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Führungskräfte-Kommunikation Gesprächsführung: Mit diesen 4 Methoden lösen Sie Konflikte mit Humor

Manchmal geraten Unternehmer und Führungskräfte – beruflich und privat – in Ge-sprächssituationen, in denen scheinbar nichts mehr geht. Dann ist Humor oft ein probates Mittel, um die Spannung zu lösen und das Gespräch in neue Bahnen zu lenken. So funktioniert's.

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„Lachen ist gesund.“ Diese Volksweisheit hat einen wahren Kern. Lachen kann Schmerzen lindern, das Immunsystem stärken und Heilungsprozesse beschleunigen. Doch Humor heilt nicht nur, er wirkt auch entkrampfend – zum Beispiel in Gesprächen und Situationen, in denen alles festgefahren scheint. Zum Beispiel, wenn der Lebenspartner sich überfordert fühlt. Oder aber auch wenn ein Kollege in einem Stimmungstief steckt – oder es mit Kunden nicht recht funktioniert. Dann kann eine humorvolle Aussage die Situation entschärfen und neue Perspektiven eröffnen.

Doch Vorsicht! Falsch eingesetzt wirkt Humor destruktiv. Steht zum Beispiel die Beziehung zum Gegenüber auf wackligen Füßen, wird ein Scherz schnell als Schadenfreude oder mangelndes Mitgefühl erlebt. Doch stimmen die Voraussetzungen, dann ist Humor als „Spannungslöser“ sehr wirkungsvoll. Lesen Sie hier einige Methoden, wie Sie mit Humor schwierige (Gesprächs-)Situationen meistern:

1. Aussagen aufgreifen und sanft karikieren

Eine Technik, die wir bei Freunden und Verwandten oft anwenden, ist das liebevolle „auf die Schippe nehmen“. Ein Beispiel: Ein Ehemann jammert seit Tagen, er werde alt. Irgendwann reicht es seiner Frau, und sie erwidert augenzwinkernd: „Ich habe mich schon für einen Kurs ‚Pflege von älteren Angehörigen‘ angemeldet. Außerdem sollten wir dir einen Rollstuhl besorgen ….“ Die Frau greift also die Aussagen ihres Ehemanns auf und überzeichnet diese. Dadurch wird ihm klar, dass sein Selbstmitleid überzogen ist, und er denkt über sein Verhalten nach.

Ein Beispiel für diese Methode aus dem Berufsalltag: Sachbearbeiter Müller vertraut Ihnen an, er sei zu gutmütig. Und seine Kollegen nutzten dies aus. Immer wieder würden Arbeiten bei ihm abgeladen. Hier könnte eine humorvolle Intervention sein – vorausgesetzt die Beziehung stimmt: „Herr Müller, Ihre Kollegen freut es sicher, dass Sie so hilfsbereit wie ein Heiliger sind. Ich erinnere Sie aber daran, dass das Leben der Heiligen früher meist grausam endete. Bevor Sie einen Burnout erleiden, empfehle ich Ihnen …“ Eine solche Überzeichnung kann ein Anstoß für eine Verhaltensänderung sein.

2. Positiver Blickwinkel: Negatives umdeuten

Ist ein Glas halb leer oder voll? Das ist Ansichtssache. Wenn wir eine (scheinbar) negative Situation aus einem anderen positiveren Blickwinkel betrachten, erscheint sie meist in einem helleren Licht. Dieses Umdeuten fällt uns in „Krisensituationen“ aber allein oft schwer. Also brauchen wir einen Anstoß von außen. Das kann zum Beispiel so aussehen:

Frau Huber, eine 45-jährige Bürokauffrau, lässt sich beraten. Sie ist seit einem Jahr arbeitslos und völlig frustriert. Denn sie wird zwar regelmäßig zu Bewerbungsgesprächen eingeladen, erhält aber nie eine Zusage. Die Atmosphäre in der Beratung wird immer düsterer, je länger Frau Huber erzählt. Und dann beklagt sie noch, dass sie Single sei und gerne wieder einen Partner hätte. An diesem Punkt ergreift die Beraterin das Wort und fragt Frau Huber: „Führen Sie die meisten Vorstellungsgespräche mit Männern?“ Diese erwidert erstaunt: „Ja.“ Daraufhin schlägt die Beraterin vor: „Betrachten Sie die Bewerbungsgespräche doch als ‚Blind Dates‘. Nehmen Sie den Interviewer ebenfalls unter die Lupe: Trägt er einen Ehering? Hält er beim Sprechen Blickkontakt? Ist er ein sportlicher Typ?“ Zum ersten Mal muss Frau Huber herzhaft lachen. Dieses Umdeuten hat die Beratungssituation aufgelockert. Vielleicht hat es aber auch eine nachhaltigere Wirkung. Vielleicht denkt Frau Müller im nächsten Bewerbungsgespräch an das Stichwort „Partnersuche“ und geht entspannter ins Gespräch. Dadurch verbessert sich ihre Ausstrahlung und ihre Chance auf eine Jobzusage steigt.

3. Das Problem rhetorisch verschlimmern

Ein weiteres Mittel, um festgefahrene Sichtweisen zu lösen, sind paradoxe Fragen und Aussagen. Also statt zu fragen „Wie kannst du einen Burn-out vermeiden?“ beispielsweise zu fragen: „Was müsstest du tun, damit du endlich einen Burn-out erleidest?“ Das löst beim Gegenüber oft eine problemlösende Gegenreaktion aus. Eine Erfahrung, die auch Eltern sammeln: Bitten sie ihre Kinder, mit dem Schreien aufzuhören, bewirkt dies nichts. Fordern Sie ihre Kinder hingegen auf, noch lauter zu schreien, herrscht bald Ruhe.

4. Andere Sichtweisen und Perspektiven verwenden

Hilfreich ist es oft auch, sich zu fragen: „Wie sehen mich andere?“ Oder: „Wie sehen das andere?“ Auch hierdurch eröffnen sich neue Sichtweisen – eine wichtige Voraussetzung, um festgefügte Denk- und Verhaltensstrukturen aufzubrechen. Stellen Sie also zuweilen Fragen wie: „Was glauben Sie, was Ihr Kollege über dieses Problem denkt?“ Oder: „Was würde Ihnen Ihre Mutter in dieser Situation raten?"

Zu diesen eher ernsten Fragen gibt es aber auch humorvolle Alternativen, die meist noch höhere Erfolgsaussichten bieten, wie beispielsweise: „Was würde mir der Gummibaum in Ihrem Büro über die Kommunikation in Ihrer Abteilung erzählen?“ Oder: „Wie würde Ihre Katze Sie beschreiben?“

Vorsicht: Humor nur selektiv und gezielt einsetzen!

Allen genannten Methoden ist gemein: Es ist wichtig, ein Gespür dafür zu haben, wann sie genutzt werden können. Prüfen Sie, bevor Sie in heiklen (Gesprächs-)Situationen auf die „Medizin Humor“ setzen, genau: Wie tragfähig ist die Beziehung zu meinem Gegenüber? In welcher mentalen Verfassung ist er? Setzen Sie Humor nur ein, wenn Sie todsicher sind: Dies ist der Situation und Beziehung angemessen. Denn Humor ist zwar ein wirkungsvolles, aber kein einfach zu handhabendes Interventionsinstrument.

*Über Autorin Sabine Prohaska

Sabine Prohaska ist Inhaberin des Beratungsunternehmens seminar consult prohaska in Wien, das unter anderem Trainer und Coaches ausbildet. E-Mail: prohaska@seminarconsult.at .

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