BWA Kennzahlen lesen und verstehen Personalaufwandsquote - Maßstab für Mitarbeitereffizienz

Die Personalaufwandsquote informiert über die Produktivität des Mitarbeitereinsatzes. Als Prozentzahl zeigt die Kennziffer, wie hoch die Personalkosten im Vergleich zum Umsatz sind. Oder anders ausgedrückt – wie viel Euro Personalkosten durchschnittlich nötig waren, um 100 Euro umzusetzen.

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Die Personalaufwandsquote informiert über die Produktivität des Mitarbeitereinsatzes. Als Prozentzahl zeigt die Kennziffer, wie hoch die Personalkosten im Vergleich zum jeweiligen Umsatz des Betriebs sind.

Was sagt die Personalaufwandsquote aus?

Die Kennzahl gibt den Anteil des Personalaufwands am Gesamtumsatz des Betriebs an. Wie viele Mitarbeiter sind beschäftigt, um einen gewissen Umsatz zu erzielen? Der aus Unternehmersicht ideale Wert schwankt mit der Art der Tätigkeit: Während materialintensive Branchen häufig mit einer Aufwandsquote um die 30 Prozent auskommen, liegen die Werte in personalintensiven Branchen wie etwa dem Bäckerhandwerk deutlich darüber. Wichtig: Für eine aussagekräftige Kennzahl ist es erforderlich, dass alle Leistungen abgerechnet sowie halbfertige Arbeiten und Einmalzahlungen an die Mitarbeiter (z.B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld) zeitlich anteilig gebucht wurden.

Wie wird die Personalaufwandsquote berechnet?

Der Personalaufwand umfasst die folgenden Positionen:
  • Löhne und Gehälter,
  • Sozialversicherungsbeiträge,
  • Sonderzahlungen und
  • eventuell Aus- und Fortbildungskosten.

Die Formel:

Personalintensität = Personalaufwand (Löhne, Gehälter + Sozialleistungen + Kosten für Fortbildung) ./. Umsatz x 100

Wie beeinflusst der Personalaufwand die Zukunftsfähigkeit des Betriebs?

Je geringer der für einen Euro Umsatz zu erzielende Personalaufwand ist, desto leistungsfähiger die Mitarbeiter und desto effizienter ist die Betriebsorganisation. Liegt ein Betrieb deutlich über den Branchenwerten, braucht also mehr Personal für den gleichen Umsatz, deutet das auf einen „ Wasserkopf“, überzogene Gehälter oder einen wenig effizienten Mitarbeitereinsatz hin. Von den Top-Ten-Betrieben im Handwerk ermitteln laut Manufactum-Studie von Würth 62 Prozent regelmäßig die Personalintensität, bei den Durchschnittsbetrieben sind es dagegen nur 52 Prozent. Manchmal kann jedoch bewusst in Kauf genommen werden, dass die Personalaufwandsquote vorübergehend steigt, etwa weil eine neue Produktionslinie eingeführt wurde oder neue Mitarbeiter eingearbeitet werden müssen. Gegebenfalls müssen höhere Personalkosten, etwa wegen Lohnerhöhungen, aber durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen werden, um das Ergebnis zu halten.

Wie kann der Unternehmer die Personalaufwandsquote steuern?

Um eine im Branchenvergleich zu hohe Quote zu verbessern, kann ein Unternehmen kurzfristig an einer realistischeren Kalkulation arbeiten, die Ansprech- und Öffnungszeiten verringern oder auch die unproduktiven Zeiten durch eine bessere Betriebsorganisation reduzieren. Mittel- und langfristig kann es auch sinnvoll sein, die Stammbelegschaft etwas abzubauen. Die in auftragsstarken Zeiten eventuell fehlenden Kapazitäten können dann gezielt durch Zeit- oder Leiharbeiter aufgestockt werden. Auch ein erhöhter Krankenstand wirkt sich negativ auf die Personalquote aus. Liegt es nicht an einer Grippewelle, sondern etwa an überforderten, überlasteten oder demotivierten Mitarbeitern, können Änderungen an der Arbeitsorganisation oder in der Mitarbeiterführung Abhilfe schaffen.

Personalaufwand/Personalintensität - Beispielwerte aus dem Handwerk

Die Tabelle zeigt Richtwerte, die über alle Betriebsgrößen gemittelt wurden.

Branche Personalquote
Boden- und Fliesenleger 32 - 34 %
Holzbau 30 %
Sanitär Heizung Klima < 30 %
Bäcker* 45 %
Friseur 41 %
Dachdecker 35 %
Hochbau 27 %
Metallbau 33 %
Elektrotechnik 38 %

*je nach Zahl der Filialen und angestellten Geschäftsführer;

Quelle: Zahlwerk.eu/LGHBetriebsvergleiche

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