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Pflichten und Aufgaben: Unabhängigkeit ist wichtigstes Prinzip

Sachverständige können sich nach der Bestellung nicht zurücklehnen und sich an ihrem neuen Titel für fünf Jahre erfreuen – ihnen werden mit der öffentlichen Bestellung und Vereidigung folgende Pflichten und Aufgaben auferlegt (Quelle: „Das handwerkliche Sachverständigenwesen“):

Themenseite: Sachverständige im Handwerk

1. Pflicht zur Erstattung von Gutachten.

Im Rahmen der öffentlichen Bestellung verpflichtet sich der Sachverständige, für Gerichte und private Auftraggeber als Gutachter im jeweiligen Sachgebiet tätig zu werden. Ausnahmen, die einen Sachverständigen berechtigen, Gutachten zu verweigern, sind gesetzlich geregelt.

2.Unparteiische Aufgabenerfüllung.

Gutachten unparteiisch und absolut unabhängig von den Interessen seines Auftraggebers zu erstatten gehört zu den Hauptpflichten eines Experten. Aufgrund der öffentlichen Bestellung und Vereidigung genießt der Sachverständige in der Gesellschaft besonderes Vertrauen. Gutachten sollen zudem prinzipiell auch für jene objektiv aussagekräftig sein, die damit konfrontiert werden, ohne selbst Auftraggeber zu sein.

3.Schweige- und Auskunftspflicht.

Sachverständige dürfen Dritten keine Informationen weitergeben, die ihnen im Rahmen ihrer Tätigkeit bekannt geworden sind, oder diese zum Schaden anderer oder zum eigenen Vorteil verwerten. Gleichzeitig sind Sachverständige gegenüber der Handwerkskammer zur Auskunft verpflichtet.

4.Fortbildungspflicht.

Die Sachverständigenordnung der Kammer verpflichtet Sachverständige ausdrücklich, sich auf dem Sachgebiet, für das sie öffentlich bestellt und vereidigt sind, regelmäßig fortzubilden. In Frage kommen Weiterbildungen im allgemeinen Sachverständigenwissen, etwa durch Teilnahme an den Sachverständigentagen der Handwerkskammern und den Seminaren des Institutes für Sachverständigenwesen, aber auch an Lehrgängen und Seminaren der Fachverbände zur fachlichen Fortbildung.

5.Bekanntmachung / Werbung.

Der Sachverständige darf seine öffentliche Bestellung in Tageszeitungen, Fachzeitschriften, Branchen­büchern, Adressbüchern und anderen Medien in „angemessener Weise“ bekannt geben. Dies ist immer dann der Fall, wenn sich die Informationen lediglich auf Namen, Adresse, Sachgebietsbezeichnung, öffentliche Bestellung und bestellende Körperschaft beschränken.

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