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Whats-App-Kolumne von Michael Elbs, 23. Folge Profil schärfen: Wie Mitarbeiter in WhatsApp zu „Superstars“ werden

Es heißt ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Warum an dieser Redewendung doch etwas dran ist und wie diese Ihre Mitarbeiter in WhatsApp zu „Superstars“ machen, erklärt unser Experte Michael Elbs in dieser Folge seiner WhatsApp-Kolumne.

Topic channels: TS Kolumne Michael Elbs, TS Social Media, TS Smartphone, TS Fachkräftemangel, TS Mobiler Kunde und TS Kundenbindung

Nach wie vor ist der Fachkräftemangel allgegenwärtig. Umso mehr ist es wichtig, die eigenen Arbeitskräfte mehr ins Rampenlicht zu rücken, ihr Können zu stärken wie auch zu promoten. Schlussendlich kann man so auch beim Kunden einen Marketing-Effekt erzeugen. Deswegen: zeigen Sie ganz bewusst und aktiv Ihre Mitarbeiter, denn die Kraft der Visualisierung ist nicht zu unterschätzen. Setzen Sie also auf die Stärke der Wort-Bild-Verbindung, die eine Art Anker im Kopf schafft und entsprechend im Gedächtnis bleibt. Jeder Mitarbeiter verfügt über besondere Fähigkeiten und diese machen ihn für ein Unternehmen oft unentbehrlich. In WhatsApp können diese Mitarbeiter nur mihilfe eines Bildes zu den Superstars eines Betriebes werden.

Besondere Fähigkeiten schaffen besondere „Künstlernamen“

Jede Nachricht in WhatsApp ist für einen Betrieb eine Chance Aufmerksamkeit zu gewinnen und die Expertise herauszustellen. Dieser Effekt kann sich natürlich positiv auf einen Projektablauf auswirken. Vielleicht aber berichtet der Kunde auch in seinen Umfeld vom Projekt, dann sind es die Kräfte des viralen Marketings, die am Werk sind. Warum also nicht mal mit seinen Mitarbeitern zusammensetzen und gemeinsam eine Art „Künstlernamen“ kreieren, welche die Eigenschaften oder Fähigkeiten eines jeden am besten beschreiben. Bei einem größeren Team empfiehlt es sich kleine Gruppen zu bilden und diesen jeweils etwa eine Stunde Zeit zu geben, um sich positive Spitznamen füreinander zu überlegen. Gute Anregungen können hier das Lieblingswerkzeug, perfekt umgesetzte Leistungen oder besondere Aussagen von Kunden oder Kollegen über den Mitarbeiter liefern. Manches Mal braucht es gar keinen Spitznamen, der Vor- oder Nachname tut es vielleicht auch. Es muss also nicht zwingend ein „Künstlername“ sein. Und natürlich sollte der Mitarbeiter auch einverstanden mit dem für ihn erkorenen Namen sein, idealerweise ihn sogar selbst befürworten. Mir ist in jedem Fall schon oft aufgefallen, dass sich Spitz- oder besser eben „Künstlernamen“ in einem Betrieb etabliert haben und absolut gängig im Umgang miteinander sind. So ist GK-Hannes (GK: Gipskarton) der Trockenbauer im Betrieb, Fugius der Künstler mit der Silikonspritze und Peter Genau der Mitarbeiter, der auf den Millimeter korrekt arbeitet.

Den Mitarbeiter ins richtige Bild gerückt

Sind die „Künstlernamen“ einmal gefunden, geht es an die „Visualisierung“. Organisieren Sie also nun ein Fotoshooting. Dabei ist es vor allem wichtig, dass die Mitarbeiter vor einem schlichten, einfarbigen Hintergrund posieren sollten. So können die Bilder später schnell und einfach freigestellt werden. Bitte achten Sie auf ein Ausgabeformat von 1:1. Es sollten außerdem eindeutige Posen wie auch Gesten gewählt werden, die den jeweiligen „Künstlernamen“ nahezu von selbst erklären. Zum Beispiel: abstehender Daumen und kleiner Finger an Ohr und Mund meint Telefonieren, die Brille auf der Nasenspitze, zusammengekniffene Augen und die Stirn in Falten gelegt, sollen ausdrücken, dass es Zweifel gibt, ob etwas wirklich passt und beide Hände an den Kopf fassend, sagt aus, dass etwas Wichtiges vergessen wurde. Vielleicht kommen am Ende drei bis vier Gesten oder Posen, die typisch für den Mitarbeiter im alltäglichen MIteinander sind, zusammen. In der Nachbearbeitung werden daraus dann Sticker erzeugt, die dann in die Kommunikation mit eingebaut werden können. Eine entsprechende Fußzeile unter die Person, beinhaltet den Künstlernamen sowie den Namen der Firma inklusive Logo. Und da das Profilbild nun mal rund ist, sollte die Fußzeile mit einem ebenfalls runden Passepartout entsprechend angepasst werden. Der Rahmen des Kreises kann dabei gern sichtbar bleiben und in den Unternehmensfarben das Bild rahmen. Wenn das mal nicht an eine Autogrammkarte erinnert...

Mehr Platzierungen, mehr Vertrauen

Michael Elbs

Die fertigen Bilder können nun an drei Stellen in WhatsApp integriert werden: die erste Platzierung steht eng in Verbindung mit dem Thema Datenschutz, und zwar geht es hierbei um das WhatsApp-Portal. Jeder Mitarbeiter erhält eine eigene Portalseite, um den Kunden über die Speicherung seiner Daten aufklären zu können. Bei der zweiten Stelle kommt das Bild als Profilbild des Mitarbeiters bei WhatsApp Business zum Einsatz. Und bei der dritten Möglichkeit werden aus dem Bild ein oder mehrere Sticker kreiert. Hilfreich ist hier vor allem die App „Stickermaker“, die die entsprechenden Sticker bereitstellt. Als nächstes kann dann eine Gruppe angelegt werden, wo der jeweilige Mitarbeiter Teil von ist. Es braucht außerdem Textvorlagen, die die passende Formulierung für den nächsten Mitarbeiterwechsel oder -ausfall auf der Baustelle, beschreiben. Da könnte es beispielsweise heißen: „Hallo lieber Kunde, leider kann ich an Ihrem Projekt nicht weiter mitwirken. Ab morgen übernimmt dann mein Kollege Hans Gustaf, unser GK-Hans , der Mann, wenn es um den perfekten Trockenbau geht, an dieser Stelle.“ Jetzt noch einen Sticker einfügen, um den Mitarbeiter noch besser vorstellen zu können und der Kunde wird auf das WhatsApp-Portal von Hans klicken. Dort sieht er dann das Bild von ihm erneut und baut allmählich Vertrauen zu ihm auf. Vermutlich wird er sich auf Hans freuen, denn er hat ihn ja schon vorab „kennengelernt“ und konnte sich – im wörtlichen Sinne – ein erstes Bild von ihm machen. Über ein Projekt verteilt, landen so mehrere Mitarbeiter via WhatsApp auf der Agenda des Kunden. Dabei ist die einheitliche Darstellung der Mitarbeiter, der Superstars Ihre Firma, äußerst relevant, denn sie schaffen visuelle Verknüpfungspunkte und erzeugen zugleich auch ein positives Erscheinungsbild des Handwerksbetriebs nach außen.

Immer, wenn Mitarbeiter im Kundenkontakt sind, ist diese organisatorische Vorkehrung in WhatsApp sinnvoll, um Ihre Superstars ins richtige Licht beim Kunden zu rücken. Gerade in Bereichen wie dem Innenausbau, Reparaturleistungen und Sanierungen kommen solche WhatsApp-Kontakte zwischen dem Mitarbeiter und dem Kunden häufig vor.

Keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Gewerken und Branchen

Auch in anderen Gewerken wie beim Friseur, in der Kosmetik oder Dienstleistern der Gesundheitsbranche, halte ich die Mitarbeiter für die Superstars in WhatsApp. Unabhängig davon welches Gewerk es betrifft, kommt es mal zu einem Ausfall beispielsweise wegen Krankheit, können alle Kunden schnell und einfach über eine Broadcast-Liste informiert werden. Dieses Vorgehen ist nicht nur effizienter als eine Mail oder ein Telefonat, es hilft auch den Mitarbeiter beim Kunden mehr hervorzuheben, sie zu Superstars in WhatsApp zu machen. Denn ihnen wird Verantwortung als auch Kompetenz übertragen und die Wahrscheinlichkeit einer Kündigung kann sich reduzieren.

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