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Serie Start-ups fürs Handwerk Oqio: Versicherungsschäden effektiver managen

Bei Alltagsschäden wie Leitungswasser oder Graffiti über die Versicherung abzurechnen ist für Handwerker oftmals kein gutes Geschäft. Nicht selten gibt es Diskussionen über die Höhe des Betrags, zudem dauert es oft lange, bis die Rechnung beglichen wird. Die von Oqio entwickelte Software soll den Prozess transparenter und effizienter gestalten.

Themenseite: Start-up

Die Musik spielt im Tagesgeschäft bei Leitungswasserschaden oder Graffiti – und nicht beim Orkan und bei der Sturmflut. Während beim Thema Wohngebäudeversicherungen viele naturgemäß an Großereignisse denken, binden vor allem die so genannten Frequenzschäden die Ressourcen und verursachen erhebliche Kosten. In diesem Marktsegment kommt es deutschlandweit zu rund einer Million Schadenfällen.

Geschäftsidee auf einen Blick

Das Münchner Unternehmen Oqio agiert mit digitalen Prozessen an der Schnittstelle zwischen Reparaturdienstleistern, Versicherungen und Wohnungswirtschaft – wenn es um die Regulierung dieser Schäden geht. Oqio hat eine webbasierte Software entwickelt, die für Versicherer, Wohnungswirtschaft und Reparaturdienstleister mehr Geschwindigkeit, mehr Preistransparenz und mehr Kontrolle beim Schadensmanagement schafft. Die Assekuranz kann ihre Profitabilität erhöhen, die Wohnungswirtschaft von konstanteren Policen profitieren und Reparaturdienstleister können ihre Leistungen besser abrechnen und durch Menge skalieren.

Reparaturdienstleister können sich durch Oqio vor allem digital professionalisieren. Ein zentraler Punkt ist das Thema Rechnungen. Immer wieder werden Rechnungen nicht richtig gestellt, weil es gerade im Bereich von Leitungswasserschäden schwierig ist, versicherte und nicht versicherte Kosten sauber zu trennen. Versicherer benötigen für genaue Regulierungen Kapazitäten und übergeben die Prüfungen externen Rechnungsprüfern.

Vorteil für das Handwerk: Schnellere Abrechnung ohne Ärger

Es entsteht ein, auf grundsätzlichem Misstrauen basierender Kreislauf, der für Reparaturdienstleister besonders dann ärgerlich ist, wenn eine Vielzahl von Rechnungen nicht vollständig und nach viel zu langer Zeit erst beglichen werden. Die Umstände und Verzögerungen kosten dem Handwerk Geld sowie Nerven und erzeugen nicht selten unnötige Liquiditätsengpässe.

Oqio zielt darauf ab, dass Forderungen von Anfang an richtig gestellt werden. Versicherer und Wohnungswirtschaft können sich teure, nachgelagerte Rechnungsprüfungen bald ersparen. Wie? Indem Reparaturdienstleister   durch die automatisierte Hilfestellung des Portals prüffähige Forderungen mit orts- und marktüblichen Preisen an den richtigen Rechnungsempfänger einstellen. Eine schnelle und dennoch präzise Regulierung durch die Versicherer rückt nahe. Schon heute ist der gesamte Prozess der Rechnungslegung durch die Plattform von Oqio nachvollziehbar. Anhand eines Monitoringtools ist es Reparaturdienstleistern, Wohnungswirtschaft und Versicherern möglich, gemeinsam auf die Performance des Schadenprozesses zu blicken. Oqio bietet dem  Handwerk Schnittstellen und so die Möglichkeit einer Symbiose mit dem eigenen System. Auf Sicht können Reparaturdienstleister mit Oqio ihre Leistungen und ihre Umsätze besser skalieren, weil sie sich um ihre eigentliche Aufgabe besser kümmern können – die Reparatur.

Alleinstellungsmerkmal

Versicherungsunternehmen sehen große Wohnungsbestände mit mehr als 5.000 Einheiten, wie sie von Wohnungsgesellschaften betreut werden, zunehmend kritisch – weil sie sich fast immer als defizitär erweisen. Während bei Gebäudeschäden größeren Ausmaßes Gutachter vor Ort Schäden prüfen, ist eine genaue Regulierung bei den Frequenzschäden meist unwirtschaftlich. Versuche,  die Prozesse durch Digitalisierung zu verschlanken und sonst zu optimieren, scheitern bisher am Silodenken. Bisher erfassen und beobachten Assekuranz, Reparaturdienstleister und Wohnungsverwalter die Schäden einzeln. Jeder schaut dabei jedoch zu sehr auf seine eigenen Bedürfnisse.

Oqio führt auf seiner Plattform alle am Schadenprozess Beteiligten zusammen, ermöglicht Steuerung und vereinfachte Kommunikation ohne Medienbrüche. Durch die Interaktionen  und den gemeinsamen Blick für Versicherer, Reparaturdienstleister und Wohnungswirtschaft auf jeden Einzelschaden und die Performance des gesamten Workflows, steht laut Oqio einer fairen und transparenten Abwicklung nichts mehr im Wege. Die Plattform für große Wohnungsbestände baute Oqio an Hand von Anforderungen der Kunden in der Wohnungswirtschaft auf. So konnten sich große Gebäudeversicherungsbestände wirtschaftlich und effizient entwickeln. Das jährliche Einsparpotenzial für alle am Gebäudeschadenprozess beteiligte Organisationen liegt in dreistelliger Millionenhöhe.

Funktionen 

  • Der Oqio Ansatz basiert auf dem Rundumblick. Während Versicherer, deren Rechnungsprüfer, Wohnungsverwalter und Handwerkerservices bisher mit eigenen Prozessen Gebäudeschäden erfassen und die Leistungen prüfen, kombiniert Oqio erstmals den Blick der drei Akteure.
  • Alle Beteiligten wissen zu jeder Zeit, in welchem Status bearbeitete Fälle sind. Das Monitoring bringt Vorteile bis dahin, dass Schadenshäufungen analysierbar und durch Predictive Maintenance vorhersehbar werden.
  • Handwerker können Rechnungen von Anfang an korrekt stellen, wodurch sich Zahlungsläufe beschleunigen.

Partner und Netzwerke

Zielgruppe von Oqio sind Wohnungsunternehmen (ab 10.000 Wohneinheiten), Wohngebäudeversicherungen und Reparaturdienstleister (Handwerk)

Preismodell 

Oqio bietet Wohnungsunternehmen, Versicherungen oder Reparaturdienstleistern ein Lizenzmodell an. Auch wenn alle drei Organisationen über die Plattform vernetzt sind und von ihr profitieren, tritt bei einem Wohnungsbestand immer nur eine Organisation als Lizenznehmer auf. Für besonders auf Umsatzwachstum ausgerichtete Reparaturdienstleister, die bei einem oder mehreren großen Wohnungsbeständen im Einsatz sind, lohnt sich eine Investition in oqio. Wenn die Reparatur von Versicherungsschäden an Gebäuden im Auftrag von großen Wohnungsunternehmen oder Versicherern ausgeschrieben wird, kann das Werben mit unserer modernen Software unter eigenem Namen (white label) entscheidend sein. Die Lizenzgebühr für oqio richtet sich nach Größe des betreuten Wohnungsbestandes und liegt für das Handwerk bei etwa 5 Prozent des Umsatzvolumens.  

Finanzierung 

Das Münchner Start-up finanziert sich aus dem laufenden Geschäft und eigenen Mitteln.

Weitere Entwicklungsschritte 

Weiterer Anschluss von Kunden aus der Wohnungswirtschaft und damit auch von Reparaturdienstleistern und Versicherern.  

Kontakt:
Oqio GmbH
Geschäftsführer Dirk Jakob
Jahnstrasse 25
D-80469 München
tel: +49 89 720 188 447
email: dirk.jakob@oqio.de
www.oqio.de

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