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Perspektiven: Agenda 2020 Das bringt die Zukunft

Wer Chancen schnell erkennt und nutzt, ist der Konkurrenz meist einen Schritt voraus. handwerk magazin befragte Deutschlands wichtigste Experten, was Firmenchefs bis 2020 erwartet.

Themenseite: Zukunftsperspektiven im Handwerk

Die Kunden kommen von selbst, warten geduldig, bis sie an der Reihe, sind und zahlen ohne Diskussionen den gewünschten Preis: der Zukunftstraum vieler Unternehmer ist angesichts des immer härter werdenden Verdrängungswettbewerbs gut nachzuvollziehen. Dabei hat Aldous Huxley in seinem Zukunftsklassiker „Schöne neue Welt“ das Unternehmertum in den schillerndsten Farben dargestellt. Einziger Schönheitsfehler aus heutiger Sicht: Henry Ford war der einzige Anbieter, seine Produkte hatten Kultstatus und rund um den Autobauer wurde in Ermangelung einer Religion eine Verehrungskultur aufgebaut. Die reichte sogar so weit, dass wichtige Personen in Huxleys Welt als „Fordschaft“ angesprochen wurden.

Ignorieren ist keine Lösung

Überdrehter Wahnsinn eines durchgeknallten Schriftstellers aus dem letzten Jahrhundert? Wer so denkt, sollte einmal einen Abend vor Erscheinen des neuen iPhones an einem Apple-Store vorbeifahren. Menschen aller Einkommens- und Altersschichten campieren teils nächtelang vor dem Store, um bei der Eröffnung die Ersten zu sein, die das neue Modell in den Händen halten.

Die nach einer Frucht benannte Marke hat damit zumindest einen Teil der skizzierten Vision realisiert: Ihre Produkte sind so begehrt, dass die Kunden viele Unannehmlichkeiten auf sich nehmen, sie in ihren Besitz zu bringen. Das liegt, wie Trendexperte Sven Gabor Janszky betont, nicht nur an den innovativen Modellen, sondern auch an der besonderen Atmosphäre in einem Apple-Store: „Lassen Sie nicht die Produkte, sondern den Verkaufsprozess auf sich wirken – und übersetzen Sie dies in Ihre Branche“, rät der Direktor des 2b Ahead Think Tanks in Leipzig den Unternehmern.

Aber warum sich mit solch abgehobenen Themen beschäftigen, wenn das Geschäft gut läuft? Thomas Huber, Geschäftsführer des renommierten „Zukunftsinstituts“ in München, kennt die Vorbehalte aus vielen Diskussionen mit Unternehmern: „Bei manchen Trends können es sich die Unternehmer durchaus leisten, sie erst mal zu ignorieren, doch davon gehen sie nicht weg.“

Beispiel Internet: Über 90 Prozent der Kunden informieren sich nach Angabe des Hightech-Verbands Bitkom vor dem Kauf im Netz über Produkte und Preise. Wer dort bei der Suche nach „Maler in Erfurt“ nicht einmal auf Seite zwei der Trefferliste landet, wird langfristig aus der Wahrnehmung der Kunden verschwinden. Ähnliches gilt beim Thema Fachkräfte, allerdings wird der Mangel laut Jutta Rump, Mitglied in der Kommission „Zukunft der Arbeitswelt 2030“, bereits in den kommenden zwei bis fünf Jahren „drastisch“ zu spüren sein.

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