Trendporträts -

Oldtimer-Werkstatt Spielzeuge für große Jungs

In Hamburg verhilft Kraftfahrzeugmeister Philip Ewerwahn den alten Klassikern der Straße zu neuem Glanz.

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Das ist ein bisschen wie ein Virus“, beschreibt Philip Ewerwahn seine Leidenschaft für Automobile der 60er- und 70er-Jahre. „Ihre Schönheit und Form haben bei mir den Funken gezündet.“ Dabei hatte der gelernte Tischler zu Beginn keine Ahnung von Autos. Nur den Drang, etwas mit diesen Klassikern zu machen – Ford Mustang bevorzugt.

So legte er 1989 den Grundstein für die spätere Firmengründung von CarMania. Er reiste in die USA, suchte nach coolen Schlitten und bastelte daheim an ihnen herum. Bis sich zum Handel auch Werkstatträume gesellten. Heute tauschen dort vier angestellte Kraftfahzeug-Mechaniker Schrauben aus, erneuern Scheinwerfer und ersetzen Chromteile.

Dancefloor in angenehmer Arbeitsatmosphäre

An manchen Tagen gleicht die Werkstatt einem Dancefloor. Dann unterbricht nur ein gelegentliches Hupen oder Aufjaulen eines Motors den wummernden Hintergrund-Sound. „Jeder hat seine Musikrichtung“, grinst Ewerwahn, dem eine angenehme Arbeitsatmosphäre wichtig ist. Schließlich haben seine Mechaniker viel zu tun. Seine Beobachtung bestätigt das Kraftfahrt-Bundesamt: Zulassungen von historischen Fahrzeugen, die älter als 30 Jahre sind, steigen stetig an. Im Jahr 2014 betrug der Gesamtbestand an Kraftfahrzeugen mit H-Kennzeichen bereits 313 815 Fahrzeuge.

Oldtimer als Wertanlage

Doch ist es nicht nur ihr Charme allein, der die Modelle von Mercedes bis Jensen immer mehr Liebhaber finden lässt. Manche Kunden kaufen ihren Wagen auch als Wertanlage – statt Immobilie. Bei günstigem Einkauf ist da schon eine Wertsteigerung drin. „Aber wir sind ja keine Bankberater“, lenkt Ewerwahn ein.

Der 51-Jährige organisiert, berät und sorgt dafür, dass die Fahrzeuge durch den Zoll kommen und später durch den TÜV.

Privat fährt seine Familie einen modernen Kombi („für die Kinder“) und einen Fiat 500, Baujahr 1971. Ewerwahns Traum von einem sport­lichen Lamborghini Miura aber bleibt …

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