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Elektrofahrräder Rechtliche und steuerliche Aspekte bei E-Bikes

Elektrofahrräder liegen im Trend. Ende 2016 waren etwa drei Millionen Pedelecs und E-Bikes auf deutschen Straßen unterwegs – Tendenz steigend. Das sollten Sie beim Strom-Radeln rechtlich und steuerlich beachten.

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Ende 2016 waren etwa drei Millionen Pedelecs und E-Bikes auf deutschen Straßen unterwegs – Tendenz steigend. Das sollten Sie beim Strom-Radeln rechtlich und steuerlich beachten.

Unterschiede zwischen E-Bike und Pedelec

Ein Pedelec (Pedal Electric Cycle) unterstützt den Radler nur, wenn er selbst in die Pedale tritt – ein E-Bike fährt hingegen auch selbst. Ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung: Je nachdem, wie stark Motorleistung und Geschwindigkeit sind, ist Ihr Rad nämlich ein Fahrrad oder ein Kraftfahrzeug. Das hat erhebliche Konsequenzen – bei der Führerscheinpflicht, Helmpflicht, zulässigen Höchstgeschwindigkeiten und Promillegrenzen.

Am besten fahren Sie laut Rechtsexperten der Arag Versicherung sowohl mit Pedelec als auch mit dem E-Bike auf der Straße. Falls vorhanden, müssen Sie mit dem Pedelec allerdings Radwege benutzen. Zumindest dann, wenn Sie das bekannte Schild mit weißem Radler auf blauem Grund sehen.

Einschränkungen gibt es für die schnellen Räder: Mit Ihrem E-Bike dürfen Sie beispielsweise innerstädtische Radwege nicht befahren, auch nicht mit ausgeschaltetem Motor oder leerem Akku. Ausnahme sind Radwege, die ausdrücklich für Mofas oder E-Bikes freigegeben sind. Sie erkennen dies am Zusatzschild „Mofa frei“ oder an dem Anfang 2017 eingeführten Zusatzschild „E-Bikes frei“. handwerk magazin wünscht schon einmal freie Fahrt!

E-Bikes: Umweltbewusst Steuern sparen

E-Bikes können Sie genauso als Geschäftsfahrzeug nutzen wie einen Firmenwagen – und somit von der Steuer absetzen.

Ein Unternehmer kann Geschäftsfahrzeuge und E-Bikes parallel besitzen. Das Zweirad ist ähnlich zu handhaben wie das Vierrad. So sieht es ein Erlass des Finanzministeriums Baden-Württemberg vor (Az.: 3 – S-233.4/187). Beim Bruttolistenpreis zählt die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs oder des Händlers inklusive Umsatzsteuer. Es wird immer auf volle 100 Euro abgerundet.

Wie bei Firmenwagen gilt die sogenannte „Ein-Prozent-Methode“ für jede private Nutzung einschließlich der Fahrten zur Arbeit. Ein konventionelles Mountainbike wollte das Finanzericht München dagegen nicht als Dienstfahrrad akzeptieren (8 K 810/11).

Checkliste: So vermeiden Sie Verkehrssünden

Wenn Sie mit einem E-Bike im Straßenverkehr sicher und legal unterwegs sein wollen, müssen Sie einige Aspekte beachten, die bei einem normalen Drahtesel keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen.

  • Betriebserlaubnis einholen: Kaufen Sie ein E-Bike, erhalten Sie die Allgemeine Betriebserlaubnis (wie beim Autokauf der Fahrzeugbrief). Diese brauchen Sie, um bei Ihrer Versicherung das Kennzeichen zu bekommen.
  • Bescheinigungen mitnehmen: Wer ohne die Allgemeine Betriebserlaubnis und Versicherungskennzeichen fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit (Bußgeld 20 Euro).
  • Reifenprofil beachten: Sowohl beim E-Bike als auch beim Pedelec gilt eine Mindestprofiltiefe der Reifen von einem Millimeter.
  • Promillegrenze einhalten: Die absolute Fahruntüchtigkeit ist bei einem E-Bike genauso wie bei einem PKW bereits bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille erreicht.
  • Hände weg vom Handy: Mobiles Telefonieren auf dem Pedelec kostet 25 Euro. Wer auf dem E-Bike erwischt wird, muss dagegen 60 Euro zahlen und bekommt einen Punkt in Flensburg.
  • Kein Tuning: Wer sein E-Bike illegal schneller macht, begeht die Straftat „Fahren ohne Versicherungsschutz“, die mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet wird.
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