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Bierbrauer Energieautark brauen

Christoph Kämpf ist Geschäftsführer der Karmelitenbrauerei und ein Pionier seiner Branche. Er will bald energieautark Bier brauen.

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Das neue Sudhaus ist bereits fertig. Wie vor 100 Jahren fließt die Maische in der Karmelitenbrauerei im niederbayrischen Straubing vom ersten in den zweiten Sudkessel herunter. Christoph Kämpf hat die alte Klosterbrauerei 2008 als Geschäftsführer über­nommen und strebt durch weitere Umbaumaßnahmen mittelfristig eine energieautarke Bierproduktion an.

Hohe Energiekosten drückten

„Als ein sehr energieintensives Handwerksunternehmen drücken uns die hohen Energiekosten sehr. „ Mit dem alten Sudhaus, das fast keine Energierückgewinnung besaß, waren die Kosten aber noch viel höhe r“, erklärt Kämpf.

Er entwickelte daraufhin mit der Firma Ziemann den Umbau des Sudhaues in Kaskadenform. „Wir fangen am höchsten Punkt an einzumaischen und versuchen dann mit möglichst wenig Energie die Maische, sowie daraufhin die Würze, von A nach B zu transportieren.“ Das Aufgreifen dieser alten Brautechnik spart viel Energie und ist in der Brauereibranche bislang einzigartig.

Wasserqualitätsmanagement neu ausrichten

Kämpf bekam hierfür den „Bundespreis 2013 für hervorragende ­Leistung im Handwerk“. Im nächsten Schritt hin zur energieautarken Bierproduktion will er das Wasserqualitätsmanagement neu ausrichten. Ein Windrad, Solarthermie und Biogasanlage werden in weiteren Bauphasen folgen. „Alle erzeugten Energien sollen später in einen zentralen Energiespeicher fließen, das Herzstück innerhalb der ressourcenschonenden Braukunst der Karmelitenbrauerei.

Kämpfs unternehmerischer Einsatz für das Projekt schließt seinen hohen Anspruch an das „flüssige Gold“ nicht aus. Seit 2009 ist der Diplom-Kaufmann auch Biersommelier. Er weiß genau, wie sein Bier trotz aller innovativen Umbaumaßnahmen im Betrieb schlussendlich schmecken muss: „So wie es immer geschmeckt hat - denn was nutzt der technologische Fortschritt im Bereich des Brauprozesses, wenn unsere Kunden ihr heimisches Bier geschmacklich nicht mehr wiedererkennen?“

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