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Bilanzpressekonferenz Rekordzahlen für Würth-Gruppe

Würth - Der Weltmarktführer im Bereich Montage und Befestigungsmaterial verzeichnet Rekorde bei Umsatz und Betriebsergebnis und stellt Innovationen für das Handwerk auf hohem Niveau vor: Wie wäre es zum Beispiel mit Einkaufen rund um die Uhr?

In Vöhringen direkt an der A7 steht die erste Würth24 Niederlassung – Einkaufen rund um die Uhr von Montag bis Samstag. Der Zugang erfolgt außerhalb der gewohnten Öffnungszeiten über die Würth App mittels QR-Code. Innovativste Technik übernimmt die Waren- und Auftragserfassung elektronisch. Über die Verknüpfung mit dem Bereich
E-Commerce wird dem Kunden so noch mehr Freiraum und Sicherheit für die Deckung seines Sofortbedarfs geschaffen.

  • 12,7 Milliarden Euro Umsatz, ein Wachstum von 7,5 Prozent
  • Betriebsergebnis steigt auf 780 Millionen Euro
  • E-Business weiter auf Erfolgskurs

Dynamischer Wachstum der Würth-Gruppe


2017 – ein Rekordjahr für die Würth-Gruppe: Der Umsatz im Geschäftsjahr 2017 beläuft sich auf 12,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 11,8 Milliarden Euro) – ein Wachstum von 7,5 Prozent. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag das Plus bei 7,9 Prozent. Das Betriebsergebnis stieg auf 780 Millionen Euro. Für 2018 erwartet der Konzern ein mittleres einstelliges Umsatzwachstum und ein hierzu proportionales Betriebsergebniswachstum. Aufgelaufen per April 2018 verzeichnet die Würth-Gruppe ein Wachstum von 7,1 Prozent. Vor allem die Gesellschaften in Ost- und Südeuropa wuchsen 2017 sehr dynamisch.

Bei den Geschäftsbereichen zeigten die Einheiten Elektronik und Produktion überdurchschnittliche Wachstumsraten. Auch der Vertrieb über elektronische Kanäle entwickelte sich mit einer zweistelligen Steigerung von 19,3 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro Umsatz sehr positiv. „Wir sehen, dass sich unsere traditionelle Kernkompetenz – der klassische Direktvertrieb und unsere Niederlassungen – mit dem
Bereich E-Business immer besser ergänzen“, erläutert Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe den Jahresabschluss.

Betriebsergebnis von Würth

Die außergewöhnliche Steigerung des Konzernbetriebsergebnisses von 26,8 Prozent auf 780 Millionen Euro und damit die Erhöhung der Rendite auf 6,1 Prozent (2016: 5,2 Prozent) ist zum einen auf die Produktivitätssteigerung und zum anderen auf ein effizientes Kostenmanagement zurückzuführen. Allerdings ist zu erwarten, dass sich die momentan sehr gute Konjunkturlage mittelfristig nicht auf diesem hohen Niveau halten wird. „Auch die steigende Notierung der Rohstoffund Stahlpreise wird ihren Einfluss nehmen“, relativiert Friedmann die Erwartung an das Betriebsergebnis 2018.

Deutschland ist die ertragreichste Region

Auch 2017 überzeugte die Region Deutschland, wichtigster und größter Einzelmarkt im Konzern mit einem Umsatzwachstum von 6,1 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Mit einem Betriebsergebnis von 421 Millionen Euro (2016: 351 Millionen Euro) ist Deutschland die ertragreichste Region im Konzern. Der Umsatz wuchs im Ausland um 8,5 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Region Südeuropa mit einem Wachstum von 11,6 Prozent sowie der wachstumsstärksten Region Osteuropa mit einem Plus von 21,0 Prozent. Auch wichtig ist die Entwicklung in Westeuropa: Hier stieg der Umsatz um 5,2 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro nach einem Wachstum von 1,4 Prozent im Vorjahr.

Entwicklung in den Geschäftseinheiten

Erfolgreichste Geschäftseinheit innerhalb der Allied Companies war mit einem Wachstum von 17,5 Prozent die Elektronik Gruppe, die im dritten Jahr in Folge zweistellig wuchs. Umsatzstärkster Teilbereich ist die Würth Elektronik eiSos (Handel und Produktion von elektronischen und elektromechanischen Bauelementen). Die Unternehmen der Würth
Elektronik eiSos Gruppe beschäftigen derzeit 6.700 Mitarbeiter und haben im Jahr 2017 einen Umsatz von 539 Millionen Euro erwirtschaftet (+16,6 Prozent). Auch haben sie einen großen Anteil am Betriebsergebnis der Würth-Gruppe. Mit über 550 technischen Vertriebsmitarbeitern ist die Unternehmensgruppe in 43 Ländern weltweit unterwegs und damit sehr aktiv im Elektronikmarkt. 17 Fertigungen, verteilt über alle wichtigen Weltmärkte, garantieren eine schnelle Belieferung mit Bauelementen für die Elektronikindustrie.

Die Würth Elektronik eiSos ist einer der größten europäischen Hersteller von passiven Bauteilen. Führender Leiterplattenhersteller ist die Würth Elektronik CBT. In dieser Einheit überzeugt die Würth Elektronik GmbH & Co. KG, Rot am See mit einer interessanten Innovation: In Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) Berlin gelang die Entwicklung einer elastischen elektronischen Leiterplatte bis zur Serienreife für den Einsatz in Medizin und textilen Anwendungen.

Auch der Bereich Produktion war mit einem Umsatzwachstum von 9,3 Prozent sehr erfolgreich. Abzulesen an den hohen Investitionen von Arnold Umformtechnik, Spezialist für verbindungs- und umformtechnische Lösungen für die Automobil- und Elektroindustrie an den Standorten in Dörzbach und Ernsbach: Mit einem Investitionsvolumen von 20 Millionen Euro entstehen hier drei weitere Produktionshallen und eine Logistikhalle mit insgesamt 15.000 m2 Fläche. Der Fokus liegt auf der Optimierung der Fertigung von Markenprodukten sowie der Endbearbeitung bis zur Auslieferung. Auch der Neubau einer eigenen Härterei ist Teil der Standortstrategie, um den Produktionsablauf zu optimieren und externe Kosten an dieser Stelle zu reduzieren. Nachdem in den Jahren 2014 bis 2018 bereits 113 Millionen Euro in Gebäude und Anlagen investiert wurden, sind im Rahmen der weiteren Umsatzentwicklung bis 2023 zusätzlich 180 Millionen Euro geplant.

Zuwachszahlen auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat sich 2017 von 71.391 um 2.768 auf 74.159 erhöht. In Deutschland arbeiten 22.620 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was einer Steigerung zum Vorjahr von 4,3 Prozent entspricht. Im Außendienst beschäftigt der Konzern 32.295 Mitarbeiter. Im Bereich E-Business wurden 2017 im Konzern über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt – auch im Jahr 2018 ist ein weiterer Ausbau in diesem Bereich vorgesehen.

Mit einem Investitionsvolumen von 524 Millionen Euro hat die Würth-Gruppe 2017 etwas mehr investiert als 2016 (481 Millionen Euro). Der Schwerpunkt der Investitionen lag in den Bereichen Produktionsgebäude, technische Anlagen und Maschinen für die Produktionsgesellschaften sowie auf dem Ausbau von IT-Infrastruktur und Lagerkapazitäten für die Vertriebsgesellschaften.

50.000m² - Ausbau der Logistikkapazität

Die Erwartungen der Würth-Kunden, was Schnelligkeit, Verbindlichkeit von Lieferungen und die Reduzierung von Liefersplits angeht, sind hoch. Um hierfür entsprechende Kapazitäten aufzubauen und nachhaltig die Voraussetzungen für die entsprechenden Steuerungen im Gesamtlogistikkonzept zu schaffen, baut die Adolf Würth GmbH & Co. KG ein zentrales Außenlager in Waldenburg, nahe der Bundesautobahn A6. Auf einer Gesamtfläche von rund 50.000 m² werden verschiedene Außenlager, vor allem im Bereich Sperrigwaren, zusammengeführt, um die Anzahl der Packstücke und das Füllmaterial zu reduzieren. Immer im Fokus: Die Servicequalität für die eigenen Kunden zu erhöhen. Die Fertigstellung ist für Sommer 2020 geplant.

Die Bedeutung des österreichischen Marktes wird durch zwei bedeutende Logistikinvestitionen unterstrichen: Würth Österreich erweitert das bestehende Logistikzentrum am Standort Böheimkirchen, um dem Unternehmenswachstum und den steigenden Anforderungen an Produktivität und Effizienz gerecht zu werden. Der Zubau in Höhe von 20 Millionen Euro soll die Qualität der Serviceleistungen für die Zukunft sichern, um den steigenden Durchlauf von aktuell bereits mehr als 600.000 Sendungen pro Jahr zu bewältigen. Auch das Unternehmen Kellner & Kunz erweitert seine Logistikfläche am Standort in Wels um 23.000 m². Dadurch soll die notwendige Kapazität zur Abwicklung des künftigen Umsatzwachstums sichergestellt werden. Durch die Möglichkeit der parallelen Kommissionierung kann die Auftragsdurchlaufzeit deutlich reduziert werden. Das Investitionsvolumen liegt bei 40 Millionen Euro.

Finanzielle Stabilität bleibt konstant

Das Eigenkapital der Würth-Gruppe stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 6,9 Prozent auf 4.779 Millionen Euro (2016: 4.470 Millionen Euro). Das entspricht einem Plus von 309 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt damit zum Jahresende bei 46,5 Prozent (2016: 46,1 Prozent). Die Ratingagentur Standard & Poor´s bestätigte 2017 erneut das Rating der Würth-Gruppe mit A/outlook stable.

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