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Quo Vadis Deutsche Wirtschaft

Kräftigere Binnennachfrage stützt das Wachstum

Das IMK geht in seiner Basisprognose nicht von einer drastischen Verschärfung der internationalen Konflikte aus. Als Stützen der insgesamt positiven Wirtschaftsentwicklung identifizieren die Forscher ein stabiles Wachstum in den USA und in den meisten Schwellenländern, von dem deutsche Exporteure ebenso profitieren wie vom schwächeren Euro. Vor allem aber macht sich laut IMK die bessere Balance der deutschen Volkswirtschaft positiv bemerkbar: Anders als im vergangenen Jahrzehnt hänge das Wachstum nicht mehr allein am Außenhandel, sondern es wird wesentlich von der kräftigeren Inlandsnachfrage getragen.

Motor dieser Entwicklung seien die verfügbaren Einkommen, die 2014 real um 1,2 Prozent und 2015 um 1,6 Prozent steigen werden. Eine nicht unerhebliche Rolle spielen dabei ab 2015 der Mindestlohn sowie das Rentenpaket der Bundesregierung. Noch wichtiger als Faktor eines balancierten Wachstums ist nach Analyse des IMK eine dauerhaft produktivitätsorientierte Lohnentwicklung. Für dieses Jahr prognostiziert das IMK einen Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter je Stunde um 2,6 Prozent. Für 2015 rechnen die Forscher mit 3,4 Prozent.

Spielraum für dringend nötige Investitionen

Aus Sicht der Forscher besitzen mindestens zehn Mitgliedsstaaten der Währungsunion Spielräume, um ihre öffentlichen Investitionen auch kurzfristig zu stärken. Insbesondere Deutschland habe signifikante finanzielle Möglichkeiten und angesichts von großen Defiziten in der Infrastruktur auch einen besonders hohen Bedarf, konstatiert das IMK. Die Forscher haben verschiedene Möglichkeiten analysiert, höhere Investitionen zu finanzieren. Die Forscher plädieren daher dafür, Investitionen nicht länger zu verschieben und das historisch niedrige Zinsniveau zu nutzen. Schuldenbremse und Fiskalpakt beschränkten zwar die Kreditaufnahme der öffentlichen Hand. Da Deutschland die Konsolidierungsanforderungen in den vergangenen Jahren deutlich übererfüllt habe, verfüge der Staat aber über Freiräume.

Creditreform: Mittelstand unbeeindruckt

Der deutsche Mittelstand zeigt sich weitgehend unbeeindruckt von der zunehmenden Anzahl internationaler Konflikte. Die stabile Binnenkonjunktur in Deutschland sorgt weiter für die gute Stimmungslage. Entsprechend stabil zeigt sich der Creditreform Geschäftsklimaindex, der mit plus 18,4 Punkten nahezu den Stand des Vorjahres erreicht (Herbst 2013: plus 18,5 Punkte). Leicht abgeschwächt hat sich dabei aber der Teilindex, der die Lagebeurteilungen der Unternehmen zusammenfasst. Er notiert bei plus 19,1 Punkten nach plus 21,3 Punkten im Vorjahr. Die Geschäftserwartungen im Mittelstand sind dagegen so günstig wie seit 2010 nicht mehr. Der entsprechende Teilindex erhöhte sich von plus 15,6 auf plus 17,6 Punkte. Damit bleiben die Geschäftsaussichten wenigstens für die kommenden Monate freundlich. Von Krisenstimmung ist der Mittelstand weit entfernt.

Stabile Lage bei positiven Erwartungen

Die Auftragslage im Mittelstand ist derzeit gut, auch wenn mit 31,9 Prozent etwas weniger Befragte als vor einem Jahr (34,7 Prozent) von gestiegenen Auftragseingängen berichteten. Dabei ist der Rückgang auf das Baugewerbe zurückzuführen, wo deutlich weniger neue Aufträge hereinkamen. Die weitere Auftragsentwicklung beurteilen die mittelständischen Unternehmen optimistisch. Vor allem im Handel und im Verarbeitenden Gewerbe gab es viele positive Äußerungen. Die aktuelle Umsatzlage bietet dem Mittelstand ein solides Fundament für die gute Stimmung. So berichtete gut ein Drittel der befragten Unternehmen (35,2 Prozent) von einem Umsatzplus (Vorjahr: 37,4 Prozent) – während jeder Siebte (14,7 Prozent) Umsatzeinbußen beklagte. Die Umsatzerwartungen der mittelständischen Unternehmen sind sogar leicht positiver als vor einem Jahr. 30,6 Prozent der Befragten rechnen mit steigenden Umsätzen (Vorjahr: 28,6 Prozent), während jeder Neunte (11,0 Prozent) Rückgänge befürchtet. Im Baugewerbe fielen die Erwartungen zur weiteren Umsatzentwicklung allerdings merklich verhaltener aus als im Vorjahr.

Anhaltend hoher Personalbedarf im Mittelstand

Der Beschäftigungsaufbau im Mittelstand hat sich fortgesetzt. 28,7 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, mehr Mitarbeiter zu beschäftigen als im Frühjahr. In knapp jedem zehnten Unternehmen (9,2 Prozent) gab es Stellenstreichungen. Aufgestockt wurde vor allem im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Dienstleistungssektor. Der auch künftig hohe Personalbedarf im Mittelstand kündet davon, dass die Geschäftsaussichten von den Unternehmen insgesamt optimistisch beurteilt werden. So will immerhin gut ein Fünftel der Befragten (21,4 Prozent) im nächsten halben Jahr das Personal aufstocken. Vor einem Jahr lag dieser Anteil erst bei 14,6 Prozent. Überdurchschnittlich viele Unternehmen mit Aufstockungsplänen gibt es im Verarbeitenden Gewerbe und unter den Dienstleistern.

Die hohe Investitionsbereitschaft der Unternehmen korrespondiert mit den positiven Auftrags- und Umsatzerwartungen. Etwa die Hälfte der Befragten (49,6 Prozent) hat ein Investitionsvorhaben angekündigt. Mehr Unternehmen als im Vorjahr planen Erweiterungsinvestitionen.

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