deshalb in eine schwierige Situation, weil die Banken in der Regel keinen Aufbaukredit gewähren, wenn die Entschädigung des Versicherers nicht klar sei.

Wesselhoeft kritisierte zudem den Einsatz von Sachverständigen nach Schäden. So würden immer wieder die gleichen Sachverständigen ausgewählt, die teilweise vollkommen überlastet seien. Zudem gäbe oft eine „viel zu große Nähe“ zwischen Sachverständigem und Versicherer.

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