Internet of Things (IoT) -

Internationale Handwerksmesse 2020 PTS Group: Automatisierung der Baustellen- und Werkstattabläufe

Die PTS Group arbeitet gemeinsam mit Handwerkern aus verschiedenen Branchen daran, Abläufe auf der Baustelle und in der Werkstatt zu automatisieren. Dadurch können sich Handwerker bereit machen für das Zeitalter des Internet of Things (IoT), in dem Gebäude, Werkzeuge, Fahrzeuge und Maschinen dank smarter Sensorik miteinander kommunizieren. Entwicklungs-Einblicke gibt's auf der IHM 2020.

Eigentlich arbeiten die Software-Entwickler der PTS Group meistens an sogenannten Enterprise-Ressource-Management (ERP-) Systemen für große Unternehmen, die Ressourcen wie Kapital, Personal und Material digital steuern wollen. Dabei setzt das IT-Unternehmen immer häufiger auch sogenannte IoT-Lösungen ein: Durch Sensoren werden Maschinen, Fahrzeuge und Werkzeuge in die Lage versetzt, Daten automatisiert an diese ERP-Systeme zu übertragen. Das hilft Unternehmen, ihre täglichen Arbeitsschritte und Prozesse zu digitalisieren und effizienter zu managen.

Durch Zufall stellte das Entwicklerteam aus Bremen bei der Arbeit für einen Großkunden fest: Für diese Dienstleistung gibt es auch im Handwerk einen großen Bedarf. „Ein Großkunde aus der Immobilienwirtschaft wollte Hausmeister-Teams in seinen Gebäuden besser steuern“, berichtet Philipp Rockahr von der PTS Group. Das Ziel: Die Hausmeister nehmen Informationen über Schäden und notwendige Reparaturen nicht mehr mit Stift und Zettel auf und leiten diese dann telefonisch oder per Mail an das zentrale Immobilienmanagement weiter. „Stattdessen nehmen die Hausmeister per Tablet oder Smartphone alle wichtigen Informationen auf und lösen im Bestellsystem direkt die nötigen Aufträge an Dienstleister und Materialeinkäufe aus.“ Schnell war den Entwicklern klar: Das könnte auch für andere Handwerker interessant sein.

App für Handwerker zur automatisierten Erstellung von Aufträgen

„Gemeinsam mit Partnern aus dem Handwerk haben wir dann unsere Softwarelösung entwickelt, mit der Handwerker automatisiert Aufträge erstellen.“ Vor Ort direkt alle Daten für die weitere Auftragsbearbeitung eingeben, Barcodes von Anlagen und Produkten einscannen, Videos und Fotos von Schäden hochladen, in Materialkatalogen die passenden Ersatzteile und Werkzeuge bestellen, Checklisten mit ToDos fürs Team erstellen: Das alles lässt sich mit wenigen Klicks erledigen. „Für alle Handwerker, die viel unterwegs und bei Kunden sind, ist das hilfreich“, sagt Rockahr. Mobile Friseure, Gutachter, Bauhandwerker, Wartungsbetriebe und Klempner nutzen das Tool bereits.

Wer sich heute schon an die Arbeit mit solchen mobilen, digitalen Helfern gewöhnt, spart dadurch nicht nur Zeit und Arbeit. „Sind einmal die Strukturen für eine solche digitale Arbeitsweise geschaffen, lassen sich auch weitere Prozesse automatisieren“, erklärt Rockahr. So machen sich Handwerker bereit für das Zeitalter des Internet of Things (IoT), in dem immer mehr Dinge ein digitales Eigenleben entwickeln. Werkzeuge, Gebäude, Materialien, Maschinen und Fahrzeuge werden durch spezielle Sensoren nach und nach in die Lage versetzt, miteinander und mit Dienstleistern wie Handwerkern zu kommunizieren. „Dann schickt etwa ein Gerät, das ein Handwerker beim Kunden installiert hat, automatisiert Fehlermeldungen oder löst selbsttätig einen Wartungsauftrag aus.“

Auf der IHM 2020 zeigt die PTS Group die unkomplizierte Implementierung von IoT

Klingt nach ferner Zukunft? Auf der IHM 2020 wollen Rockahr und das PTS-Team zeigen, wie nah diese Zukunft bereits gerückt ist. „Vor allem aber wollen wir zeigen, wie einfach es heute schon ist, mobile und automatisierte Helfer im Alltag der Handwerker einzusetzen und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen“, sagt Rockahr. „Auch wenn man eine eher althergebrachte IT-Infrastruktur im Unternehmen hat, lassen sich solche mobilen Lösungen recht unkompliziert aufsetzen und nutzen.“

Die Idee: Wer heute schon in kleinen Schritten anfängt, einzelne Prozesse zu digitalisieren, hat in einigen Jahren der weniger innovationsfreudigen Konkurrenz schon viele wertvolle Erfahrungen voraus. Und entwickelt womöglich ganz neue Geschäftsideen und digital unterstützte Dienstleistungen für die Kunden von morgen.

Kurzinfo: IoT im Handwerk

Im Internet der Dinge entwickeln Werkzeuge, Maschinen und selbst Steine und Wände auf der Baustelle ein Eigenleben und kommunizieren eigenständig miteinander.

Hinter dem Schlagwort IoT verbirgt sich eine intelligente Sensortechnologie, die dafür sorgt, dass nicht länger nur Menschen miteinander über das Internet interagieren. Auch die Dinge in ihrer realen Umgebung bekommen ein digitales Eigenleben. Das kann man sich in etwa so vorstellen: Maschinen in der Werkstatt teilen sich gegenseitig in Echtzeit mit, wie hoch ihre Auslastung gerade ist, ob es bei einzelnen produzierten Teilen Qualitätsschwankungen gibt oder ob im Lager noch ausreichend Platz für die hergestellten Produkte verfügbar ist. Das Spezialwerkzeug meldet per Sensortechnik, auf welcher Baustelle es sich gerade befindet, wo die Ersatzteile sind und ob es bald gewartet werden muss. Und die vom Handwerker installierte Heizanlage steuert eigenständig Fehleranalysen und Wartungsintervalle und meldet Leckagen.

Auf der Internationalen Handwerksmesse 2020 zeigen Handwerker quer durch alle Branchen, wie sie die neue Technologie spielend meistern – indem sie sich auf Experimente einlassen und kreativ werden.
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