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Regionale Fördermittel Sachsen Fördermittel: Sachsen - die Nummer 1 im Osten

Ein Drittel aller ostdeutschen Handwerksfirmen – ohne Berlin – ist in Sachsen ansässig. Sie beschäftigen schätzungsweise 350.000 Mitarbeiter. In Sachsen sind 56.409 Betriebe registriert. Damit ist Sachsen das Handwerksland Nummer 1 im Osten Deutschlands. Die Sächsische Aufbaubank hilft, wo sie kann.

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Dresden, Leipzig, Chemnitz – drei große Städte des Freistaats, die nach Jahren des Bevölkerungsschwunds den Trend umkehren konnten und seit 18 Jahren wieder wachsen. Die Landeshauptstadt Dresden gehört in den letzten Jahren sogar zu den Städten mit dem durchschnittlich höchsten Bevölkerungswachstum der Bundesrepublik. Dort und im restlichen Sachsen versuchen Wirtschaftsministerium und Sächsische Aufbaubank (SAB), das Handwerk mit Förderprogrammen zu stützen.

Das Handwerk verstehen

Insgesamt ist der Bestand an Handwerksbetrieben leicht rückläufig. Warum das so ist, wollte der Sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Martin Dulig, genauer wissen – und hat probeweise in verschiedenen Gewerken gearbeitet. Beim Dachdecker haben ihn sowohl die professionelle Arbeit, als auch das Arbeiten in der Höhe mit einem „phantastischen Blick über Dresden“ begeistert. „Die Stimmung ist gut, die Sprache direkt“, sagt er mit einem kleinen Lächeln.

Viele Zuschüsse

Er nutzt seine gewonnenen Erfahrungen, um Förderprogramme für Gründung, Wachstum und Übergabe zu erstellen (siehe Downoad). Wesentlicher Baustein sind die Zuschüsse, etwa für Digitalisierung bis zu 50.000 Euro, für Beratungen bis zu 500 Euro pro Beratertag und für Innovationen bis zu 20.000 Euro. Gründer erhalten im ersten Jahr ihres Unternehmens den InnoStartBonus von 1.000 Euro pro Monat. Außerdem gibt es verschiedene Festzins-Darlehen, etwa für Investitionen in Betriebsstätten, um Arbeitsplätze zu erhalten.

Wer seinen Betrieb in einem regionalen Fördergebiet (GRW) hat oder plant, sich dort niederzulassen, darf zusätzlich auf Bares hoffen. Hier unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium. Nicht-investive Maßnahmen der gewerblichen Wirtschaft, wie Beratungsleistungen externer Sachverständiger oder Schulungsmaßnahmen von Mitarbeitern, können in engem Rahmen ebenfalls unterstützt werden.

Krisenbewältigung wird gefördert

Eine Besonderheit Sachsens ist, dass Unternehmer in schwieriger Situation nicht allein gelassen werden. Dafür hat der Freistaat verschiedene Programme aufgelegt, die bei der Krisenbewältigung helfen sollen. So gibt es etwa einen Zuschuss von bis zu 10.000 Euro, wenn ein kleines oder mittleres Unternehmen einen bestätigten Insolvenzplan vorlegt und Neu- oder Ersatzinvestitionen beziehungsweise Aufträge vorfinanzieren muss (Neustart I). Auch die Kosten zur Erstellung eines Insolvenzplanes werden mit einem zinsgünstigen Darlehen gefördert. (Neustart II). Die Rettungs-/Umstrukturierungsbeihilfe dient der Stützung der Liquidität bis zur Erstellung eines Konzeptes zur Unternehmensrettung. Sie wird bis zu 500.000 Euro gewährt, Anträge werden bei der SAB gestellt. Besondere Fördermöglichkeiten gibt es für Unternehmen mit innovativen Produkten und Dienstleistungen. Begrenzt ist die Förderung auf kleine und mittlere Unternehmen, die in Forschungs- und Entwicklungsprojekten miteinander kooperieren oder externe F&E-Dienstleister in Anspruch nehmen.

Beratung nutzen

Das Angebot an Förderung in Sachsen ist riesig – 174 Programme nennt die SAB. Oft sind die Förderungen an Bedingungen geknüpft, die kompliziert scheinen, oder es gibt Kombinationsmöglichkeiten in der Förderung, die nur schwer zu erkennen sind. Beratung ist die Lösung. Am besten informieren sich Handwerker vorab bei sab.sachsen.de. Die Internetseite bietet eine gute Führung durch den Förderdschungel und hilft, die wichtigsten Programme zu identifizieren. Im Anschluss lohnt sich eine Beratung durch die SAB, Kontakt per Telefon oder E-Mail oder in den Kundencentern der SAB in Dresden, Chemnitz, Leipzig, Torgau, Annaberg-Buchholz und Görlitz.

Auch foerderung.sachsen.de liefert übersichtlich und umfangreich eine gute Führung durch die Programmvielfalt. Wer lieber mit seiner Hausbank spricht, erhält auch dort meist eine gute Unterstützung – ist aber abhängig vom Wissen des Bankmitarbeiters und seiner Bereitschaft, sich mit den Fördermöglichkeiten zu befassen.

Fördermittelberater

Freie Fördermittelberater, wie beispielsweise foerdermittel-sachsen.de, gruendernest.com oder deutschland-startet.de, aber auch die staatliche finanzierte standort-sachsen.de helfen bei der Identifizierung des richtigen Programms. Achtung: Die Erstberatung ist meist kostenfrei, alles, was danach kommt, muss bezahlt werden. Einige Beratungen werden vom Wirtschaftsministerium bezuschusst.

Tipp: Fragen Sie zuerst, ob die Beratung förderfähig ist, und lassen Sie sich die Kosten genau beziffern. Liefert der Berater keine verständliche und transparente Kostenaufstellung, fragen Sie nach – oder suchen Sie sich einen anderen Berater. Das Angebot ist riesig.


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  • Übersicht: Landesfördermittel Sachsen (PDF, 108 kB)

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